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  1. fritz
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  3. Hilfsmittel & Technologie
  4. Sonntag, 24. September 2017
Hat jemand von euch Erfahrungen mit dem «Interstim-Therapiegerät» von Medtronic? Es ist ein Neurostimulator zur Steuerung der Blasen- und Darmfunktion. Es muss operativ implantiert werden bzw. an die entsprechenden peripheren Nerven in unserem Unterleib angeschlossen werden. Verläuft dieser Eingriff erfolgreich, so scheint dieses Gerät eine saubere Lösung zu sein, die hilft, dass wir überall dabei sein können. Das ist ja bekanntlich das Ziel der Rehabilitation. Trügt dieser Schein?
fritz
Blog-Autor
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...keine Antwort ist auch eine Antwort! So überzeugend ist dieser Stimlator offenbar nicht, sonst hätte es sich herumgesprochen. Seht ihr das auch so?
  1. vor über einem Monat
  2. Hilfsmittel & Technologie
  3. # 1 1
fritz
Blog-Autor
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Nach einer turbulenten Zeit mit notfallmässigem Eintritt ins SPZ Nottwil habe ich die Antwort und leite sie hiermit weiter: Dieser Stimulator ist nicht für Menschen mit einem geschädigten Rückenmark entwickelt worden, sondern für Menschen, denen Blase und Darm im weiteren Sinne Mühe bereiten. Es hat sich aber herausgestellt, dass das Gerät Paras und Tetras mit inkompletten Lähmungen helfen kann, Blase und Darm besser unter Kontrolle zu halten. Das Gerät ersetzt aber ein intaktes Rückenmark bzw. die gesunde Steuerung nicht. Es bringt im günstigen Falle lediglich Verbesserungen bzw. Erleichterungen, offenbar vergleichbar mit gelegentlichem Katheterisieren. Implantiert wird das Gerät deshalb erst nach einer erfolgreichen Versuchsphase, die zwei bis sechs Wochen dauert. Meine Konklusion: Ich halte das als denkbare Notlösung im Hinterkopf, verzichte aber darauf, solange es auch ohne geht. 
  1. vor über einem Monat
  2. Hilfsmittel & Technologie
  3. # 1 2
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Hallo Fritz,
ich habe zur sakralen Neuromudulation von rückenmarksverletzten Patienten gehört, dass einige von ihnen durch Anwendung des sog. Blasenstimulators gänzlich auf die Katheterisierung verzichten können.
Ich war gestern in einer Klinik in Trier und habe mich danach erkundigt, inwieweit man mir duch die Elektrostimulation helfen könne dahingehend, möglichst oder ganz unabhängig von der Katheterisierung zu werden unter gleichzeitiger "Behebung" und der Mastdarm-Inkontinenz.
Man sagte mir dort, dass mit ca. 70 % Wahrscheinlichkeit zumindest eine Verbesserung zu erwarten ist; in "einigen Fällen" kann auf weiteres Katheterisieren ganz verzichtet werden oder ist nur noch gelegentlich (d.h. einmal am Abend) notwendig.
Ich lasse mir so ein Ding einsetzen, weil es so gut wie kein Risiko gibt und der mögliche Gewinn die hohen Kosten (wird von den Krankenkassen voll übernommen) rechtfertigt.
Wieweit auch eine simultane Schmerzlinderung im Beckenbereich damit möglich ist, habe ich bei Dr._Hans mal angefragt. Mir wurde gestern durch den Urologen hierzu mitgeteilt, dass es dazu die Mitwirkung eines kundigen Neurochirurgen bedarf, der wissen sollte, an welcher Stelle im Sakralbereich (S1 - S4) entweder zusätzlich oder ohnehin zur Blasen + Darmkontrolle gereizt werden wird.
Freundliche Grüße,
Salieri
  1. vor über einem Monat
  2. Hilfsmittel & Technologie
  3. # 1 3
fritz
Blog-Autor
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Heissen Dank für deine Antwort, lieber Salieri. Ich bin spät, schätze dein Echo aber sehr. Ich bin sehr im Zwiespalt und habe den Entscheid aufgeschoben. Du motivierst mich aber. uch du kennts interssanterweise keinen ersönlich, der sich dieses "Ding" hat einsetzen lassen.
 
  1. vor über einem Monat
  2. Hilfsmittel & Technologie
  3. # 1 4
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Lieber Fritz,
danke für Deine Antwort.
Ich will Dich keineswegs dazu überreden, Dir dieses "Ding" reinsetzen zu lassen, aber es scheint mir die einzige vernünftige Alternative zur exorbitanten Katheterisierung in Verbindung mit Botox zu sein.
Mit bis zu 80 % Wahrscheinlichkeit ist sie in dem Sinne erfolgreich, daß die sog. Dranginkontinenz (starker Blasendruck) abnimmt und das Blasen-Auswurfvolumen in etwa dem Blaseninhalt entspricht (also kaum Harnverhalt).
In welchem Falle es gut klappt, und wer für die restlichen 25 % Verlierer steht, ist nicht raus zu kriegen oder einfach nicht bekannt.
Damit Du aber nicht noch denkst, ich hätte mir einen Zweitjob als Vertreter von Blasenstimulatoren zugelegt (und trommele deshalb so laut), kann ich Dir sagen, dass ich in diesem Forum tatsächlich jemanden kennengelernt habe, der mir so ganz nebenbei schrieb, dass er als RMV (Th 6)  durch die sakrale Neuromodulation (sNM) komplett kontinent geworden ist (durch elektrische Reizung im S2 - S4-Bereich des N. pudentus).
Der Buchautor Holubek schreibt ebenfalls, dass er erst durch die sNM  (Possover in Hirslanden/Zürich)  wieder unbeschwert seine 5-6 Liter/Tag  trinken (und komplett wieder abgeben) kann.
So, das waren jetzt trotz meines hohen Alters viele euphorische Worte dazu (wenn schon, denn schon), aber ich lass mir mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Wochen das Ding einpflanzen. Allein schon deshalb, um der Katheter-Mafia (und wer sonst noch alles dicke an der Inkontinenz verdient) ein Schnippchen zu schlagen.
Und wenn es nicht funzt, kommt es eben wieder raus, ambulant und ohne dass es wehtut. Den Schrittmacher verhöker ich notfalls bei ebay...
Viele Grüße,
Salieri
  1. vor über einem Monat
  2. Hilfsmittel & Technologie
  3. # 1 5
fritz
Blog-Autor
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Lieber Salieri,
Heissen Dank für deine aufmunternden Worte. Es geht hier nicht um Werbung, sondern um Erfahrungsaustausch, um schliesslich die richtige Lösung zu finden. Ich neige auch in hohem Masse dazu, dass man diese elektrotechnische Lösung ausprobieren sollte. Deswegen habe ich mich auch darum beworben im vergangenen Herbst, dann aber gezaudert, als ich vor etwa einem Monat das Aufgebot erhielt. Der Grund: Die Blase funktionierte zu der Zeit tadellos. Wenig später wurde es wieder schlechter, also hoher Restharn. Jetzt katheterisieren wir sehr punktuell, und schon das hilft. Ich kann mich zur Not alleine katheterisieren. Wenn meine liebe Frau assisitert ist es aber besser, denn ohne sie wird es bei meiner Handfunktion eine unschöne Sache. Du hast dieses funktionale Problem nicht. Trotzdem finde ich es gut, dass du dich für die Technik entscheidest. Ich bin gespannt, wie es dir ergeht.
Natürlich erhoffe ich für dich nur das Beste! Mit nochmaligem Dank für dein Echo grüsse ich herzlich, fritz 
  1. vor über einem Monat
  2. Hilfsmittel & Technologie
  3. # 1 6
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Lieber Fritz,
herzlichen Dank für Deine Antwort.
Obwohl nun schon hinreichend viel über die Blasenstimulation berichtet wurde, möchte ich doch noch eine kleine Ergänzung hierzu machen. Außerdem habe ich noch eine Frage an Dich.
Zunächst zum B.-Stimulator (besser: sakrale Blasenstimulation = sNM):
Wie ich erst in der letzten Woche erfahren konnte, wird die sNM nicht nur zur Inkontinenz eingesetzt, sondern auch zur Minderung/Aufhebung von Becken-(boden) Schmerz. Näheres kann man dem folgendem link entnehmen.
https://www.ukm.de/index.php?id=9710
Wie ich bereits an anderer Stelle erwähnt habe, leide ich auch an einem sehr lästigen Sitzschmerz im linken Becken, der unmittelbar nach dem Unfall und hier besonders beim Sitzen im Rollstuhl, auftrat.
Ein gutes Stück "verdanke" ich diesem undefinierbaren Beckenschmerz,  dass mir seinerzeit keine Mühe zu groß war, dem Rollstuhl zu entkommen. Dennoch bin ich ihn in den vergangenen Jahren nicht losgeworden.
So habe ich jetzt die Hoffnung, dass mit der sNM im besten Falle eine Verbesserung der Harninkontinenz und - mit ein bißchen Glück -  eine Reduzierung dieses Sitzschmerzes erreicht werden kann.
Wie ich erfahren konnte, werden für die beiden o.g. Anwendungen die Elektroden gleichermaßen so im Sakralbereich plaziert, dass sie den gesamten Bereich von S1 - S4 "erfassen".
Also, alles zusammen (Schmerz + Inkontinenz) zusammen in einem Abwasch, und vielleicht nicht nur für mich interessant...!
Meine kurze Frage an Dich: Du schreibst, dass Du als "Tetra" wegen Deiner eingeschränkten Handfunktion für verschiedene Dinge die Assistenz  Deiner Frau benötigst. Ich hätte gerne gewußt, wie Du in der Lage bist, mit den Händen längere Texte zu schreiben. Benötigst Du auch dafür Hilfe (z.B. fürs Tippen), oder gibt es andere Möglichkeiten?
Ich frage auch deshalb, weil ich seinerzeit ca. 3 Monate lang mit einem Patienten auf dem Zimmer lag, der ebenfalls Tetraplegiker war, aber mit den Händen so gut wie gar nichts machen konnte, noch nicht einmal auf seinen (großen) Handy telefonieren.
Man mußte ihm beim Essen auch die Nahrung zureichen (in den Mund), und einige Male habe ich das auch besorgen müssen.
Wenn er hätte schreiben können (wie auch immer), wäre er sehr glücklich und um vieles selbstständiger gewesen.
Schöne Ostertage wünscht Dir
Robert
 
  1. vor über einem Monat
  2. Hilfsmittel & Technologie
  3. # 1 7
fritz
Blog-Autor
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Lieber Salieri,

Ich kann mir nicht erklären, warum ich deinen Post vom März erst jetzt sehe. Auf deine Frage gibt es eine klare Antwort: Ich habe zwei Tipphilfen, die wie kleine Hämmerchen meine Finger ersetzen. Ich schreibe also im Zweifingersystem. Seit etwa zehn Jahren brauche ich die Tipphilfe nur noch links, rechts genügt der Daumen, den ich ein bisschen bewegen kann.

 
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  1. vor über einem Monat
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  3. # 1 8
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