Die Online-Community für Menschen mit Querschnittlähmung, ihre Angehörigen und Freunde

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  1. Tulipe
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  3. Leben mit Querschnittlähmung
  4. Montag, 02. Juli 2018
Jetzt wo es grad so heiss ist, macht es Spass an etwas Kühles zu denken. Und so erzähle ich euch unser kleines Abenteuer vom Winter 2014.
Wir flogen ab Paris via New York nach San José Costa Rica. Ein herrlicher kurzweiliger Flug bis New York, dort war ein Tankstopp vorgesehen. Während der Landung in New York legte ein Schneesturm die Stadt und den Flughafen lahm. Es dauerte nicht lange und wir standen mit Gepäck, Rollstuhl und Minitrac am Informationsschalter. Die Bodenstewardess hatte Erbarmen mit uns, organisierte ein Hotel und Taxitransfer.  Uff, nochmals Glück gehabt, alle anderen Passagiere mussten sich selbst organisieren. Schneesturm ist höhere Gewalt und da müsste die Fluggesellschaft eigentlich nichts bezahlen.
Es lagen ungefähr 40 cm Schnee und es war bitterkalt als wir ins Taxi stiegen und zum Hotel fuhren. Unglücklich waren wir nicht, dachten wir doch, dass es am nächsten Tag weitergeht. Ohalätz am anderen Morgen schien zwar die Sonne es war ein strahlend blauer Tag, aber da die Flieger aus aller Welt irgendwo steckengeblieben sind, mussten wir noch einen Tag anhängen.
Wenn das so ist meinte ich, dann fahren wir in die Stadt. Unser Motto ist,  immer aus jeder Situation das Beste zu machen. Kälte hin oder her, wann kommen wir denn das nächste Mal wieder nach New York? Da wir aber eigentlich nur Kleider für die Sommerdestination dabei haben ziehen wir unter unsere Klamotten die Pyjamas an. Nichts wie los, mühsam gelangen wir durch die Schneemassen zum Taxistand und lassen uns zur Times Square fahren. Dort lacht uns als erstes Roger Federer von einem riesigen Plakat an. Fühlten uns grad ein bisschen behütet. Wir kaufen Mützen und Handschuhe, dann gehts weiter zum Empire State Building. Es ist echt saukalt da unten in diesen Häuserschluchten von New York.  Lange müssen wir nicht anstehen und hinauf gehts mit dem Hochgeschwindigkeitslift in die 102 Etage. Was für eine Sicht!
Wir waren ja schon im Sommer 2001 oben, aber so klar und weit sahen damals nicht. Ich genoss es so richtig, dann ging’s auf die untere Plattform, da konnte man hinter Glas raus sehen und das war dann wärmer.
Ja, wer kann von sich schon behaupten er sei im Pyjama auf dem Empire State Building gewesen?
Am nächsten Tag klappte es mit unserem Weiterflug und wir genossen herrliche Wochen in Costa Rica.
Ein Jahr später bekam Felix Nierenprobleme und ist seither an der Dialyse. Somit  war dies unsere letzte gemeinsame Überseereise.
Die Moral der Geschichte - Wen i das gwüsst hät ka hät ig no vieu blöder ta.
Oder - fliege im Winter nicht via New York, wenn du nicht einen Stopp einlegen möchtest.
Aber keine Sorge wir Reisen immer noch, halt nur noch in Europa.
Herzlichst, Silvia
 
 
Anhänge
Johannes
Community Manager
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Hallo Silvia

Herzlichen Dank für diese unterhaltsame Geschichte :smileyhappy: Und tolle Bilder habt Ihr da geschossen - die unteren beiden mit dem Licht- und Schattenspiel in den Häuserschluchten gefallen mir besonders gut.

Wie weit könnt Ihr jetzt noch maximal reisen wegen der Dialyse?

Liebe Grüsse

Johannes
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Danke Johannes für dein Feedback. Eigentlich wäre es immer noch möglich, die ganze Welt zu bereisen insofern sich am Aufenthaltsort ein Dialysezentrum befindet. Aber nun sind wir nicht mehr ganz so mutig oder übermütig um es auszuprobieren. Felix muss 3x pro Woche an die Dialyse.
Also ein ungeplanter Zwischenfall wie New York könnte dann schon als Notfall ausarten. So bleiben wir in Europa, wo die Wegstrecken doch noch gut in einem Tag zu bewältigen sind. 
Zur Zeit dialysieren wir bei uns zu Hause. Eine Sitzung dauert 4 Stunden, dazu kommt dann noch die Desinfektion des Dialysegerätes. Also dauert das Ganze so gute 5-6 Stunden. Klappt aber wunderbar und wir sind so ein bisschen flexibler. Können selbst entscheiden, ob morgens oder abends und zB. dazu Fernsehen. 
Herzlichst, Silvia
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Liebe Tulipe,
für die vielen grossartigen und nicht immer komplikationsfreien Unternehmungen, die Du zusammen mit Felix auf die Beine resp. auf die Rollen gestellt hast, hättest Du Dir längst einen Oscar verdient. Jetzt kommt neuerdings noch das Thema "Dialyse" hinzu. Auch dafür habt Ihr mit der Heimdialyse bereits wieder eine optimale Lösung gefunden, die euch beide flexibler macht und mehr Freiheit schenkt. - Bei alledem ist Dein Humor nicht auf der Strecke geblieben! Wie Du das alles geschafft hast?  Wen i das gwüsst hät ka... wäre auch ich früher nach Costa Rica gereist. Eine Weltenbummlerin beantwortete meine Frage: "Wenn Du nur noch ein Land ein zweites Mal besuchen könntest, welches wäre dies?", ganz spontan mit: "Costa Rica wegen der einzigartigen Flora und Fauna!" Interessanterweise stand dieses Land längst zuoberst auf meiner Wunschliste. Prospekte lagen überall herum, eine Reisepartnerin war gefunden. Dann ereilte mich schicksalhaft der Aortariss mit allen Konsequenzen. Drei Jahre sind seither vergangen. Ja, das Leben ist Scheisse, aber es geht weiter... Jetzt konzentriere ich mich eher auf die kleinen Inseln, die meinen Alltag verschönern ;-)
Mit herzlichen Grüssen
cucusita
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Ciao Silvia
Danke für die beiden schönen Reiseberichte. New York erinnert mich an eine der ersten verpassten Anschlussflüge die wir hatten. Auch wir machten spontan eine kleine Stadtrundfahrt - allerdings ohne Pyjama! Leider könnt ihr jetzt nicht mehr so weit reisen, aber auch in Europa gibt es viele Plätze, die eine Reise wert sind. Auch wir haben uns - ohne gesundheitlichen Grund - vermehrt auf Nahziele eingerichtet. Das Fliegen und alles drumherum war früher schöner. War es das gute Essen, der gute Wein oder das schöne Wetter, das euch nach Südfrankreich gebracht hat?
Liebe Grüsse Rolf 
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Lieber Rolf
Es freut mich, dass ich mit meiner Erzählung ein paar Erinnerungen wecken konnte. Also wegen dem Essen wären wir wohl besser nach Italien ausgewandert. Man isst zwar gut hier, aber man muss wissen wo. Mir scheint in Italien kann man in jedes Restaurant und kommt immer glücklich und zufrieden wieder raus. Ich liebe die italiensiche Küche und auch den italienischen Wein. Nein, wir sind wegen dem Klima ausgewandert. Irgendwie hatten wir die verregneten Sommer und die nasskalten Winter satt. Als wir mal wieder bei Freunden in den Ferien in Sommières waren, stellten wir fest, hier lässt es sich gut leben. Wie vorherbestimmt fanden wir ein komplett rollstuhlgängiges Haus. Innerhalb 4 Monaten waren wir umgezogen. Irgendwann, schreibe ich dann auch noch ein bisschen darüber. 
PS. Unser Hausrotschwanz ist abgezogen und hat meine Fledermaus Agathe mitgenommen. Sniff. Hätte nie gedacht, dass ich ihn vermissen würde.
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Liebe cucusita
Danke für deinen Oskar, wer weiss vielleicht vergibt Johannes auch bald Oskars :manwink: Ja manchmal frage ich mich auch, wie ich dies immer wieder schaffe. Und es gibt auch Momente der Tiefs, wo mein Lachen sich in Tränen verwandelt. Glücklicherweise, kann ich mich selbst immer wieder da rausholen. So schade für dich, dass du Costa Rica nicht bereisen konntest. Ich war in der Tat 11x dort. Habe versucht herauszufinden, was dir fehlt. Ich bin medizinisch nicht sehr bewandert und weiss nicht, ob der Aortariss folge deiner Parapegie oder die Paraplegie folge des Aortarisses ist. Oder bist du gar nicht Paraplegikerin? Ganz schön gwunderig gell? Wenn du dies nicht öffentlich machen möchtest, kannst du mir auch via Privatnachricht antworten. Wünsche einen schönen Sunntig, Silvia
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Hallo Silva 
super tolle Geschichte.! Ist immer wieder ein vergnügen.! Ich war auch mal in New York 2006 allerdings damals ohne querschnlämung, und möchte versuche eines Tages wieder zu gehen. 
Lieber Gruss euch 2 hoffe bis bald 
Francesco 
Johannes
Community Manager
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Liebe cucusita

Vielen Dank für Deine Anregung, Silvia einen Oscar zu verleihen! Wir finden auch, den hat sie absolut verdient :smileyhappy:

Deshalb würden wir uns gerne anschliessen und Silvia einen Oscar geben :smileywink: Hier ist er:



... und Silvia, nimmst Du ihn an? :smileywink:

Liebe Grüsse

Johannes
Anhänge
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Liebe Tulipe,
Das kleine blaue Männlein, namens Oscar, steht immer noch einsam da. Es sucht dringend eine liebevolle Adoptivmutter ;-) Möchtest Du diese sein?
Herzlich grüsst Dich
cucusita
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Liebe Silvia,
ganz lieben Dank für Deine Reiseberichte. Ich freue mich einfach, das zu lesen - es ist toll, wie Ihr das zusammen stemmt, mit viel Kreativität und Humor!
Da wacht die Reisesehnsucht in mir auf... :) Toll, dass Ihr so viel gesehen und erlebt habt! Seit es bei mir gesundheitlich abwärts ging, habe ich nur noch kleinere Reisen gemacht. Aber die Berichte machen Lust, es doch mal wieder zu probieren. Auch, wenn die Umstände sich ändern und manches komplizierter wird, bleibt man halt doch im Herzen, wer man ist. Einmal Abenteurer, immer Abenteurer... :)
Liebe Grüße,
odyssita
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Hallo ihr Lieben
Ihr seid ja so süss, mir einen Oskar zu verleihen. Ich war mal nominiert für einen Fairy Award, dieser hat mir aber Ruth Metzler vor der Nase weggeschnappt:smileyhappy: Na ja, sie war ja auch etwas berühmter als ich:smileywink: Ich bin zur Zeit mit Felix im Allgäu in den Ferien und wir verdienen uns grad gemeinsam unseren Zweiten Oskar :smileylol: Nun da Felix heute Dialyse-, Toiletten- und Duschtag hat, nehme ich mir rasch ein bisschen Zeit. Viel habe ich nicht, denn es ruft schon wieder im Hintergrund. Sehr gerne nehme ich den Oskar an, herzlichen Dank dafür. Fühle mich sehr geschmeichelt. Also melde mich nachher nochmals. Herzliche Grüsse, Silvia
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Liebe Silvia
So einen tollen Reisebericht habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Was Ihr trotz Einschränkungen aus einem ungeplanten Aufenthalt in New York gemacht habt, nötigt mir allen Respekt ab. Eure Mitbetroffenen haben wohl die ganze Zeit durchgeflucht, bis es wieder weiterging. Als durchgeplantem Menschen dauert es bei mir immer etwas länger, bis ich mich mit einem ungeplanten Schicksal abfinde und - wie du - das Beste daraus mache. Ich selber bin extrem viel in der Welt umhergereist, aber jetzt, wo ich älter werde, entdecke und freue ich mich immer mehr an näheren Zielen in Europa oder in der Schweiz. Wenn man mit einem kleinen Flugzeug über die Schweiz fliegt, dann denkt man, man sei noch überhaupt nirgends gewesen und möchte überall gleich landen und die Gegend aus der Nähe erkunden.
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