1. DP Frischling
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  3. Mittwoch, 23. Februar 2022

Guten Tag

Ich habe eine Frage zur inkompletten Paraplegie ASIA D. 

Ich bin 23 Jahre alt und hatte mit 18 Jahren einen schweren Unfall. Der L3 wurde entfernt und durch ein Cage ersetzt. Der linke Hauptnerv wurde durchtrennt, demnach spüte ich mein linkes Bein nicht mehr, jedoch kann ich laufen. Bei längeren Gehdistanzen wird mein Bein schwach und ich kann nicht rennen. Des weiteren habe ich Nervenschmerzen und Zuckungen im Bein, sowie Rückenschmerzen welche ich aber ertragen kann. Vor dem Unfall war ich sportlich sehr aktiv und viel unterwegs, dies ist heute nicht mehr möglich. Mein grösstes Problem ist die Körperliche Erschöpfung, diese betrifft aber nicht meine geistige Motivation. Ich habe einen sehr starken Willen und bin psychisch stabil, sowie geistig motiviert, jedoch bremst mich mein Körper mit der Erschöpfung/fehlender Energie aus. Normale alltägliche Aufgaben sind plötzlich nicht mehr normal und einfach. Aus diesem Grund arbeite ich auch nur 50% jeden Tag am Vormittag, damit ich durch den Tag komme.

Meine Frage ist, kennen Sie dieses Symptom von Erschöpfung bei der Inkompletten Paraplegie? Was könnte hierfür die Körperliche Ursache sein, da der Psychische Aspekt offensichtlich wegfällt? Manchmal frage ich mich, ob ich mit meinem Problem alleine bin.

Vielen Dank & beste Grüsse

odyssita Star
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Hallo DP,

willkommen im Forum! Ich bin selber Patientin und schaffe es nicht mehr so oft hier ins Forum, will aber nur schnell sagen: Du bist nicht alleine! Mir geht es ähnlich, und mich interessiert das Thema auch sehr. Insofern bin ich sehr, sehr gespannt auf die Antwort! 

Viele Grüße,

odyssita

  1. vor über einem Monat
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  3. # 1 1
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Hallo DP 

Als alles erstes auch von mir herzlich willkommen in der Community schön das du den Weg auch gefunden hast. 

Wie auch Odiyssita geschrieben hat, bist du in der Tat nicht alleine, dies. Ich nur im Aspekt diene Beschwerden, sonder auch weil wir hier eine tolle community Familie sind, und versuchen immer unseres bestes zu geben damit alle ein Trost, ein Rat eine Empfehlung oder hallt Zusammensein. 

In Bezug deine Beschwerde kann ich dir selbst folgendes sagen, bevor ich komplett querschnittsgelähmt wurde seit dem 2015, war ich zuvor 16 Jahre lang teil halb gelähmt betroffen vor allem dem linken Bein, dies noch eine Hirnblutung und ein Hirntumor Operation. Also glaube mir wenn ich dir sage ich weiss von was du sprichst und was Der Leid mit sich trägt. Soweit ich persönlich auch sagen kann, ist solche Erschöpfung meist zurückzuführen bei Nervenschädigung ob es komplett oder in komplett leicht oder schwer, musst du bedenken dass von nun an dein Körper eine Läsion  trägt, Da unser Körper drauf bezogen ist auf ungewöhnliche Reaktionen oder konkret Verletzungen und Krankheiten, will es stets versuchen selbständig zu reparieren, dies zunächst verursacht eine Menge Energie das wiederum zu Erschöpfung fühlt, dennoch kann es auch sein durch das du nicht spürst dass er irgendwie sei's Entzündung oder Muskelspannung zu Stande kommt auch einer der Symptome die dies verursachen. 
aber eins ist sicher du hast den richtigen Ort gewählt, und bin gespannt was unser Leben Doktor online berichten kann, bitte beachte aber unsere online Doktor sind auch in der Tat nur Menschen die auch sehr viel beschäftigt sind in Schweizer Paraplegiker  Zentrum, heisst das es möglich ist du musst dich ein paar Tage gedulden. 

Wenn du dich hier im Forum rum gucken magst findest du auch  zahlreichen Tipps. 

ich bin gespannt wie es weitergeht bei dir, und würde mich sehr freuen wenn du uns alle auf den Stand hältst, und  selbstverständlich immer wieder etwas von dir hören/lesen lässt. 

ich wünsche dir eine schönen Tag 

Herzlich

Francesco 

  1. vor über einem Monat
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  3. # 1 2
Dr. HAM
Dr. Online
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Hoi, DP,

Sie sind sicher nicht allein mit diesen Beschwerden. Der Unfall liegt nun schon fünf Jahre zurück, und dieser Zeit hat sich der Körper beim Gehen mit der doch eingeschränkten Beinfunktion irgendwie arrangiert, damit Gehen möglich ist und bleibt. Das betroffene Bein ermüdet aber schneller, möglicherweise weil nach der Schädigung der die Muskeln versorgenden Nerven keine "normale" Muskelkraft (KG5/5) mehr besteht. Das "gesunde" Bein muss dann kompensieren, damit die Gehfunktion erhalten bleibt. Zudem betrifft Gehen immer die Funktion beider Beine und auch der Arme, z. B. zum Pendeln für das Gleichgewicht oder um einen Rollator zu bedienen. Die "Zuckungen" könnten sog. Spasmen sein, also kurze Tonuserhöhungen. Diese erschweren die Funktion der Beinmuskulatur zusätzlich, sodass für das Gehen die Muskeln mehr Energie aufbringen müssen. Die "Zuckungen" können aber auch Zeichen einer Muskelüberlastung sein, wie das jeder Fussgänger bei ungewohnt starker und/oder längerer Muskelaktivität kennt. Insgesamt ermüdet der Körper durch diese Mehrarbeit schneller, und möglicherweise leidet mit dieser Ermüdung auch die Gangsicherheit (Vorsicht Sturzgefahr!). Ein in der Behandlung Querschnittgelähmter erfahrener Physiotherapeut kann sicher weiterhelfen und das Problem mit Ihnen analysieren. Andererseits sollte auch der Rat eine ärztlichen Spezialisten für Querschnittgelähmte eingeholt werden, da z. B. auch das Thema Spastik im Raum stehen könnte, welches einer gezielten Behandlung bedürfte.

Ich hoffe mit dieser kurzen Antwort weiterhelfen zu können. Alles Gute, Doc HAM

  1. vor über einem Monat
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  3. # 1 3
Salieri Angesehener Autor
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Hallo,

ich möchte auch noch kurz meinen Senf dazugeben: Bei mir liegt der Fall ähnlich, ich habe ein schwaches gelähmtes rechtes und starkes fast gesundes linkes Bein bei einer Rückenmarksläsion TH 6.

Ich konnte meinen Job fast 10 Jahre lang uneingeschränkt als Lehrer ausüben und hatte und habe keine nennenswerten Ermüdungs- bzw. Erschöpfungserscheinungen. Allerdings nur so lange, wie ich nicht laufen muss. Kurze Wege stecke ich ganz gut weg, aber schon Wegstrecken > 100 - 200 m machen mich ganz schön fertig. Das Laufen geschieht bei mir natürlich nur in krasser Fehlstellung, die sehr viel Kraft kostet und obendrein, wie oben beschrieben, größtenteils durch das "gesunde" Bein geleistet wird.

Abends bin ich regelmäßig ziemlich am Ende und habe regelmäßig Mühe, den Weg ins Bett zu schaffen. Dieses regelmäßig auch an Tagen, an denen ich kaum viel gelaufen bin, sondern "einfach so".

Krafttrainung usw., aber auch jahrelange Physiotherapie haben daran so gut wie nichts ändern können, aber ich bin diesbezüglich ausnahmsweise hier immer noch sehr fleißig, allein schon deshalb, um das Wenige was ich habe, zu erhalten.

Von Spastik werde ich nicht so sehr gequält (Versteifung beider Beine mit zunehmender Wegstrecke), dafür aber von den beschriebenen Zuckungen (die wohl auch eine Art Spastik sind). Hierzu habe ich aber bereits hier im Forum schon eine ganze Menge beschrieben.

Ich bin jetzt nicht sicher, ob ich mit meinem Beitrag weiterhelfen konnte. Ich denke, dass die beschriebenen Erschöpfungszustände möglicherweise noch auf eine weitere Ursache zurückgeführt werden müssen.

Alles Gute, Salieri

  1. vor über einem Monat
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