1. Rita Angesehenes Mitglied
  2. Frag den Doktor
  3. Samstag, 23. Februar 2019
Hallo
Ich komme gerade von einem Krankenhausaufenthalt wegen starker Nervenschmerzen im Bein bei inkompl. Querschnitt nach L1 Fraktur. Ich habe öfter Nervenschmerzen und immer wieder wird mir Lyrika bzw. Pregabalin als Dauermedikation empfohlen. Ich würde aber nur gerne ein oder mehrere Mittel für den akut Fall haben. Jetzt habe ich die gleichen starken Schmerzen (wie Messerstiche) im anderen Bein. Habe bereits Pregabalin 150 mg genommen und war im Krankenhaus seit einer Woche auf morgens und abends 50 mg eingestellt. (dachte mir schon dass es viel zu wenig ist). Wie hoch kann ich denn in der täglichen Dosierung im Akutfall gehen? Habe vom Hausarzt Oxycodon-HCI  AL 10 mg verschrieben bekommen. Hilft Morphium überhaupt bei Nervenschmerzen? Vielleicht auch in der Kombination mit Pregabalin?
Wäre super wenn Sie mir da weiterhelfen könnten
LIebe Grüße
ANKS
Dr. Online
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Liebe Rita

herzlichen Dank für Deine Anfrage. Nervenschmerzen bei Querschnittlähmung sind ein bekanntes und manchmal nicht ganz so einfach zu behandelndes Problem. Man sollte es sicherlich auch im Sinne Ihrer Lebensqualität ernst nehmen und einen Weg finden, um Ihnen sicher mittelfristig zu helfen.

Für einen umfangreichen Überblick kann ich auf die Leitlinie der Deutschsprachigen Gesellschaft für Paraplegiologie, der DMGP verweisen, die gerade aktuell veröffentlicht wurde. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/179-006.html Natürlich ist diese lang, aber wirklich gut zusammen gefasst und vielleicht können Sie gezielt Antworten auf Ihre Fragen und Ideen für das weitere Vorgehen finden.

Pregabalin ist das Mittel der ersten Wahl. Es kann bis maximal 600mg langsam gesteigert werden, sollte aber sicherlich zusammen in ärztlicher Begleitung und wirklich langsam angepasst werden. Morphine helfen manchmal, auf die Dauer aber häufig nicht und haben verschiedene Nebenwirkungen, manchmal sogar eine Schmerzverstärkung, so dass dies vielleicht kurzfristig hilft, aber auf die Dauer eher nicht zu empfehlen ist.

Im Hinblick auf eine Schmerzreduktion sollten und könnten Sie auch nicht medikamentöse Therapien ergänzend einsetzen, die Sie auch mit einem Spezialisten besprechen könnten. Hier möchte ich zumindest die gute Wirksamkeit von "positiver Psychologie" oder auch nicht verbalen Körperorientierten Therapieverfahren erwähnen. Diese würden Sie dann angepasst auf Ihre besondere Situation auswählen und evaluieren.

In jedem Fall brauchen Sie viel Geduld und irgendwie auch Hoffnung, dass es sicherlich besser werde.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft

Melden Sie sich, wenn Sie spezielle Fragen haben, dann versuche ich Ihnen gerne zu antworten.

herzlichst ANKS
  1. vor über einem Monat
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  3. # 1 1
Rita Angesehenes Mitglied
Akzeptierte Antwort Pending Moderation
Hallo und guten Morgen,
vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Ich werde mich schlau machen und wenn ich noch Fragen habe, mich wieder an Dich wenden.
Ich wünsche dir einen schönen Tag und herzliche Grüße
Rita
  1. vor über einem Monat
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  3. # 1 2
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