1. odyssita Star
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  3. Donnerstag, 07. März 2019
Liebe Dr. @ANKS ,
Bei mir ist ja das obere Rückenmark/Hirnstamm aufgrund einer kraniozervikalen Instabilität (nicht operativ versteift) mild inkomplett betroffen.
In den letzten Monaten beobachte ich eine Änderung in meinem Muskeltonus. Vermehrt kommt es vor, dass sich eine Spannung in meinen Beinen und z.T. auch den Armen aufbaut, z.B. wenn ich einige hundert Meter gehe. Heute musste ich etwas schneller gehen als normal, um die Bahn zu erreichen - dies ist nun schon einige Stunden her, aber den erhöhten Muskeltonus in den Beinen und auch den Armen (irritierend bei der Handkoordination, z.B. dem Schreiben) nehme ich immer noch wahr. Die Spannung in den Beinen hat auch Einfluss auf meinen Schlaf; das Einschlafen fällt an solchen Tagen aufgrund der damit verbundenen Schmerzen schwer.
An ganz schlechten Tagen habe ich auch kloniforme Bewegungsstörungen; dies ist allerdings zum Glück eher selten.
Nun nehme ich bislang keine Medikamente bezüglich des Muskeltonus und nur bei sehr starken Schmerzen (bei Subluxationen der Halswirbel mit ausstrahlenden Schmerzen) im Akutfall Schmerzmittel.
Gäbe es denn medikamentöse Ansätze, die überlegenswert wären? Allerdings sind meine Gelenke aufgrund des hypermobilen Ehlers-Danlos Syndroms ja auch auf eine muskuläre Stabilisierung angewiesen; den Muskeltonus herunterzusetzen, könnte also problematisch sein. Gibt es Medikamente, die den Muskeltonus eher harmonisieren als ihn herabzusetzen?
Für einen Rat wäre ich dankbar.
Beste Grüße,
odyssita
ANKS
Dr. Online
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Liebe Odyssita

Der Muskeltonus ist tatsächlich sehr empfindlich auf Stress und Anstrengung. Insofern höre ich häufig solche Beobachtungen auch von anderen Menschen. Wenn sich der Muskeltonus anhaltend verändert, dann ist es immer wichtig nachzuschauen, ob es auch strukturelle Veränderungen z.B. in der Wirbelsäule gibt oder andere körperliche Gründe im Hintergrund verantwortlich sind.

Wenn es Dir eher um eine Tonusregulation geht und die klassischen Medikamente wie Lioresal nicht Deinen Wünschen entsprechen, gäbe es auch unterschiedliche Medikamente aus dem alternativen Behandlungshintergrund. Natürlich wären diese eher aus einem persönlichen Kontakt heraus zu empfehlen. Lavendel oder Orangenblütentee könnten vielleicht helfen. Manche Patienten nehmen auch Hanftee für eine Tonusmodulation. Aus dem anthroposophischen Formenkreis gäbe es auch eine Möglichkeit Bryophyllum comp. zu nehmen. Homöopathische Behandlung hat sich diesbezüglich auch im Einzelfall bewährt. Die Wirkungen all dieser Medikamente ist langsamer und vorsichtiger und eben individuell sehr untercshiedlich.

Vielleicht habe ich dir mit diesen Anregungen zunächst geholfen. Es gäbe noch viele andere Ansätze und ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg

herzliche Grüsse ANKS
  1. vor über einem Monat
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  3. # 1 1
odyssita Star
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Liebe Dr. @ANKS ,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja, Muskelüberanstrengung (langsame Bewegung über eine zu lange Zeit bzw. zu schnelle Bewegungen über kurze Zeit) nehme ich als Auslöser wahr. Stress habe ich dagegen bislang nicht als Auslöser erlebt.
Hanftee und Lavendelblüten habe ich im Haus; das kann ich mal probieren. Danke für den Tipp! Orangenblüten klingen lecker; mal schauen, ob ich mir das bestellen kann. Sativex hat übrigens heute eine gewisse Besserung gebracht - ich bin damit allerdings sehr sparsam, da zwar all meine Ärzte eine Weiterverordnung befürworten, aber leider niemand den Verwaltungsaufwand, den dies mit sich bringen würde, leisten kann.
Anthroposophischen/homöopathischen Behandlungsansätzen stehe ich an und für sich nicht so nahe. Bei Versuchen in der Vergangenheit habe ich jeweils keinen Effekt für mich gemerkt, und das ist ja auch recht teuer.
Mit Lioresal habe ich bislang keine Erfahrung. Tetrazepam und Orthoton hatte ich früher, bevor die Instabilität so ausgeprägt wurde, versucht. Damals war meine Nackenmuskulatur oft extrem verspannt mit Myogelosen, aber das war eine ganz andere Art von Muskelanspannung. Tetrazepam hatte ich damals nur in ganz kleinen Mengen über kurze Zeit versucht, weil Benzodiazepine ja nicht ohne sind... Inzwischen habe ich keine Myogelosen und derart verkrampfte Nackenmuskulatur mehr, dafür ist die Instabilität stark ausgeprägt, ich habe Ausfallerscheinungen und diese ziehende Spannung, die sich in den Muskeln aufbaut. Wenn ich die Wahl hätte, hätte ich die Verspannungen von früher gerne zurück und wäre dafür die Ausfallerscheinungen los...
Vielleicht sollte ich muskelentspannenden Medikamente am besten auch nur bei Bedarf einnehmen, z.B. erst vor dem zu Bett gehen. Schwierig. Das Problem bei mir ist wirklich, dass doch viele Gelenke hypermobil bzw. auch quer zur Bewegungsachse instabil sind und ich vermutlich deswegen ein Problem bekommen würde, wenn mein Muskeltonus zu sehr heruntergesetzt wäre. Den Orthopäden, der sich heute meine Hüfte angeschaut hat, habe ich zumindest ordentlich ins Staunen versetzt, wie hypermobil das alles ist...
Danke noch mal!
Viele Grüße,
odyssita
  1. vor über einem Monat
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