Die Online-Community für Menschen mit Querschnittlähmung, ihre Angehörigen und Freunde
abbrechen

#ThingsDisabledPeopleKnow

Highlighted
Experte

#ThingsDisabledPeopleKnow

Hallo miteinander,

vielleicht ist das für den ein oder anderen interessant:

Auf Twitter haben in den letzten Tagen Menschen mit verschiedenen Behinderungen über ihre Erfahrungen geschrieben. Es ist sehr interessant, das zu lesen (größtenteils englisch). Ich habe mich bei vielem wiedererkannt und viel Neues gelernt.

https://twitter.com/search?src=typd&q=%23ThingsDisabledPeopleKnow

Viele Grüße,

odyssita

16 ANTWORTEN 16
Experte

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Hallo,

inzwischen gibt es einen deutschsprachigen Artikel, der ein paar der Tweets aufgreift und übersetzt:

Artikel auf stern.de

Ich habe mich in vielen der Dinge, die geschrieben wurden, wiedererkannt. Es tut gut, zu merken, dass es vielen anderen genau so geht wie einem selber.

Viele Grüße,

odyssita

Weiser Autor

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Liebe Odyssita

Wie schön, dass Du wieder schreiben magst ;-)

Leider lassen meine Englischkenntnisse zu wünschen übrig. Danke für den Hinweis auf diesen spannenden Link mit deutscher Uebersetzung. Hinter den meisten Aussagen kann ich voll und ganz stehen: Ich bin eine Frau mit Behinderung, nicht nur eine Behinderte. Die sichtbare Behinderung gehört zwar zu mir, aber ich bestehe nicht nur aus ihr!!! Das finde ich zutreffend, realistisch, ohne Beschönigung. - Berührt haben mich besonders die diskriminierenden Aussagen Nichtbehinderter bei der Begegnung mit nicht sichtbar Behinderten. Da hast Du sicher auch einige negative Erfahrungen gemacht.

Einen stimmigen Abend wünscht

cucusita

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Liebe Odyssita 

Danke für den spannenden Artikel. Ja im Effekt wie die meisten schon wissen, seit mein Hirntumor und Blutung im Jahr 1999, Blieb ich Halbseitig teil Gelähmt, Der Linke Bein total, ich konnte nur mit spezielles Bein Robot Schienen Laufen, Da aber lange strecken nicht möglich waren, hatte ich ja auch ein Behinderten Park Ausweis, Nun da ich Jung war und sehr athletisch aussah, wurde ich fast jedes mal praktisch im 95% der Fälle, sobald ich eine behinderten Parkplatz parkierte, immer Sau schräg und dumm Angeguckt und dessen Öfter blöd angemacht und gar beschinfft, Dies war immer  im Winter mit Langen Hosen... Sobald es Sommer war und ich kurze Hose trug, hat man auch deutlich gesehen das ich eben ein Gäret trage, somit wurde  nie Kommentare oder angemacht... Jetzt seit 2015, das ich zusätzlich Querschnittgählemnt bin und eben nur mobil mit Rollstuhl, da kommen meisten die Leute und fragen ob ich Hilfe brauche.. 

Ich denke das der Visuelle Effekt in den Menschen oder in den Meisten Menschen stark geprägt sind.! Die meisten schiessen einfach los, bevor Sie den Hirn einschalten.. Das ist traurig aber all täglich und überall... 

Liebe grüsse Francesco 

Community-Manager

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Hallo zusammen

Vielen Dank odyssita für den Hinweis auf diesen Hashtag. Ich fand viele der Tweets interessant und einleuchtend. Einer hat mich besonders stutzig gemacht:

„Wenn du ,anders befähigt‘ oder ,spezielle Bedürfnisse‘ oder ,inspirierend‘ sagst, meinst du eigentlich damit ,Ich vermeide das B-Wort. Ich finde, Behinderung ist ein Schimpfwort.‘“

Stern.de empfiehlt direkt unter dem Tweet den Artikel „Ungenaue Sprache hilft niemandem“ des Aktivists Raul Krauthausen. Der bestätigt die obige Haltung des Twitter-Users:

„Ich selbst habe es zum Beispiel immer komisch gefunden, wenn andere meine Behinderung als ,Handicap‘, ,Herausforderung‘ oder ,anders befähigt‘ bezeichnen oder mich als Menschen mit ,speziellen Bedürfnissen‘ beschreiben.“

Als Begründung führt er an:

„Jeder Mensch hat etwas Spezielles an sich: Diese Aussage ist wiederum so allgemein, dass sie nichtssagend ist. Und sie lenkt ab; ich habe eine Behinderung, das ist zwar eine Herausforderung, aber nicht nur und nicht immer. Sie ist auch kein Handicap, denn ich spiele weder Golf noch dauert meine Behinderung nur ein, zwei Wochen. Auch sehe ich durchaus Befähigungen bei mir, aber nicht unbedingt gespiegelt durch meine Behinderung.“

Und damit scheint er nicht allein:

„Ich kenne übrigens gar keine anderen Menschen mit Behinderung, die sich wünschen, mit den obigen Attributen bedacht zu werden. Es ist seltsam, dass Menschen ohne Behinderung uns erzählen, wie wir Menschen mit Behinderung zu benennen sind. Eigentlich sollten sie auf uns hören, nicht umgekehrt.“

Das hat mich überrascht. Denn als Nicht-Behinderter bin ich davon ausgegangen, dass wir diese – für mich eher seltsam klingenden – Begriffe verwenden sollen, weil sie dem aktuellen Stand der Political Correctness entsprechen, der von engagierten Behindertenverbänden im gesellschaftlichen Diskurs durchgesetzt wurde. Doch das ist offenbar gar nicht der Fall: Glaubt man den obigen Aussagen, haben sich Menschen ohne Behinderung diese Begriffe ausgedacht und den Leuten, die sich so bezeichnen lassen müssen, gegen deren Willen übergestülpt. Das fände ich ja einen Skandal! Wenn sich die Betroffenen einig sind, dass diese Begriffe Quatsch sind, warum gibt das dann keinen Aufschrei von Behindertenorganisationen?

Was haltet Ihr von diesen Begriffen? Welche Bezeichnung findet Ihr am besten?

Liebe Grüsse

Johannes

Experte

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Hallo miteinander,

ja, ich habe auch so meine Erfahrungen gemacht. Viele gut gemeinte, aber für mich ungeeignete Tipps, bei denen die Leute, von denen die Tipps kamen, verstimmt waren, wenn ich versucht habe, zu erklären, warum die Tipps für mich nicht geeignet sind (und mir unterstellt haben, dann sei ich auch selber schuld, wenn es nicht besser wird). Misstrauen und Unglauben (da fragt man sich: wieso sollte ich jetzt plötzlich unglaubwürdig sein, nur weil ich körperliche Probleme habe?). Und die Fraktion, die meint, man könne sich ganz einfach gesund denken/durch Ernährung heilen,... (und nicht gesund zu sein sei daher persönliches Versagen).

Das geht schon an die Substanz, weil einem dabei quasi moralische Defizite unterstellt werden.

Liebe Grüße,

odyssita

Experte

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Hallo Johannes,

ha, da haben wir gleichzeitig geschrieben. Smiley (fröhlich)

Ein bisschen haben wir das Thema ja schon in dem anderen Thread angeschnitten.

Mir geht es ebenso. Als ich selber nicht betroffen war, dachte ich, na gut, dann muss man sich den sperrigen Begriffen halt stellen. Seit ich selber betroffen bin, finde ich Begriffe, die um den heissen Brei herumtanzen und eigentlich Betroffenen damit die Behinderung fast aberkennen, problematisch.

Es gibt ja das medizinische Modell von Behinderung und das soziale Modell von Behinderung. Das medizinische Modell konzentriert sich auf die körperlichen Einschränkungen, das soziale Modell auf die mangelnde Barrierefreiheit ("man ist nicht behindert, man wird behindert"). Aus meiner Sicht ist ehrlich gesagt jedes Modell von Krankheit und Behinderung problematisch, das den "bio"-Faktor weglässt und auf psychosoziale Aspekte reduziert (ebenso beim biopsychosozialen Modell in der Medizin, wo auch so viel Wert auf psychosoziale Aspekte gelegt wird, dass die biologischen Aspekte dabei teilweise vernachlässigt werden).

Meine gesundheitlichen Probleme bestehen, unabhängig davon, ob es Barrierefreiheit gibt oder nicht. Sie lassen sich auch nicht mit Maßnahmen der Barrierefreiheit ausgleichen. Ich habe nun einmal oft Beschwerden, die mich ans Bett binden - das hat nichts damit zu tun, wie barrierefrei die Gesellschaft ist. Wenn ich Schmerzen habe und auf Schlaf hoffe, damit die Schmerzen weniger quälend sind, würde es mir auch nichts helfen, wenn man mich im Bett durch die Gegend fahren würde, damit ich am Leben in der Gesellschaft teilhaben kann. Und wenn ich im Sommer wegen meiner Hitzeintoleranz tagsüber kaum vor die Tür kann, hat das auch nichts mit gesellschaftlichen Barrieren zu tun. Das heisst nicht, dass Barrierefreiheit nicht ein wichtiges Ziel ist - aber wenn man das Thema nur auf Barrierefreiheit reduziert, fallen dabei wichtige Aspekte unter den Tisch.

Ich musste lange darum kämpfen, dass meine Behinderung gesehen und anerkannt wird, und habe darunter gelitten, dass medizinische Ursachen für meine Beschwerden vernachlässigt wurden. Für mich gilt ganz klar: Die Behinderung ist Teil meiner Identität. Wenn man die körperlichen Einschränkungen ignoriert, wird man mir nicht gerecht.

Ich sehe auch die Gefahr, dass dann, wenn man medizinische Aspekte beiseite schiebt und sich auf psychosoziale Aspekte als Ursache konzentriert, die Schuldfrage ins Spiel kommt. Die Gesellschaft ist schuld, der Betroffene ist schuld,... Die Schuldfrage hat aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang aber nichts zu suchen, hilft niemandem und ist kontraproduktiv.

Zur Frage, woher dann diese sperrigen Begriffe kommen: Ich weiss es nicht, aber das ist eine interessante Frage. Ich würde mal die "Disability Studies" vermuten - und da wäre die nächste interessante Frage, inwiefern in diesem Kontext tatsächlich Betroffene zu Wort kommen, oder ob schwerpunktmässig über sie geredet und Theorien entwickelt werden. Zweiteres ist immer problematisch. "Nichts über uns ohne uns" ist ein wichtiger Satz, den ich auch erstmals von Raul gehört habe.

Warum fehlt der Aufschrei?

Vielleicht liegt es daran, dass Betroffene erst beginnen, sich - über die Grenzen einzelner Behinderungen hinweg - darüber auszutauschen. Da spielen die Möglichkeiten des Internets, sich auch dann auszutauschen, wenn man nicht mobil ist und einander zu finden eine wichtige Rolle. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Betroffenenverbände alle Hände voll zu tun haben mit anderen Themen - politische Entwicklungen, Rechtsberatung, die einzelnen Krankheitsbilder bekannter machen, Ärzte fürs Thema gewinnen und vernetzen,... und eben auch nur begrenzte Zeit und Kraft da ist, etwas zu tun. Hierarchische Strukturen spielen bei der Entscheidungsfindung, welche Themen von den Verbänden aufgegriffen werden, sicherlich auch eine Rolle.

Ein Skandal - ja, es ist ein Skandal, wenn "nichts über uns ohne uns" nicht umgesetzt wird. Leider ist es ganz oft Realität. Und um ehrlich zu sein: Wenn man sich die Tweets durchliest und auch hier im Forum zuhört, dann gibt es noch viel gravierendere Skandale als die Frage der Sprache - nämlich, dass Betroffenen oft nicht geglaubt wird, mit teilweise gravierenden Folgen. Das ist leider nicht die Ausnahme, sondern je nach Symptomkonstellation eher die Regel, und das hat systemische, aufdeckbare Gründe. Das ist aus meiner Sicht etwas, was einen Aufschrei verdient.

Liebe Grüße,

odyssita

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Hallo Lieber Johannes und Zusammen 

Ich muss sagen, ich gebe dir 1 zu 1 Recht, und stimme voll zu, in der Vergangenheit hatten wir eine kleine Diskussion über das Behinderten Wort, und ich als direkter betroffen, bin immer noch überzeugt, das im diesem Fall Italien ein Vorbild ist ( Auch wenn ich dies Wort fast nicht mag..) Weil in Italien nicht nur das sie das Wort Behindert und Behinderten Mensch seit Jahren verbannen haben, sie haben es sogar im Strafrecht Gesetz geschrieben, das niemand zu ein Behinderten Mensch Behindert sagen darf, dis ist mit Hohen Bussen und gar Gefängnis  zu belehren.. Sie müssen und dürfen Statt das Wort Behindert, einfach Anders Begabt sagen. Wer dies nicht tut oder das B Wort sagt darf Bestraft werden.. Sowas wäre doch auch denk machbar hier und noch wo anders. 

Ach Liebe Johannes, die Meisten zu genannten Behindert Organisationen, sind er Geführt von Mensch die keine Behinderung tragen, und er auf Politik und Spenden fixiert, das sie meisten das wirkliche Ziel vor Augen vergessen, ( #die Behindert Organisation Biel die sich gegen den Aufhebung der Behinderten Parkplatz von 3h wert..... ) 

Lieber Gruss Francesco 

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Ach Liebe Odyssita 

Wenn du wusstest, wie viel und wie oft, mir Menschen sogar Verwanden mich voll Quatschen ( Ja sage voll quatschen dem an ende ist es so..) Und meinen Ich könnet durch spezielle  Ernährung gesünder werden, oder Gar mit Chinesen meine Schmerzen Lindern und Gar meine Krankheit Heilen.. Auch ich habe sie vor Jahre nicht mehr zugehört, denn ist es jedes mal gegen die Wand zu sprechen.. Die Leute die das Schön reden ist weil sie die Probleme weder haben noch Hatten damit zu tun, und Sie denke sie sein Schlauer als Fachspezialisten weil sie denken sie sein Schlau weil sie es über Google lesen, Beispiel  das dieses Frucht hat so viel Vitaminen die man braucht um Gesund und fit zu bleiben oder gar werden.. Oder noch dieses Chinese kann der schmerz weiterleiten und beenden etc. etc. etc.. Dabei vergessen die meisten das es Viele solche Sachen die im internet Kursieren, er gemacht sind für Daten zu Sammeln, und meisten für Statistiken über den Intellekt der Menschen etc.. etc.. das weis ich weil teil meines Informatik Arbeit war Digitaler Kriminalität und Betrüger zu spüren und entlarven..: Wenn du wusstest was als kursiert....  

Die meisten Denken und Lafern Sachen, weil Sie mit der Situation gegenüber überfordern füllen, und somit erschaffen Sie Diskrepanzen damit sie eben jemand mit Gesundheit Probleme Distanzieren, Sie schaffen sich oder besser sie bilden sich ein, Ach mit dem muss nich nichts mehr zu tun haben, er hört ja nicht auf mich...! Weil ich sagte wenn er dies Esse oder zum Wunderheiler nicht gehen will, dann ist er selbst Schuld, ich habe das gewissen gut weil ich habe im angeblich die Hilfe geben wollen und es oder er ignoriert... Verstehst du was ich meine... Drum sind wir Menschen mit Leiden Krankheit und Anders Begabt ( das B Wort.. ) Am ende er alleine oder haben wir uns nur... Selbstverständlich gibt es Ausnahme Gott sein Dank, ich habe das Glück das ich ein paar Leuten die mich im leben begleiten er fach wissen reagieren, und, belassen wie ich das Wissen und das Vorgehensweise an Fachspezialisten wie Ärzte und seien Arbeit machen lassen…  

Lieber Gruss Francesco 

Experte

Betreff: #ThingsDisabledPeopleKnow

Hallo lieber Francesco,

da sieht man, dass es eben keine einheitliche Meinung gibt... Und ich denke, da ist man sicherlich auch geprägt durch das, an was man sich gewöhnt hat.

Hast Du den Artikel von Raul gelesen, den Johannes verlinkt hat? Ich finde ihn sehr gut und bin seiner Meinung.

Ich finde das Wort Behinderung gut und treffend und würde es nicht ersetzen wollen. Es kann aktiv und passiv verwendet werden - ich bin behindert und ich werde behindert - oder man kann sagen, ich habe eine Behinderung.

Jedes Wort kann zum Schimpfwort gemacht werden. Aber man kann deswegen doch nicht alle zehn Jahre Wörter durch neue ersetzen! Erstens käme man da gar nicht mehr hinterher und das würde große Verwirrung schaffen, und zweitens würde das erst recht den Eindruck schaffen, dass gesundheitliche Einschränkungen etwas Schambehaftetes sind. Ich denke, das ist der Punkt, der sich ändern muss - diese Einstellung! Und da finde ich im Gegenteil den richtigen Weg, sich hinzustellen und zu sagen: Meine Behinderung ist Teil meiner Identität. Ich schäme mich nicht dafür, sondern ich bin stolz darauf, Teil einer großartigen Gruppe von Menschen zu sein, mit denen ich diesen Teil meiner Identität teile, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, die tolle Menschen sind und die durch diese Erfahrungen stärker geworden sind.

Anders geht es mir tatsächlich mit dem Wort "invalide". Das ist rein von der Wortbedeutung her sehr negativ besetzt. Das wäre tatsächlich ein Wort, bei dem ich auch die Tendenz hätte, es auszutauschen.

Liebe Grüße,

odyssita