- 2 Minuten Lesezeit
- 19. April 2016
- fritz.vischer_o
Der Amerikaner Ian Burkhart, unfallbedingt seit 2010 Tetraplegiker, ist inzwischen weltweit in praktisch allen Medien zum Thema geworden. Der Beitrag über die Neuroprothese, die er sich in sein Gehirn operieren liess, erschien zuerst, und zwar am 13. April 2016, in Nature, der renommiertesten wissenschaftlichen Publikation der Welt. Nachstehend der Link:
Der Amerikaner Ian Burkhart, unfallbedingt seit 2010 Tetraplegiker, ist inzwischen weltweit in praktisch allen Medien zum Thema geworden. Der Beitrag über die Neuroprothese, die er sich in sein Gehirn operieren liess, erschien zuerst, und zwar am 13. April 2016, in Nature, der renommiertesten wissenschaftlichen Publikation der Welt. Nachstehend der Link:
http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature17435.html#videos
Dieser Link führt auch zu drei Videos. Sie zeigen, dass Ian vor dem Eingriff seine Hand praktisch nicht mehr gebrauchen konnte, danach aber sechs verschiedene funktionelle Bewegungen ausführen konnte. „Er muss lediglich daran denken, dass er das will" – das ist der magische Satz, der die journalistische Neugierde auf sich zieht. Schon am Tag darauf, also am 14. April, rückten der Tages Anzeiger und die SRF-Nachrichtensendung 10 vor 10 sowie viele andere Medien nach. Hier auch diese Links:
Der in Ian Burkharts Gehirn eingebaute
Bei Lichte besehen, ist das Resultat des neurochirurgischen, sehr aufwändigen Werks aber beinahe vernachlässigbar. Der vermeintliche Wunderchip bewirkt kaum mehr als die Tipphilfe, dank der ich seit 39 Jahren auf jede Tastatur hämmern kann. Das gilt auch für andere einfache Hilfsmittel, welche die Ergotherapeuten dieser Welt und manche Tüftler für uns erschaffen. Um sie wird aber kein Aufheben gemacht. Sie sind einfach da und werden auch nicht ins Gehirn operiert.
Unser Zentralnervensystem besteht aus gut 100 Milliarden Nervenzellen. Jeder von Menschen geschaffene Grossrechner ist im Vergleich dazu ein Stümperwerk. Der Einsatz von überbrückenden Chips mag helfen, komplexere therapeutische Ansätze zu unterstützen. Das Ziel dieser Ansätze ist und bleibt die Regeneration mit nachfolgender funktioneller Erholung. Die Grundlagenforscher sind dran, die Medien berichten selten darüber.