Die 'Gipfelstürmer' haben sich das erste Mal in die Westschweiz gewagt – auf den Moléson in der Nähe von Gruyères im Kanton Fribourg, um genau zu sein!


Mit von der Partie auf unserer vierten Exkursion waren wieder Dr. Hans Georg Koch, Andrea Glässel und Nikola Angelov vom SPV für die wissenschaftliche Datenerhebung, Wilfried Kohrs als wissenschaftlicher Beirat – und als Fotograf und Berichterstatter René Wildi.

Sue Bertschy aus Düdingen (Kanton Freiburg) begleitete uns im Rollstuhl.

Auch die Presse interessierte sich für unseres Projekt! Die 'Freiburger Nachrichten' entsandte die Journalistin Mireille Rotzetter und den Fotografen Charles Ellena; für die 'Tribune de Genève' war die Journalistin Lucie Monnat vor Ort.

Eigentlich wollten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – und all dies natürlich in Begleitung einer Rollstuhlfahrerin – eine Reise von Bern über Fribourg, Bulle und Gruyères auf den Moléson und wieder zurück durchführen, aber … es kam dann etwas anders!

Da ich die Strecke zuvor bereits einmal rekognosziert hatte, musste ich von einem solchen Vorhaben dringend abraten. Die Eisenbahn-Waggons der 'Transports Publics Fribourgeois', die uns nach Gruyères hätten bringen sollen, sind schlicht nicht rollstuhltauglich!
Aus diesem Grund organisierten wir für unsere Begleiterin im Rollstuhl, Sue Bertschy, einen Fahrzeugtransport direkt zur Talstation der Moléson-Bergbahn.

Wenn man aber einmal in Gruyères ist, dann verläuft die weitere Reise auch im Rollstuhl problemlos. Ein Niederflurbus fährt direkt beim Bahnhof vorbei und bringt uns nach Moléson-sur-Gruyères.



Die Haltestelle des Postautos befindet sich etwa 200 Meter von der Talstation (Bildmitte) entfernt. Für Personenwagen (wie man hier sieht) hat es genügend Parkplätze. Allerdings war es bei unserem Besuch nicht einfach, spezielle Parkplätze für Rollstuhl-PW ausfindig zu machen. Auf dem ganzen Areal liess sich gerade mal ein einziger solcher Platz finden – und der war erst noch ungenügend gekennzeichnet...


Gute Orientierungshilfe bieten hingegen die vielen Schilder, die einem den Weg weisen zum gewünschten Ort.


Die Talstation der Bergbahn ist also einfach zu erreichen und mit dem Rollstuhl gut befahrbar. Auch der Einstieg in die Standseilbahn erfolgt problemlos.


Die Türen der Standseilbahn sind breit genug, die Abteile geräumig und mit Platz für mehrere Rollstühle. Zudem sind die Fenster sehr tief angebracht und man kann die Landschaft ringsum schon bei der Bergfahrt betrachten.
Hier auf dem Bild sind wir bei der Mittelstation der Bergbahn und es erfolgt gerade der Wechsel von der Standseilbahn auf die Luftseilbahn. Dazu muss ein kurzer Weg von ca. 50 Meter zurückgelegt werden.


Der Zugang zur Luftseilbahn erfolgt hindernisfrei, drinnen hat es Platz für ca. 60 Personen.


Oben auf dem Gipfel bilden Bergstation (Bildmitte Hintergrund), Restaurant (Bildmitte Vordergrund) und Aussichtsterrasse (auf der Bergstation) eine Einheit. Die Bewegungsfreiheit im Rollstuhl beschränkt sich auf den Bereich unmittelbar um das Restaurant und die Bergstation.


Etwas unterhalb der Bergstation befindet sich ein Picknickplatz für Fussgänger, die sich nicht im Restaurant verpflegen möchten. Für Rollstuhlfahrer ist der Platz kaum zugänglich.


Fährt man aus der Luftseilbahn heraus, so gelangt man rechts durch eine Türe auf eine Metallbrüstung, die ums Restaurant herumführt. Von dort aus hat man einen guten Blick Richtung Westen (im Hintergrund sieht man den Genfersee) und Norden bis hin zu den Juraketten. Leider war es bei unserem Besuch etwas dunstig, so dass unsere Blicke nicht ganz so weit schweifen konnten, wie wir uns das gewünscht hatten.


Die Wege rund um das Restaurant und die Bergstation sind zwar alle eben und gut befahrbar; auch hat man von da einen guten Rundblick auf die umliegende Bergwelt, … aber: Die eigentlichen Aussichtsterrassen auf der Bergstation (rechts der Bildmitte) sind leider nur für Fussgänger konzipiert.
Das ist jammerschade, denn von da oben hat man tatsächlich noch einmal einen deutlich besseren Ausblick aufs Greyerzerland ringsum als von der Terrasse vor dem Restaurant!
Und da sich alle Informationstafeln zum Panorama der Umgebung oben auf der Plattform befinden, kann man sich unten (wo solche Tafeln gänzlich fehlen) auch kein klares Bild machen über die Berggipfel rundherum.
Was also soll man tun?


Wir von der „Operation Gipfelstürmer“ entschieden uns für die handgreifliche Variante! Sue Bertschy liess sich von Nikola Angelov kurzerhand auf den Arm nehmen und zuoberst auf den Aussichtspunkt tragen!


Diese Aussichtsterrasse wäre nun wirklich für alle einen Besuch wert!
Man schwebt sozusagen in der Luft, und der Blick geht frei hinaus in alle Himmelsrichtungen.
Dass diese Plattform nur für Fussgänger gedacht ist, sieht man auf diesem Bild auch daran, dass die hier vorhandenen Informationstafeln zu hoch angebracht sind für Rollstuhlfahrer.
Auf dem Gruppenfoto sehen wir übrigens nebst den 'Gipfelstürmern' auch unsere BegleiterInnen von der Presse: Mademoiselle Monnat von der 'Tribune de Genève' (Bildmitte) sowie Frau Rotzetter und Herr Ellena (rechts von Sue Bertschy) von den 'Freiburger Nachrichten'.


Nach der spontanen 'Exkursion' auf die Aussichtsplattform wird Sue von kräftigen Burschen ganz behutsam wieder zurück nach unten getragen, …


… wo wir alle eine kräftigende Mahlzeit mit Fleisch- und Käsespezialitäten aus der Region verdient haben!


Für Kaffee und Kuchen geht es noch einmal zurück ins Selbstbedienungsrestaurant. Dieses ist für Rollstuhlfahrer gut befahrbar, und die meisten Artikel stehen oder liegen in Griffweite.


Will man allerdings mit dem Kaffee und Kuchen zurück auf die Aussenterrasse des Restaurants, dann hat man ein kleines Problem: diese Stufe hier ist mit dem Rollstuhl schlicht nicht überwindbar – und weit und breit ist keine mobile Rampe zu sehen (dabei wäre so etwas doch so einfach und günstig zu installieren!).


Aber das Personal auf dem Anhang 1: Moléson Checklisteéson ist sehr freundlich, bietet Hilfe an und bringt uns das Tablett mit Kaffee und Kuchen auf die Terrasse.


Wie bereits erwähnt, beschränkt sich der Bewegungsradius für Rollstuhlfahrer rund um die Bergstation. Für Fussgänger allerdings gibt es am und in der Nähe vom Moléson eine Fülle von Wanderwegen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Hier zum Beispiel stehen wir auf einem Hügel mit tollem Rundumblick, nur etwa 300 Meter von der Station entfernt. Hinter dem Restaurant sieht man einen weiteren 'Gupf', von wo aus man …


… dieses Panorama geniessen kann!

So, das war's für den Augenblick vom Moléson und den 'Gipfelstürmern'!
Bereits sind wir mit der Planung des nächsten Ausflugs beschäftigt. Wenn alles klappt, werden wir eine Reise nach Graubünden unternehmen – da gibt's ja Dutzende von Bergbahnen!
Wohin es genau geht, verraten wir allerdings (noch) nicht. Aber ihr könnt es bald schon mitverfolgen. Hier, im Paraforum!

À bientôt!

Die Gipfelstürmer

Anhang 1: Moléson Checkliste
Anhang 2: Zeitungsbericht der 'Freiburger Nachrichten' von M. Rotzetter (Text) und C. Ellena (Bilder)
Anhang 3: Zeitungsbericht der 'Tribune de Genève' von L. Monnat

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