Die 'Gipfelstürmer' waren wieder unterwegs! Diesmal hat es uns ins Berner Oberland gezogen, auf den Niesen – um genau zu sein.
Von Bern aus fuhren wir mit der BLS nach Mülenen im Kandertal, und von dort aus weiter mit der Niesen-Standseilbahn auf die Bergstation Niesen-Kulm.
Mit von der Partie waren Dr. Hans Georg Koch, Andrea Glässel und Nikola Angelov vom SPV, sowie Christoph Kunz, seines Zeichens Goldmedaillengewinner an den Winter-Paralympics von Vancouver und Sotschi.
Hinter der Kamera war wieder René Wildi für die Dokumentation zuständig.

Der kleine Bahnhof Mülenen ist ausgezeichnet für Rollstuhlfahrer eingerichtet. Die Perrons sind hoch genug, damit man ohne Hilfe direkt aus dem BLS-Wagen hinausfahren kann.
In Bern hingegen liegen die Perrons etwas tiefer, sodass man für die BLS beim Einstieg etwas Hilfe, für viele SBB-Züge sogar den Rollstuhllift benötigt.



Auf beiden Seiten des Bahnhofs Mülenen hat es sowohl ein Treppe für Fussgänger als auch eine Rampe für Rollstuhlfahrer. Das Gefälle der Rampe ist etwas über 6 %, aber gut zu meistern.


Der Weg zur Talstation der Niesen-Bahn beträgt nur rund 200 m. Da pro Fahrt nur 2 Rollstuhlfahrer transportiert werden können, empfiehlt sich eine vorgängige Anmeldung!
Das Rollstuhl-WC und der Kiosk befinden sich hinter dem Billetschalter links von der Talstation.


Gleich bei der Talstation befinden sich auch zwei Parkplätze für Rollstuhlfahrer – für jene, die nicht mit dem öV anreisen wollen oder können.


Die Niesen-Bahn hat sich bei der Renovation der Anlage vor einigen Jahren grosse Mühe gegeben, die historische Standseilbahn auch für Rollstuhlfahrer besser zugänglich zu machen. Bei der Talstation führt rechts eine Rampe zum Einstiegsbereich der Seilbahn. Mit etwas Hilfe oder einer mobilen Einstiegsrampe gelangt man durch den 80 cm breiten Eingang in den Bahninnenbereich.


Bei der Mittelstation 'Schwandegg' gilt es die Seilbahn zu wechseln. Dies geschieht über einen eigens angebrachten Metallsteg.


Von der Standseilbahn führt ein erster Lift (hinten) zum Eingangsbereich der Bergbahn, und ein zweiter Lift (vorne) bringt Menschen mit einer Gehbehinderung hinauf zum Weg, der dann zum Berghaus und zum Gipfel führt.


Oben auf der Bergstation angekommen, sind die Ausflügler gerüstet für ihre Inspektion!


Der Weg von der Bergstation zum Berghaus und Restaurant ist praktisch ebenerdig, asphaltiert und gut gesichert.


Rund 200 m von der Bergstation entfernt steht das Berghaus 'Niesen Kulm'. Es bietet eine riesige Sonnenterrasse mit toller Aussicht, einen Glaspavillon mit Restaurant und eine abwechslungsreiche Küche. Abends finden hier regelmässig auch besondere Anlässe statt.


Einen kleinen Eindruck dessen, was es von der Terrasse aus zu bestaunen gibt, vermittelt dieses Bild ...


… und das müssen die Expeditionsteilnehmer natürlich auch geniessen!


Gleich neben dem Berghaus befindet sich übrigens das 'Niesedörfli' – ein Spiel- und Tummelplatz für Kinder.


Vom Berghaus führt der asphaltierte Weg weiter auf den Gipfel. Der Weg ist allerdings sehr steil (teilweise über 20 % Neigung) ...

… und nicht ganz ungefährlich, da er seitlich nicht gesichert ist und z.B. zwei Rollstühle kaum kreuzen können. Fazit: nur für sportliche Rollstuhlfahrer oder mit genügend Unterstützung machbar; für Elektro-Rollstühle nicht empfehlenswert (da Kippgefahr besteht).

Oben angekommen, öffnet sich auf dem Gipfel eine grosszügige Aussichtsplattform, auf der sich Rollstuhlfahrer frei bewegen können …


… und zusammen mit Fussgängern das Panorama geniessen können.


Der Gipfel bietet zahlreiche Informationstafeln zur Gegend, die auch für Rollstuhlfahrer gut einsehbar und nicht zu hoch angebracht sind.


Und dann ist da natürlich noch die fantastische Aussicht! Hier im Bild sehen wir z.B. den Thuner- und Brienzersee (links), die Berner Oberländer Bergriesen mit Eiger, Mönch und Jungfrau (Bildmitte), und weiter rechts das Blümlisalphorn und das Doldenhorn.


Hier geht der Blick runter auf das Berghaus Kulm und hinüber zu den teilweise in Wolken gehüllten Bergen; rechts der Bildmitte ist die Stockhornkette erkennbar und rechts unten im Tal Thun.


Nachdem wir die Aussicht tüchtig ausgekostet haben, kehren wir wieder zurück. Wie bereits erwähnt, ist der Weg zum/vom Gipfel sehr steil, und bei der Rückfahrt fällt das Bremsen im Rollstuhl nicht leicht – Handschuhe anziehen ist also empfehlenswert, damit es keine wunden Hände gibt!


Nach dem Ausflug auf den Niesen erholten sich die Fussgänger noch ein wenig von ihrem anstrengenden Gipfelsturm bei einem Zvieri im zauberhaften Rosengarten in Bern. Vielleicht werden wir bald schon einmal einen Bericht über diesen Ausflugsort veröffentlichen. Einen Besuch ist der Garten auf alle Fälle wert!


Auch für ein bisschen Aromatherapie hat die Zeit im Rosengarten noch gereicht, um für den nächsten Gipfelsturm (der uns auf den Säntis führen wird) gestärkt und gewappnet zu sein!


Herzliche Grüsse vom Gipfelstürmer!

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