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Operation Gipfelstürmer – Unterwegs für «Paraforum» – Erkundungstour auf den Weissenstein

«Welcome back!»

Die Gipfelstürmer sind zurück!

Nach einem längeren 'Winterschlaf' sind die Gipfelstürmer um Dr. Hans Georg Koch, René Wildi, Andrea Glässel und Nikola Angelov wieder voll in Aktion!

Als erstes Ziel nach einer rund sechsmonatigen Pause haben wir uns das erste Mal einen Gipfel im Jura ausgesucht – den Solothurner 'Hausberg' Weissenstein, von wo aus man bei guten Sichtverhältnissen das ganze Mittelland und fast die gesamte Alpenkette überblicken kann!

Treff- und Ausgangspunkt unseres Ausflugs war der Solothurner Bahnhof, wo wir verschiedene Medienvertreter, die sich für unser Projekt interessierten, begrüssen durften. Für die «Solothurner Zeitung» gesellten sich Noëlle Karpf (Text) und Hanspeter Bärtschi (Bilder) zu uns, für «Radio 32» war Livia Middendorp vor Ort und für «Tele M1» resp. «Telebärn» berichtete Christof Gerber.

Erst allerdings mussten sich die Teilnehmer im örtlichen Café eine kleine Stärkung gönnen, um sich physisch und psychisch auf die bevorstehende Tour einzustimmen.

Hier stiess auch unser Begleiter im Rollstuhl zu uns: kein Geringerer als Rollstuhlsport-Legende und Präsident der Gönnervereinigung, Heinz Frei!

Heinz Frei ist in der Nähe von Solothurn zuhause, und wie für viele von uns war es auch für ihn das erste Mal, dass er seinen 'Hausberg' mit der neuen Weissenstein-Seilbahn besuchte.

Dermassen gestärkt machten wir uns also auf, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln (öV) den Weissenstein zu erstürmen! Um zur Talstation der Bergbahn zu gelangen, muss man mit der SBB-Linie Solothurn-Moutier bis nach Oberdorf fahren.

Die Zukunft dieser Linie steht allerdings auf der Kippe; offenbar sind die Auslastung zu gering und die Kosten für eine Sanierung der etwas maroden Strecke zu hoch. Ob im Falle einer Schliessung der Linie die Talstation der Weissensteinbahn mit einer Busverbindung ab Solothurn erschlossen werden wird, wird sich ab dem Jahre 2020 zeigen.

Aber um es vorweg zu nehmen: Für Rollstuhlfahrer ist es unter den jetzigen Bedingungen sowieso nicht empfehlenswert, mit der Bahn nach Oberdorf zu fahren – wie dieser Bericht dokumentieren wird!

In Solothurn ist eigentlich noch alles bestens (wie obiges Bild zeigt); der Einstieg in die Bahn erfolgt fast schwellenlos, die kleine Spalte bis zum Wagen ist für einen geübten Rollstuhlfahrer oder mit etwas Hilfe kein Problem; auch die Türen der Bahn öffnen sich weit, und im Wagen selbst hat es genügend Platz.

Das eigentliche Problem stellt der Bahnhof «Oberdorf» dar: Obwohl der Zug hier nach links geneigt ist, bestehen doch ca. 20cm Höhenunterschied zwischen Bahn und Perron – selbst für einen Könner wie Heinz Frei eine echte Herausforderung, ja ein Risiko! Hier muss man einfach sagen: so etwas geht ohne Hilfe nicht – von Elektrorollstühlen wollen wir gar nicht erst reden!

Darüber hinaus gibt es auf diesem Bahnhof auch keine Rampen, kein Rollstuhl-WC, einfach nichts…

Fazit: Eine Anreise mit der Bahn zur Talstation ist selbständig nicht machbar und selbst mit Hilfe nicht empfehlenswert!

Dabei wäre die Anbindung mit öV an die Weissenstein-Seilbahn doch optimal – wie dieses Bild zeigt: links die «Haltestelle Oberdorf», keine 50m entfernt davon die Talstation!

Was man hier allerdings auch sieht, das ist der grosszügige Parkplatz!

Und auf diesem Parkplatz sind gleich neben dem Eingang zur Talstation 4 Parkplätze für Rollstuhlfahrer reserviert. Bis auf weiteres muss man also feststellen: Wenn mit der Seilbahn auf den Weissenstein, dann mit dem Auto anreisen...

Betritt man den Eingangsbereich der Talstation, fallen einem zuerst die beiden uralten Doppelsessel auf – eine Referenz an die frühere Seilbahn!

Links geht es zu Fuss zum Billettschalter und zur Bahn hoch, in der Mitte des Bildes sehen wir den Lift, der uns im Rollstuhl nach oben bringt, und rechts – mit einer Holztäferung eingekleidet – befinden sich die Damen-, Herren- und Rollstuhl-WCs.

Dann geht es in die Gondeln! Das Tempo der Gondeln lässt sich so stark reduzieren, dass der Ein- und Ausstieg problemlos zu bewältigen ist. Die Türen sind 79cm breit, die Sitzbänke hochklappbar; so lassen sich gut 2 Rollstühle pro Gondel transportieren. Für sehr breite Elektrorollstühle könnte es dennoch knapp werden.

Und schon geht es Richtung Gipfel! Ein Blick zurück zeigt uns noch einmal die Situation bei der Talstation mit dem etwas futuristisch anmutenden Gebäude in der Mitte des Bildes.

Gleichzeitig können wir erkennen, dass die Gondeln so konstruiert sind, dass man ringsum freie Sicht hat.

Wer jetzt etwas Höhenangst kriegt oder sich Sorgen macht, was denn alles passieren könnte, falls die Bahn stehen bleiben sollte, muss sich nicht fürchten,…

… denn die Weissenstein-Seilbahn hat auch für diesen Fall vorgesorgt! Schon vor der Inbetriebnahme nämlich hat man da ein Notfall-Szenario durchgespielt, in dem ein Rollstuhlfahrer aus einer Kabine 'gerettet' werden musste. Man darf der Bahn also durchaus vertrauen! ;-)

(Bild z.Vfg. gestellt von Konrad Stuber, Betriebsleiter der Weissenstein-Seilbahn)

Die Fahrt auf den Weissenstein via die Mittelstation Nesselboden (ohne umsteigen zu müssen) dauert ungefähr 15 Minuten. Zeit genug also, um die Aussicht zu geniessen oder – wie hier im Bild – ein ausführliches Interview zu geben: Livia Middendorp von Radio 32 befragt hier gerade den wissenschaftlichen Leiter unseres Projekts, Dr. Hans Georg Koch.

Im Hintergrund sehen wir bereits das Ziel unserer Reise: Das Hotel und Kurhaus Weissenstein!

Der Weissenstein ist ja nicht wirklich ein einzelner, in die Höhe ragender Gipfel, sondern eher ein langgezogener Bergrücken, auf dem an einer Stelle das Kurhaus thront. Dieses ist inzwischen doch etwas in die Jahre gekommen, und wenn alles nach Plan läuft, dann sollte ein Teil des Hotels ab nächstem Jahr durch einen Neubau ersetzt werden. Das würde dann auch gleich Gelegenheit bieten, die heute nicht optimal rollstuhlgängige Situation beim Hotel zu verbessern.

Erst aber kommen wir bei der Bergstation an. Auch hier ist es für Rollstuhlfahrer einfach zu manövrieren.

Von der Bergstation führt ein (seit kurzem) asphaltierter Weg mit max. 6% Steigung hoch zum Kurhaus. Heinz Frei wird hier genau beobachtet von Noëlle Karpf und Hanspeter Bärtschi (Solothurner Zeitung) sowie von Christof Gerber (Tele M1 / Telebärn).

Im Hintergrund sieht man in der Bildmitte einen gelben Punkt. Dies ist der Ausgangspunkt des Planetenwegs.

Die gelbe Kugel symbolisiert die Sonne, und im Grössenverhältnis von 1:1 Milliarde sind die Planeten unseres Sonnensystems um dieses Zentrum angeordnet. Lange Abschnitte dieses Weges lassen sich auch im Rollstuhl gut befahren.

Links sieht man die Bergstation und ganz am Rand das Kurhaus, rechts öffnet sich der Blick zu einem weiteren Gasthof und einem der vielen Wanderwege (im Hintergrund), die sich auch im Rollstuhl bewältigen lassen.

Will man mit dem Rollstuhl ins Hotel und Restaurant gelangen, tut man dies via den Haupteingang über eine kleine Rampe.

Will man hingegen direkt auf die Terrasse fahren (vom Restaurant auf die Terrasse hat es 3 hohe, schwer überwindbare Stufen), dann muss man den Weg um das Kurhaus herum nehmen. Nicht immer ganz einfach, vor allem wenn der im Hintergrund sichtbare Parkplatz total verstellt oder der Boden durch Regen aufgeweicht und matschig ist.

So sieht dann die Situation von Osten her gesehen aus: rechts das Kurhaus und links die langgezogene Terrasse.

Von Westen her betrachtet sieht man die obere (bedient) und die untere Terrasse (Selbstbedienung). Letztere ist für Rollstühle nicht zugänglich.

Will man jetzt von der Terrasse her direkt ins Restaurant, so muss man im Rollstuhl erst einmal 3 happige Stufen überwinden – auch für einen geübten Rollstuhlfahrer nur mit Hilfe machbar!

Dabei wäre gerade hier mit wenig Aufwand viel zu verbessern: eine kleine mobile Rampe würde genügen, und schon könnte man auch im Rollstuhl selbständig hinein- und herausfahren!

Nach einer ersten Analyse der Situation vor Ort wollen die Gipfelstürmer und ihre Begleiter natürlich auch das kulinarische Angebot des Restaurants testen, um sich dann gestärkt der weiteren Feldforschung widmen zu können!

Zum Restaurant lässt sich kurz sagen: sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei breiter Menü-Auswahl – inklusive Top-Aussicht bei schönem Wetter!

Im Restaurant selbst kann man sich im Rollstuhl hindernisfrei bewegen (bei grossem Besucherandrang kann es dann natürlich, wie in jedem Restaurant, ein wenig eng werden); ein Rollstuhl-WC hat es ebenfalls (im Damen-WC).

Was gibt es nun aber alles zu sehen und zu tun auf dem Weissenstein? Die meisten Besucher gehen wohl auf den Weissenstein, um von der Terrasse aus die Aussicht zu geniessen.

In der Sommersaison lassen sich oft Gleitschirmflieger beobachten, welche die Wiese unterhalb des Kurhauses als Startplatz für ihre Flüge benutzen.

Auf der Terrasse ist auch eine grosse Panoramatafel angebracht, wo man sich über die sichtbaren Gipfel der Alpenkette orientieren kann. Für Rollstuhlfahrer allerdings ist diese (wie auch das Fernrohr im Hintergrund) zu hoch angebracht.

Dann ist der Weissenstein natürlich ein beliebtes Wandergebiet mit einer Fülle von Wanderwegen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Auf der Nordseite sind einige davon auch für Rollstuhlfahrer gut zu meistern.

Auch die kleine Kapelle gleich unterhalb des Kurhauses ist im Rollstuhl erreichbar. Allerdings ist der Weg dahin ziemlich holperig und sehr steil – also nur mit Hilfe zu machen.

Gleich bei der Terrasse findet man einen kleinen 'Juragarten' mit Pflanzen, die für diese Gegend typisch sind. Zugänglich ist dieser Garten allerdings nur für Fussgänger.

Auch auf Biker und Downhill-Biker wirkt der Weissenstein wie ein Magnet… und im Winter – wenn es denn wieder einmal genügend Schnee hat – kann man den Berg hinunter schlitteln.

Nach unserer Inspektion des Gipfels geht es wieder zurück Richtung Solothurn. Doch bevor wir wieder an den Ausgangspunkt unserer Reise gelangen, gilt es nochmals die eine oder andere 'Hürde' zu überwinden!

Bei der Talstation angelangt, müssen wir ja wieder den Zug zurück nehmen. Da es, wie gesagt, beim Bahnhof keine Unterführung mit Rampen hat, müssen die Geleise trotz Verbot direkt überquert werden.

Und ganz zum Schluss wartet dann ein veritabler Kraftakt auf unsere Begleiter: 40 cm Höhenunterschied müssen bewältigt werden, um Heinz Frei mit seinem Rollstuhl in die Bahn zu hieven!

Zum Schluss lässt sich festhalten: Wenn man im Rollstuhl auf den Weissenstein gelangen will, dann verzichtet man vernünftigerweise auf die Anreise im Zug und nimmt stattdessen den PW.

Die Seilbahn ist ausgezeichnet auf Rollstuhlfahrer vorbereitet, das Restaurant bietet guten Service und feines Essen – und all das wird bei schönem Wetter noch versüsst durch die wunderschöne Aussicht aufs Mittelland und auf die Alpenkette im Süden!

Viel Spass beim Erproben dieses Ausflugs und bis bald!

Die Gipfelstürmer

Anhang 1: pdf-Checkliste Weissenstein

Anhang 2: Radio 32 Mittagsbericht

Anhang 3: Radio 32 Abendbericht

Anhang 4: Tele M1 / Telebärn Reportage

Anhang 5: Panoramabild Weissenstein (jpg)

Online Beitrag vom Solothurner Tagblatt:

www.solothurnerzeitung.ch/solothurn/kanton-solothu...

Kommentare (1)

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Hallo,
 
interessant dürfte in diesem Zusammenhang der Gipfelsturm von Michael Teuber von 3.000 m auf einen 4.000 -er in den Walliser Alpen sein.
 
http://www.michael-teuber.de/adventures/4000er.html
 
Teuber ist im LWS-Bereich 3/4...
Hallo,
 
interessant dürfte in diesem Zusammenhang der Gipfelsturm von Michael Teuber von 3.000 m auf einen 4.000 -er in den Walliser Alpen sein.
 
http://www.michael-teuber.de/adventures/4000er.html
 
Teuber ist im LWS-Bereich 3/4 inkomplett geschädigt, kam 2 Jahre nach seinem Autounfall nach hartem Training wieder auf die Beine und war sogar schon auf dem Kilimanscharo Er ist allerdings nicht für jeden Rückenmarksgeschädigten bezüglich Bergsteigen ein passendes Vorbild...
 
Beste Grüße,
 
Salieri
 
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Salieri
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