Heute möchte ich folgende Formeln zur Diskussion stellen:

1. Schicksalsschlag und Inkompetenz erzeugt Wärme.

2. Schicksalsschlag und Kompetenz erzeugt Kälte.

Was damit gemeint ist, umschreibe ich gerne, aber sehr überspitzt:

Der Geprüfte und Bedauernswerte, der hilflos daher kommt und kaum auf Drei zählen kann, stösst bei den Mitmenschen auf Anteilnahme. Sie helfen ihm, dem armen Teufel, gerne. Das gibt ihnen ein Gefühl von Wärme. Wer dagegen was durchgemacht hat, aber selbstbestimmt geblieben ist und auch so auftritt, der stösst in seinem Umfeld im günstigeren Falle auf Respekt, im schlechtesten auf ablehnende Kälte. Von ihm könnte Unruhe und Gefahr ausgehen.

Flüchtlinge wissen dazu viel zu erzählen, aber auch wir Paras und Tetras stehen in diesem Spannungsfeld. Nicht nur das: Die Rehabilitation und die Massnahmen zur Wiedereingliederung tragen unmittelbar dazu bei, dass wir auf dem Weg zurück zur beruflichen und sozialen Selbstbestimmtheit immer mehr Kälte erzeugen. Mit den Folgen der Rückenmarkverletzung müssen wir uns aber trotzdem herumschlagen. Wir haben lediglich gelernt, mit ihnen zu leben. Geheilt sind wir nicht. Eine gewisse Hilflosigkeit bleibt mithin an uns hängen. Deshalb sind wir gezwungen, immer Wärme auszustrahlen und Kälte nach Möglichkeit zu vermeiden.

Schöne Worte - findet Ihr auch? Im Alltag ist es oft anspruchsvoll, mit diesen Spannungen umzugehen. Nicht selten fühlt man sich unverstanden und allein gelassen. Dann wäre ich gerne ein hilfloser Dep!

Wie geht Ihr mit diesem Zielkonflikt um?

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