Seelsorger sind heute geschulte Männer und Frauen. Sie sind weltoffen und hören uns zu. Auch unsere Plattform wirkt seelsorgerisch.

«Zuhören», «ernst nehmen», «Einfühlsamkeit», «sich Zeit nehmen», «mitgehen», «begegnen», «unterstützen», «einfach da sein», «mit aushalten» – so lautet das Angebot der Seelsorger in unseren drei grossen Rehabilitationskliniken in der deutschen Schweiz. Nachstehend die Links dazu:

zuhören

«Einfach zuhören» betrachten moderne Seelsorger und Seelsorgerinnen als eine ihrer Hauptaufgaben.

Neben dem so schlicht klingenden «Zuhören» bieten sie als wichtigen Zusatz Verschwiegenheit an. Ihnen können wir unbefangen anvertrauen, was uns bedrückt, was uns beschäftigt und was uns freut. Nicht zuletzt deshalb liegt «Counseling», wie es neudeutsch heisst, recht im Trend.

Seelsorger helfen uns, uns zu orientieren, Unschönes, Traumatisches, Unbewältigtes, aber auch Sehnsüchte besser einzubetten, als Teil von uns anzunehmen oder daran zu arbeiten. Dank dem Echo, das uns die verschwiegenen Seelsorger geben, erleben wir auch, wie wir nach aussen wirken.

stille

Stille ist uns in schwierigen Momenten wichtig. Einen «Raum der Stille» gibt es deshalb in jeder unserer Rehabilitationskliniken.

Früher war Seelsorge strenger

Verglichen mit den anderen Berufsleuten, die sich in Rehabilitationskliniken und Spitälern um uns kümmern, sind die Seelsorger unabhängiger. Sie verfolgen keine therapeutischen Ziele, die Krankenkassen quälen sie nicht. Sie hören uneigennützig zu. Das und nicht mehr ist ihre Aufgabe.

Das war nicht immer so. Noch vor 50 Jahren riskierten wir, dass der Seelsorger ein strenger kirchlicher Vogt war. Er wusste genau, wo Gott hockt und warum dieser zu Recht über uns verfügte: Wir selbst sind schuld an unserem Unglück.

Inzwischen hat sich das – Gott sei Dank – gewandelt. Nach wie vor sind Seelsorger mit der Kirche verbandelt, in erster Linie aber gebildete, theologisch und philosophisch geschulte Persönlichkeiten, und zwar Männer und Frauen. Sie laden uns zum gedanklichen Austausch auf Augenhöhe ein und begleiten uns auch rituell, falls wir das wünschen. Fromm müssen wir nicht sein, sie drängen niemandem etwas auf.

belehrung

Die Seelsorge verzichtet heute auf Belehrungen und Schuldzuweisungen.

Immer öfter findet Seelsorge anonym und digital statt

Sie bedienen auch die Allgemeinheit, zum Beispiel bei der Dargebotenen Hand. Dort erhalten wir rund um die Uhr niederschwellige telefonische Seelsorge, die rund 670 Mitarbeiter unter der Telefonnummer 143 bestreiten. Per Mail können wir uns auch an das kirchliche seelsorge.net wenden.

Mit diesen Angeboten ersetzen die modernen Seelsorger typische Vertrauenspersonen aus traditionellen Beziehungsnetzen, zum Beispiel den greisen Grossvater, die kluge Patentante oder den ehemaligen Primarlehrer. Heute sind solche Personen aus verschiedensten Gründen oft nicht mehr verfügbar.

Zudem gestalten wir unsere Beziehungen zu Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen so, dass die Auswahl der Gesprächsthemen eingeschränkt ist. Wir reden nicht mit allen über alles. Erst recht ziehen wir es nicht in Betracht, ihnen unser Herz auszuschütten.

Die digitalen Medien können hier einen gewissen Ausgleich bieten. Sie haben ortsunabhängige Beziehungsnetze geschaffen, in denen wir vielen Menschen begegnen – unter ihnen solchen, die sich für uns als Seelsorger bewähren könnten.

Nehmen wir als naheliegendes Beispiel unsere Community. Hier können wir anonym auftreten, Fragen stellen, unsere Sorgen und Freuden vortragen – und bekommen meist hilfreiche, mitfühlende Antworten. Damit erfüllt die Community die Voraussetzungen, um seelsorgerisch zu wirken. Probiert es doch einmal aus.

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