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Jung im Alter

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An einer Tagung von ParaHelp und der Klinik Balgrist bekamen wir Tipps und Tricks fürs Älterwerden serviert.

«Aktiv, integriert und selbstbestimmt bis ins hohe Alter» – unter diesem Motto stand die Tagung, zu der ParaHelp und die Klinik Balgrist mit ihrem Zentrum für Paraplegie (ZfP) am vergangenen Dienstag nach Zürich einluden.

50 Rollstuhlfahrer kamen und liessen sich inspirieren, von den sieben Referenten, aber auch im Gespräch untereinander. Die Tagung war sehr gut organisiert. Eine Frau im Rollstuhl zeigte mit zwei Therapeutinnen anschaulich die verschiedenen Transfertechniken: Entweder stützen wir uns hoch und schwingen rüber, oder wir rutschen rüber, mit Rutschbrettchen oder Rutschtuch, vielleicht auch ohne oder mit beidem. Allenfalls kombinieren wir die verschiedenen Techniken. Geht das alles nicht, so braucht es einen Deckenlift.

teilnehmer der tagung von vorne

50 Teilnehmer liessen sich von sieben Referenten inspirieren.

ParaHelp hilft, damit alle ihren eigenen besten Weg finden. Voraussetzung ist allerdings, dass wir immer wieder bereit sind, uns nötigen Veränderungen zu stellen. Das betonte die Pflegeexpertin Manuela Friedli in ihrer Präsentation. Wir dürfen, mahnte sie, unsere Angehörigen nicht übermässig belasten. Sie werden ebenfalls älter und sie leiden mit uns: 71 Prozent von ihnen fühlen sich in ihrem seelischen Wohlbefinden beeinträchtigt, zeigte eine Befragung der Schweizer Paraplegiker-Forschung (SwiSCI-Studie).

logo parahelp

Wenn wir Rat brauchen, wenden wir uns an ParaHelp.

Von der Tagung, die von 10 Uhr bis gegen 16 Uhr dauerte, seien einige weitere Kernbotschaften und Hinweise herausgegriffen:

‹Alt› ist, wer funktional so beeinträchtigt ist, dass er seinen Lebensalltag umkrempeln muss. In der Regel ist das so ab 80/85 Jahren und nicht schon mit 65 oder 64, wie es das Pensionierungsdatum unterstellt.

Prof. Dr. Armin Curt, Chefarzt des ZfP, aber auch ein engagierter Forscher, erläuterte in sorgfältig gewählten Worten, dass sein Auftrag eigentlich die Wiederherstellung des Nervensystems ist. Dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne. Deshalb konzentrieren er und seine Mitarbeiter sich im klinischen Alltag darauf, Betroffene auf ein Leben mit Beeinträchtigungen vorzubereiten. Gleichzeitig laufen aber unter seiner Leitung Studien mit den sogenannten Nogo-A-Antikörpern. Sie begünstigen das Nachwachsen durchtrennter Nervenfasern.

prof. dr. armin curt

Prof. Dr. Armin Curt ist Direktor und Chefarzt des ZfP am Balgrist.

Dagmar Schmidt, Abteilungsleiterin Sozialberatung im Balgrist, erinnerte in ihrem Vortrag daran, dass wir die Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) unbedingt vor der Pensionierung, also vor dem 64. bzw. 65. Geburtstag im Falle der Männer, prüfen müssen. Danach lassen sich Erhöhungen nicht mehr durchsetzen. Es gilt der Besitzstand zum Zeitpunkt der Pensionierung.

Wer sich nicht nur finanziell, sondern auch körperlich fit halten will, trainiert seine Arm- und Schultermuskulatur: zum Beispiel zweimal wöchentlich für 20 Minuten, um den Kreislauf anzuregen und die Muskulatur zu stärken. Mit einem Programm von dreimal 30 Minuten in der Woche bringen wir zusätzlich unseren trägen Stoffwechsel auf Trab. Hübsch gemachte, musikalisch untermalte Videos von SCI Canada zeigen auf, wie wir vorgehen könnten. Bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung lässt sich eine Broschüre mit Übungen runterladen.

Prof. Dr. Thomas M. Kessler, der Neuro-Urologe des ZfP, präsentierte uns seine Tipps und Tricks. «Zuerst reden wir miteinander» – so lautet sein für Urologen untypisches, aber sympathisches Credo. Kessler will erfahren, wo das Problem liegt und welches therapeutische Ziel der Patient anstrebt. Erst dann untersucht er und je nach Resultat unterbreitet er Vorschläge. Seine Trickkiste ist recht umfangreich. Kesslers Botschaft kam gut an und bildete das Schlussbouquet einer gelungenen Veranstaltung.

Nicht nur aktiv, integriert und selbstbestimmt, sondern auch zufrieden kehrten alle zurück.

teilnehmer der tagung von hinten

Die Vorträge aus verschiedenen Perspektiven zum Thema Älterwerden kamen bei den Zuhörern gut an.

Kommentare (1)

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Danke lieber Fritz für die Zusammenfassung. Ja das Älter werden hat so seine Tücken, die Transfers werden schwieriger, gerade nach der Schulter OP ist die Zeit der Reha bedeutend länger als noch vor 10 Jahren. Auch ich persönlich merke, dass ich...

Danke lieber Fritz für die Zusammenfassung. Ja das Älter werden hat so seine Tücken, die Transfers werden schwieriger, gerade nach der Schulter OP ist die Zeit der Reha bedeutend länger als noch vor 10 Jahren. Auch ich persönlich merke, dass ich nicht mehr so belastbar bin wie noch vor einigen Jahren. Das bedeutet, dass ich etwas mehr Auszeiten benötige, aber gerade darin liegt auch etwas sehr positives bei uns. Im Moment kommen in meiner Abwesenheit noch Familie und Freunde und begleiten Felix. So entsteht ein reger Austausch und spannende Momente. Und wenn wir wieder zusammen sind, haben wir uns unheimlich viel zu erzählen und diskutieren. Hoffe, dass es so bleibt und es weiterhin so gute Freunde gibt, die uns unterstützen. Herzliche Grüsse aus dem regnerischen Midi, Silvia

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