Welches dieser vier innovativen Projekte überzeugt Euch am meisten?

Mit der Initiative Make to Care sollen Innovationen gefördert werden, die alltägliche Bedürfnisse erfüllen und dazu beitragen, praktische Probleme von Menschen mit Behinderungen zu lösen und so ihre Lebensqualität zu verbessern. Make to Care ist in Italien beheimatet und wird unterstützt von Sanofi Genzyme, einer Abteilung des Pharmakonzerns Sanofi.

Es handelt sich um einen Wettbewerb, der jedes Jahr stattfindet und an dem jeder teilnehmen kann. Wenn Ihr also eine innovative Idee im Zusammenhang mit einem konkreten Bedarf habt, könnt Ihr Euch dort ohne Weiteres mit Eurem Projekt anmelden.

Das Finale des Wettbewerbs findet in Rom auf der Maker Faire statt, einer grossen Messe, auf der «Macher» ihre Erfindungen zeigen. Dort stellen sich die acht jährlichen Make to Care-Finalisten vor und der Preis wird an die beiden Gewinner verliehen. In diesem Video bekommt Ihr einen Eindruck von der Messe.

Nachstehend stellen wir eine Auswahl der 37 Finalteilnehmer-Projekte seit Beginn des Wettbewerbs im Jahr 2016 vor. Für jedes Jahr haben wir das Projekt ausgewählt, das uns für Para- oder Tetraplegiker am relevantesten erscheint.

Io Kitchen (2016)

iokitchen

(Quelle: https://www.maketocare.it)

Wie auf den Bildern zu sehen, handelt es sich um eine kleine Küchenzeile mit Herd, Spülbecken und einer Arbeitsplatte. Dank dem Platz unter der Arbeitsplatte und der Möglichkeit, ihre Höhe zu verstellen, ist die Io Kitchen auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Zudem lässt sich der Tisch drehen und erlaubt abwechselnd den Zugang zu Herd und Spüle, ohne dass der Benutzer sich bewegen muss. Dies macht die Zubereitung von Lebensmitteln einfacher und sicherer. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Io Kitchen wenig Platz beansprucht und sich so auch für kleine Wohnungen eignet. Hier ein Video, wie sie funktioniert:

Nach der Präsentation als Finalist von Make to Care im Jahr 2016 haben die beiden toskanischen Designer einen Partner gefunden, der die industrielle Produktion der Küche ermöglicht. Mehr Informationen findet Ihr auf der (italienischen) Website und der Facebook-Seite von Io Kitchen.

Open Rampette (2017)

Open Rampette ist ein Pilotprojekt, das von dem innovativen Unternehmen WeMake und der Stadt Mailand gefördert wird. Ziel ist es, die Zugänglichkeit von Geschäften für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu verbessern. Konkret ist Open Rampette ein System, das Verkäufer benachrichtigt, wenn ein Kunde eine Rampe benötigt, um das Geschäft zu betreten.

open rampette

(Quelle: http://rampette.opencare.cc/)

Der Prototyp funktioniert so: Die am Projekt teilnehmenden Geschäfte haben eine Klingel mit dem Projektaufkleber und sind auch in der dafür entwickelten Smartphone-App aufgeführt. Die Person mit motorischen Behinderungen kann den Verkäufer um Hilfe bitten, indem sie die Klingel vor dem Geschäft läutet oder sich über die App ankündigt. Im Ladeninneren signalisiert ein Empfänger die Hilfeanfrage durch Licht, Ton oder Vibration. So kann der Verkäufer hinausgehen und eine mobile Rampe vor die Tür stellen.

Smart Eyes (2018)

Dieses Heimautomationsprojekt verdankt sich dem Einfallsreichtum von drei Studenten der Polytechnischen Universität in Turin. Es handelt sich um eine App für Smartphones, die für Menschen mit schweren motorischen Problemen entwickelt wurde. Indem die App hilft, gewisse Funktionen im Haus – z. B. Licht, Türen, Heizung oder Fernseher – lediglich mit den Augen zu steuern, soll sie den Menschen mehr Bewegungsfreiheit und Autonomie in der eigenen Wohnung verschaffen.

smart eyes

(Quelle: https://www.maketocare.it)

Wie funktioniert sie? Die Kamera des Smartphones erkennt die Bewegung der Augen. Dank dem Einbau von künstlicher Intelligenz, welche die Pupillen und Muskelbewegungen der Augen verfolgt, kann der Nutzer via Smartphone mit der häuslichen Umgebung interagieren. So lässt sich zum Beispiel durch mehrmaliges Schliessen der Augen der Fernsehkanal wechseln. All dies funktioniert natürlich nur, wenn die häusliche Umgebung (z. B. Türen, Fenster, Fernseher) «intelligent» ist, d. h. wenn sie mit Empfängern zur Kommunikation mit dem Smartphone ausgestattet ist. Die Technologie wurde teils von den Studenten, teils von Apple entwickelt.

Leider deutet die Tatsache, dass die Website des Projekts nicht mehr existiert, darauf hin, dass die App keinen Erfolg hatte.

EasyEM (2019)

easyem

(Quelle: https://www.easyemisfero.com)

EasyEM ist eine Bekleidungsmarke, die Kleidung für Menschen mit eingeschränkter Motorik in den oberen Gliedmassen herstellt. Dank eines ausgeklügelten Systems lassen sich die Kleidungsstücke und der Reissverschluss mit nur einer Hand anziehen und schliessen.

Das Projekt war Make to Care-Finalist 2019 und die Produkte sind nun auf dem Markt. Die Marke bietet einen persönlichen und massgeschneiderten Service. Weitere Informationen über EasyEM und ihre Bekleidungsprodukte findet Ihr auf ihrer (italienischen) Website und auf Facebook.

Was haltet Ihr von diesen vier Projekten? Welches erscheint Euch nützlich und welches weniger?

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