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  3. Freitag, 04. Dezember 2020

Hallo!

Meine Frage bezieht sich auf eine junge Frau, die einen inkompletten Querschnitt unterhalb C3 erlitten hat, aber dabei wirklich Glück im Unglück hatte.

Therapie und Reha haben sie soweit gebracht, dass sie auch ohne Hiilfsmittel mittlere Distanzen gehen kann. Natürlich könnte das Gangbild besser sein. Bei ihrer armbetonten Tetraparese bereitet ihr die rechte Schulter die größten Probleme - oberhalb der Schulter ist wenig bis gar nichts möglich, genauso verhält es sich bei der Abduktion. Auch wenn zunächst eine neurogene Blasen- und Mastdarmstörung diagnostiziert wurde, scheinen in Bezug darauf praktisch keine Probleme zu bestehen. Das ist der Stand nach ungefähr 2 Jahren.

Eine einzelne ärztliche Meinung sagt, dass es Menschen in ihrem Alter (23) häufig gelingt, vieles zu kompensieren, was mit fortschreitendem Alter (so um die 50) schwieriger werden soll. Im Bereich der Mobilität kann ich mir das vorstellen und auch beim Thema Arme/Schulter ist das für mich denkbar.

Aber - und das ist der Kern meiner Frage - ist eine Verschlechterung im Bereich Blase/Darm tatsächlich denkbar, auch wenn das aktuell alles ziemlich unfauffällig ist?

Vielen Dank und Gruß

Patrick

Dr. Koligi
Dr. Online
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Hallo Patrick

Grundsätzlich ist durch die Paraplegie oder Tetraplegie davon auszugehen, dass eine Blasenfunktionsstörung vorliegt. Inwiefern dies sich bemerkbar macht, ist nach Ausmass der Störung individuell unterschiedlich. Daher ist es wichtig, sich in zeitlich regelmässigen Abständen (das muss das betreuende Urologie-Team bestimmen) untersuchen zu lassen, um rechtzeitig Störungen zu identifizieren und ggf. zu behandeln.

Lediglich problemloses Wasserlösen heisst nicht, dass keine Störung vorliegt, so dass jede/r Paraplegiker/in an einer spezifischen urologischen Abteilung angebunden sein sollte. Falls dies bei der jungen Frau noch nicht der Fall ist, sollte man es zeitnah veranlassen.

Bleiben Sie gesund!

Beste Grüsse

Dr. Koligi

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