Gute Nachrichten aus der Forschung: Der querschnittgelähmte Italiener Michel Roccati konnte nach monatelangem Training mit einem Rollator wieder 500 Meter am Stück laufen, Treppen hoch- und heruntersteigen und schwimmen. Zwei weitere Patienten haben einen Teil der Beweglichkeit von Beinen und Rumpf wiedererlangt, können aber keine Treppen bewältigen.

Möglich machte dies die elektrische Stimulationstherapie des Schweizer Forscherteams von Jocelyne Bloch und Grégoire Courtine von der EPFL Lausanne. Bereits 2018 hatten sie spektakuläre Bilder von inkomplett querschnittgelähmten Patienten präsentiert, die mit Unterstützung wieder laufen konnten (siehe diese Diskussion im Forum).

Neu ist, dass die Methode nun auch bei Patienten mit kompletter Querschnittlähmung funktioniert hat. Zudem können die Patienten ihr Training nicht mehr nur im Labor bestreiten, sondern auch draussen. Dies würde auch soziale Aktivitäten ermöglichen, z. B. mit Kollegen in eine Bar zu gehen.

Nach Einschätzung von Experten zwar ermutigend; es sei aber noch unklar, für welche Menschen mit Querschnittlähmung die Therapie in Frage kommt. In jedem Fall sei man noch weit davon entfernt, dass sie in der medizinischen Routine anwendbar sei. Zudem sei der Ansatz noch nicht alltagstauglich: Der so ermöglichte Gang ersetze in Bezug auf die Geschwindigkeit, die erreichten Strecken und den erforderlichen Energieeinsatz nicht den Rollstuhl.

Mehr Informationen gibt es u. a. auf 20 Minuten, der NZZ, auf SRF und im Spiegel.

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