• Die Online-Community für Menschen mit Querschnittlähmung, ihre Angehörigen und Freunde

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Reisen

In der ersten Zeit nach der Rehabilitation werden Sie sich vielleicht eher noch etwas in der Nähe, dem vertrauten Umfeld bewegen und erst mit der Zeit ferne Ziele ins Auge fassen. Vielleicht sind Sie schon während der Rehabilitation ausserhalb des Zentrums mit an Gruppenevents oder mit der Familie und Freunden unterwegs gewesen und haben erste Erfahrungen mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen gesammelt.

Mit dem Rollstuhl auf Reisen zu sein, braucht etwas mehr Planung und organisatorische Überlegungen sowie eine Portion Flexibilität und Kreativität, wenn Sie unterwegs sind, damit die Reise für Sie zum Erfolgserlebnis wird.

Reisezielwahl

Die Vorüberlegungen sind grundsätzlich dieselben wie bei jedem anderen Menschen, den das Reisefieber gepackt hat. Zuerst muss man sich entscheiden, in welches Land oder in welche Region es gehen soll und sich dann Gedanken machen, welchen Reisestil man wählen will: Strandurlaub, Bergtour, City-Hopping, ausgedehntes Sightseeing oder eine Kreuzfahrt? Hotel, Ferienwohnung oder gar Urlaub auf dem Campingplatz? Reisen mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug?

Bei der Wahl kommt es letztlich eher aufs Budget als auf den Rollstuhl und die benötigten Hilfsmittel an. Wenn Sie eine Buchung machen, egal ob Flug, Zug, Hotel oder Restaurant, informieren Sie die Leute, dass Sie im Rollstuhl sitzen und beschreiben Sie Ihre eigenen Bedürfnisse klar. Dies ermöglicht es den Leuten, sich auf Sie vorzubereiten.

Reisebuchungen

Wer auf eigene Faust seine Reise planen und eine Unterkunft buchen möchte, findet unter anderem im Internet rollstuhlgerechte Unterkünfte. Diese sind allerdings nicht immer ganz einfach zu finden.

Zuerst sucht man wie üblich auf einer Hotelanbieterseite nach einer Destination und einem Reisedatum, um dann unter dem Link «Weitere Eigenschaften» oder «Weitere Suchoptionen» mit dem Unterpunkt «Hotelausstattung» oder «Zimmerausstattung» die Suche zu verfeinern. Dann muss man die Rubrik «Rollstuhlgeeignet» oder «Behindertengerecht» anklicken und die Suche aktualisieren. Aber Achtung: rollstuhlgeeignet und behindertengerecht bedeuten nicht, dass Sie dort ein vollelektrisches Pflegebett und ein Badezimmer mit einem für querschnittgelähmte Menschen geeigneten Duschsitz oder gar einen Duschrollstuhl vorfinden werden.

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Es empfiehlt sich, zur Sicherheit nicht nur die Umgebung am Zielort zu überprüfen, sondern auch die gewünschte Unterkunft vor der verbindlichen Buchung zu kontaktieren und nachzufragen, wie rollstuhlgängig ein Zimmer wirklich ist (Stufen im Eintrittsbereich, Türbreite, Gangbreite im Zimmer (Rollstuhl drehen), Betthöhe, Duschsitz, evtl. Gartenstuhl zum Duschen usw.). Es kann hilfreich sein, wenn man auf wheelmap.org nachschaut, ob das Reiseziel dort auch als rollstuhlgerecht gekennzeichnet ist.

Auch wenn das alles zunächst furchtbar kompliziert klingt: Urlaub im Rollstuhl ist dank des Internets mit seinen Informationsmöglichkeiten einfacher denn je. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Urlaub zu planen und zu buchen – seien es spezialisierte Anbieter für Rollstuhl-Reisen oder mit Hilfe von Suchmaschinen für Individualreisen.

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Ausstiegshilfe durch Mitarbeiter der Bahn

Öffentliche Verkehrsmittel – Bahn / Bus / Schiff

Viele der öffentlichen Verkehrsmittel sind heutzutage rollstuhlgängig. Es empfiehlt sich jedoch, sich vorgängig gut zu informieren. Wie rollstuhlgängig ist der Zug, der Bus oder das Schiff? Muss man sich vorab anmelden? Wie ist der Zutritt zum Bahnsteig, usw. Nicht in jeden Zug ist ebenerdiges Hineinrollen möglich und manchmal ist die Höhe der Bahnsteige so ungünstig, dass Ein- oder Aussteigen nur unter grossem Aufwand möglich ist. Kleine Bahnhöfe haben selten niedrige Bahnsteige und eine Hebebühne ist nicht überall vor Ort stationiert. Bei längeren Fahrten empfiehlt es sich zudem, nach einer rollstuhlgängigen Toilette zu fragen.

Oft muss man sich 24 h vorher telefonisch anmelden. Es ist hilfreich, im Voraus zu wissen, welche Fragen man stellen möchte, um unnötige Überraschungen zu vermeiden.

Bei vielen öffentlichen Verkehrsmitteln haben Menschen mit körperlichen Behinderungen Anrecht auf reduzierte Fahrpreise. Häufig ist es so, dass entweder die Person mit Behinderung und / oder die Begleitperson einen reduzierten Preis erhalten, wenn Sie einen entsprechenden Ausweis vorlegen können. Informationen dazu gibt es bei den Betreibern selber oder auch bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung.

Flugzeug

Heutzutage haben die meisten Flughäfen die Dienstleistungen für Menschen mit einer Behinderung vereinheitlicht. Typischerweise ist für den ganzen Flughafen eine Organisation zuständig, die Menschen mit Behinderungen vom Check-in bis ins Flugzeug begleitet. Es kümmern sich nicht die einzelnen Fluggesellschaften hierum.

Organisationen wie «Careport» unterstützen beim Ein- und Aussteigen, helfen Anschlussflüge zu erreichen (es liegt jedoch in der eigenen Verantwortung sicherzustellen, dass genügend Zeit zwischen zwei Flügen eingeplant ist) und kümmern sich um die Mobilitätsausrüstung. Sie bieten jedoch keine Pflege an. Wichtig ist, dass Sie bereits bei der Buchung Ihre Behinderungsform korrekt angeben, sonst kann es passieren, dass man von Ihnen erwartet, dass Sie einige Schritte gehen können.

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Behinderten-Hubfahrzeug für barrierefreien Zugang ins Flugzeug

Vor dem Einsteigen ins Flugzeug muss man auf einen «aisle chair» transferieren. Das ist ein schmaler Sitz auf Rädern, mit welchem Sie durch die engen Gänge des Flugzeugs zu Ihrem Sitz manövriert werden. Falls Sie Unterstützung brauchen, werden Ihnen die Begleiter bei den Transfers behilflich sein. Es kann sein, dass Sie den Begleitern genau erläutern müssen, wie man Ihnen am besten helfen kann.

Während des Fluges ist zu beachten, dass das Flugpersonal keine Pflege anbietet, weder am Sitz noch auf der Toilette. Sie helfen beim Ein- und Aussteigen sowie beim Verstauen des Gepäcks. Sie leisten ansonsten keine zusätzlichen Dienste. Sollten Sie während des Fluges auf Unterstützung angewiesen sein, so müssen Sie eine Begleitperson mitnehmen.

Planen Sie, mit einem Elektrorollstuhl oder einem Swiss-Trac zu verreisen, so sind Sie dafür verantwortlich, dass der Akku korrekt abgehängt und gesichert wird. Erkundigen Sie sich im Voraus, was genau für den Flug gemacht werden muss. Es kann sein, dass das für Sie am Flughafen übernommen wird, jedoch werden Sie nicht an allen Zieldestinationen Mitarbeitende finden, die Bescheid wissen, was zu tun ist, damit der Rollstuhl wieder funktionstüchtig wird.

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Umsetzen auf den «aisle chair»

Reisen in ferne Länder und andere Klimazonen

Reisen in andere Klimazonen sind für jeden Körper eine Belastung. Mit einer Querschnittlähmung müssen Sie ein paar Dinge speziell beachten.

Bei Reisen in ferne Länder und andere Kulturen wird bekanntlich zur Vorsicht bei Essen und Trinken geraten. Nicht überall hat das Wasser Trinkwasserqualität, sodass der Verzehr von Rohkost, Früchten und Eiswürfeln nicht selten zu unliebsamen Magen-Darmerkrankungen führt. Denken Sie daran, dass Sie nicht einfach schnell aufs WC gehen können. Daher ist noch grössere Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich, für den Notfall Elektrolytlösungen in Pulverform mitzunehmen.

Wie bereite ich mich am besten vor?

Erstellen Sie eine Liste, die Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht. Zu den üblichen Effekten kommt benötigtes Material wie Katheter, Inkontinenzmaterial, Medikamente, Transferhilfsmittel usw. hinzu. Nicht in jedem Land sind Ihre gewohnten Materialien erhältlich. Daher ist es wichtig, zum üblichen Verbrauch für die geplanten Ferientage zusätzlich eine Reserve einzuberechnen. Es gibt weltweit tätige Firmen, andere sind nur in Europa vertreten. Wenn Sie eine längere Reise planen und nicht alles Material auf die Reise mitnehmen möchten, ist es oft möglich, das Material vorab zu versenden oder direkt bei der lokalen Vertretung zu bestellen. Dies muss jedoch im Voraus geklärt werden!

Vergessen Sie nicht, ärztliche Bescheinigungen, Medikamentenrezepte, Arztzeugnisse usw. mitzunehmen, damit es keine unangenehmen Überraschungen bei der Einreise in ein anderes Land gibt. Manche Medikamente sind in gewissen Ländern verboten und können nur mit einer speziellen Verordnung eingeführt werden. Am besten erkundigen Sie sich vorab bei Ihrem Arzt oder beim Ambulatorium des Querschnittzentrums, in welchem Sie in Betreuung sind.

Öffentliche Toiletten

Manchmal kann es schwierig sein, ein rollstuhlgängiges WC zu finden. Mittlerweile können einem da die digitalen Medien weiterhelfen. Es gibt für viele Reiseziele spezielle WC-Apps für Smartphones oder Internetseiten für WC-Finder.

In der Schweiz, Deutschland, Österreich und Tschechien ist der Euro Key weitverbreitet. Er ermöglicht nicht nur den Zutritt zu Behindertentoiletten, sondern wird auch für Treppenlifte usw. genutzt. Informationen unter: www.eurokey.ch. Es gibt zudem eine Smartphone-App, auf welcher die Standorte gefunden werden können.

Reisevorbereitung für medizinische Belange und Hilfsmittel

  • Krankenversicherungskarte (KVG) mitnehmen
  • Medizinisches Dossier
    • Beschreibung der Lähmung und spezieller Bedürfnisse mit entsprechenden Infos
    • Falls von der Fluggesellschaft gefordert: Flugtauglichkeitsbescheinigung
    • Dokumente evtl. auf Englisch übersetzen lassen, idealerweise in der Landessprache des Reiseziels
  • Evtl. ärztlichen Kontakt am Reiseziel erfragen / recherchieren
    • Benötigte Medikamente (zusätzlich zur Reiseapotheke) in ausreichender Menge
    • Rücksprache mit Hausarzt, ob ggf. Thromboseprophylaxe notwendig ist
  • Ärztliche Bescheinigung für Betäubungsmittel, um sie ins Ausland mitnehmen zu dürfen
  • Bei Flugreisen: Für Medizintechnik, die an Bord betrieben wird, FAA-Konformitätserklärung vom Hersteller prüfen
  • Hilfsmittel überprüfen und ggf. Ersatzteile wie Reifenflickset mitnehmen
  • Bei elektrischen Hilfsmitteln Kompatibilität Netzspannung überprüfen und ggf. Adapter mitnehmen
  • Prüfen, welche Anbieter am Urlaubsort notfalls Dienstleistungen bei technischen Pannen erbringen
  • Evtl. Hilfsmittel-Vermietung vor Ort recherchieren
    • vorgängig kontaktieren, ob gewünschtes Hilfsmittel verfügbar

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