Was ist Obstipation?

Wird der Stuhl verzögert, erschwert, mengenmässig gering, hart und trocken abgesetzt, spricht man von einer Obstipation1. Es lassen sich akute und chronische Verstopfungen unterscheiden. Zudem gibt es auch Menschen, welche unter Reiseobstipation leiden.

Verschiedene Arten von Obstipation

Chronische Obstipation

Durch die reduzierte Darmperistaltik und verminderte körperliche Bewegung sind querschnittgelähmte Menschen besonders häufig von chronischer Obstipation betroffen.

Reiseobstipation

Als Reiseobstipation bezeichnet man eine plötzlich auftretende Verstopfung als Folge einer Umstellung der Ernährung und der Umgebung auf Reisen. Sie tritt meist zeitlich begrenzt zu Beginn einer Reise auf.

Gründe dafür sind

  • ungewohnte Nahrungsmittel und Gewürze
  • Flüssigkeitsmangel bedingt durch hohe Temperaturen und trockene Luft
  • Zeitumstellung bei Fernreisen
  • ungewohnter Alltagsablauf
  • ungewohnte sanitäre Verhältnisse (keine rollstuhlgängigen Toiletten, Fehlen von Duschrollstühlen usw.)

Die meisten der oben genannten Gründe treffen auch auf einen Spitaleintritt zu. Die ungewohnte Kost, die Umstellung des Tagesablaufes (z. B. Bettruhe) und Veränderungen in der gewohnten Abführsituation (zeitlicher Druck, viele Leute im Zimmer usw.) können zu einer Obstipation führen, die sich in der gewohnten Umgebung wieder normalisiert.

Akute Obstipation

Die akute Obstipation kommt relativ selten vor und unterscheidet sich von der chronischen Obstipation darin, dass sie plötzlich auftritt und medizinisch abgeklärt werden muss. Treten zusätzlich zu normalen Verstopfungsbeschwerden weitere Beschwerden, wie ein angeschwollener Bauch, heftige Schmerzen, oder das Erbrechen von Kot auf, dann können diese Beschwerden auf einen Darmverschluss zurückzuführen sein, der sofort medizinisch behandelt werden muss.

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Wie erkennen Sie eine Obstipation?

  • Harter Stuhlgang bei mind. 25 % der Entleerungen
  • In der Regel weniger als 3 Stuhlentleerungen pro Woche
  • Längere Entleerungszeit als gewohnt
  • Verlängerte(r) Entleerungsintevalle / Abführrhythmus
  • Unvollständige Stuhlentleerungen
  • Erfolglose Stuhlentleerungsversuche
  • Starke Blähungen (evtl. Atembeschwerden verursachend)

Wie wird eine Obstipation vermieden?

  • Ein konsequentes, individuell eingestelltes Darmmanagement hilft, das Risiko für Obstipation zu reduzieren:
  • regelmässige, ausreichende Darmentleerung wenn möglich immer zur selben Tageszeit
  • ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung
  • genügende Flüssigkeitszufuhr, in heissem Klima entsprechend mehr; Richtwert: mind. 1,5 Liter Urin / Tag muss über die Blase ausgeschieden werden
  • körperliche Bewegung

Was können Sie tun, wenn es doch zu einer Obstipation kommt?

Durch eine Anpassung der oralen Stuhlmedikamente können Sie die Entleerung forcieren, allenfalls muss auch einmal zusätzlich abgeführt werden. Bringt dies keinen Erfolg, kann eine Stimulation mit einem Microclyst oder Frekaclyss notwendig werden. Führt auch dies zu keinem Erfolg, sollten Sie den Arzt kontaktieren.

Eine Obstipation kann zu gravierenden Komplikationen führen. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihr Darmmanagement konsequent durchführen und bei Veränderungen unbedingt reagieren.

 

Muss ich mich jedes Mal an den Arzt wenden, wenn ich unter Obstipation leide?

Nein. Nur wenn es sich über Tage hinzieht und sich keine Veränderung zeigt, sollte man sich an den Arzt wenden. Neue, bisher nie eingenommene Medikamente sollten Sie nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen.

Kann es sein, dass ich trotz Durchfall unter einer Verstopfung leide?

Ja, das ist möglich, man nennt das paradoxen Durchfall. Als Therapie muss in diesem Fall erst die Verstopfung beseitigt werden.

1 Verstopfung

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