Als Stuhlinkontinenz wird der ungewollte Verlust von Luft aus dem Darm oder Stuhlgang bezeichnet. Die Ursachen können neurogen, muskulär, aber auch konsistenzbedingt sein. Mit einem individuell eingestellten Darmmanagement ist es jedoch möglich, Kontinenz zu erreichen und Inkontinenzereignisse weitgehend zu vermeiden.

Diarrhoe – spezielle Formen

Diarrhoe ist das Fachwort für Durchfall. Der Stuhlgang wird häufiger und oft flüssiger als sonst ausgeschieden. Durchfall ist oft der Grund für die Inkontinenz.

Paradoxe Diarrhoe

Bei dieser Form von Diarrhoe liegt ein Hindernis im Dickdarm vor (grosse Ansammlung von hartem Stuhlgang, Tumor) und nur der bereits verdaute, dünne Stuhlgang kann das Hindernis passieren. Das bedeutet, dass flüssiger Stuhl ausgeschieden wird, obwohl eigentlich eine Verstopfung vorliegt.

Überlaufinkontinenz

Bei der Überlaufinkontinenz ist der Grund eine unzureichende Entleerung des Enddarms. Die dauernde Füllung des Enddarms (Stuhlausmauerung) führt zu einer Erschlaffung des inneren Schliessmuskels. So kann der Stuhl, der oberhalb der Stuhlausmauerung verflüssigt wurde, an dieser vorbeifliessen und es kommt zu einer ungeplanten Darmentleerung.

Was können Sie bei wiederkehrender Inkontinenz tun?

Prüfen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten

  • Ballaststoffzufuhr erhöhen
  • Ernährungsprotokoll führen, um mögliche Lebensmittel als Ursache für eine Diarrhoe herauszufinden

Optimieren Sie die Darmentleerung

  • Manuelles Ausräumen des Stuhls
  • Abführrhythmus verkürzen
  • Irrigation anwenden

Überprüfen Sie die Medikamente und passen Sie diese an

  • Osmotische Laxantien oder Quellmittel einsetzen (z. B. Movicol®, Metamucil®)
  • Medikamente im Hinblick auf ihre Wirkung auf den Darm überprüfen (z. B. Antibiotika, Eisentabletten)

Wenn diese Massnahmen keine Verbesserung bringen und die Inkontinenz weiterhin auftritt, muss eine weiterführende Diagnostik ins Auge gefasst werden, um die genaue Ursache herauszufinden.

Inkontinenz kann rasch zu Hautreizungen und Hautschädigungen führen. Flüssiger Stuhlgang kann sehr aggressiv für die Haut sein und rasch zu Hautrötungen und offenen Stellen im Analbereich führen.

Hilfsmittel

Es gibt verschiedene Arten von Einlagen, je nachdem, wie stark ausgeprägt die Inkontinenz ist. Einlagen erhöhen aber wiederum die Gefahr von Druckstellen am Gesäss. Es ist besser, wenn Sie darauf verzichten können.

Analtampon

Lässt sich eine Inkontinenz nicht hundertprozentig unter Kontrolle bringen, sind Analtampons eine Möglichkeit, trotzdem sportlichen Aktivitäten (z. B. Schwimmen) nachzugehen. Allerdings darf man die Analtampons nur für eine begrenzte Zeit anwenden. Diese ganztägig zu belassen, ist keine Alternative zu Einlagen, da die Gefahr von Druckstellen im Anus besteht.

Hautschutz

Bei akuten Hautreizungen auf Grund von Inkontinenz ist ein Hautschutz im Analbereich wichtig. Dabei ist es wichtig, dass Cremen und Salben nur dünn aufgetragen und zwischendurch vollständig entfernt werden:

  • Zinkpaste oder -creme (z. B. Oxyplastine® Wundpaste)
  • Dexpanthenol Salbe (z. B. Bepanthen® Salbe) – kann pur oder 1 : 1 mit Zinkpaste gemischt angewendet werden
  • 3M™Cavilon™ Langzeit Hautschutzcreme für intakte Haut; für bereits beschädigte und wunde Haut 3M™Cavilon™ reizfreien Hautschutzfilm verwenden

Wie lässt sich Zinkpaste einfach und ohne grosses Rubbeln entfernen?

Am einfachsten entfernt man die Paste mit Öl. Babyöl oder einfaches Salatöl eignen sich gut.

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