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Trachealkanüle

Die Luftröhre, auch Trachea genannt, beginnt unterhalb des Kehlkopfes und reicht bis in den Brustkorb, wo sie sich in das Bronchialsystem der Lunge aufteilt. Die Luftröhre ist ein stabiler, fester Schlauch, durch den die Atemluft in die Lunge geleitet wird. Bei einer Tracheotomie wird ein Zugang zur Luftröhre unter Umgehung der oberen Atemwege geschaffen, um eine freie Atmung oder Beatmung zu gewährleisten oder um den Atemweg zu verkürzen. Dazu verwendet man eine Trachealkanüle, mit oder ohne Cuff1.

Manchmal wird eine Trachealkanüle auch bei massiven Schluckstörungen mit Gefahr der Aspiration2 eingesetzt. Mit einer geblockten (gecufften) Kanüle können die tiefen Atemwege vor einer Aspiration geschützt werden.

Trachealkanülen gibt es in verschiedenen Formen und Grössen, welche individuell ausgewählt werden. Der Wechsel der Trachealkanüle erfolgt durch entsprechendes Fachpersonal alle vier Wochen. Die Trachealkanüle ist ein Fremdkörper und bedarf gegebenenfalls einer Gewöhnung.

Mögliche Komplikationen der Trachealkanüle

  • Medizinische Eingriffe beinhalten trotz Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen immer gewisse Komplikationsrisiken. Diese sind insbesondere:
  • leichte Blutung um die Kanüle herum – kann in der Regel durch Kompressionen und Wundverbände kontrolliert werden
  • Wundinfektion – erfordert unter Umständen eine Antibiotikatherapie
  • Lufteinschlüsse im Hautgewebe (= subkutanes Emphysem), die sich durch Knistergeräusche bei Druck äussern – sind in der Regel harmlos
  • Blut fliesst in die Lunge – kann zu Lungenentzündung führen
  • Verstopfen der Kanüle – kann durch regelmässige Pflege der Trachealkanüle verhindert werden
  • Verschieben der Kanüle, weshalb diese gut fixiert werden muss
  • seltene Komplikationen: Stimmbandlähmung oder starke Blutungen

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Trachealkanüle mit Cuff

Eine gecuffte Trachealkanüle wird verwendet, wenn der / die Betroffene nicht selbständig schlucken kann oder um eine optimale künstliche Beatmung zu gewährleisten. Der Cuff ist ein aufblasbarer Ballon um die Kanüle, der die Trachealkanüle an der Luftröhre abdichtet. Somit wird verhindert, dass Speichel und Sekret ungehindert vom Mund-Nasen-Raum in die Luftröhre dringen können.

Mit einer gecufften Trachealkanüle kann man nicht sprechen, da die Atemluft den Kehlkopf umgeht. Auch Räuspern oder Husten ist unmöglich, weil die Luft ohne Druckaufbau entweicht. Das Riechen ist ebenfalls stark beeinträchtigt, denn die Einatmung erfolgt nicht mehr über die Nase.

Bei spontaner Atmung ohne apparative Unterstützung wird die gecuffte Trachealkanüle mit einem Filter, der sogenannten «künstlichen Nase», kombiniert. Diese behält die Wärme und Feuchte der eigenen Ausatemluft zurück und gibt sie bei der nächsten Einatmung ab. Ausserdem reinigt die künstliche Nase die Luft und schützt so die Lunge vor Schmutzpartikeln.

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Sprechen mit Trachealkanüle

Für die zwischenmenschliche Kommunikation ist das Sprechen von grosser Bedeutung. Damit es auch mit Trachealkanüle möglich ist, wird ein Sprechaufsatz eingesetzt. Das Sprechventil ist ein Einwegventil, das die Einatmungsluft einströmen lässt und sich bei der Ausatmung verschliesst. Somit wird der gesamte Luftstrom bei der Ausatmung nur über die oberen Atemwege (Kehlkopf, Rachen, Mund, Nase) geleitet, wodurch das Sprechen ermöglicht wird. Durch das Einwegventil kann auch ein Widerstand aufgebaut werden, der einen Hustenstoss ermöglicht.

Dieser Vorgang ist nur mit einer entblockten (entcufften) Trachealkanüle möglich. Bei geblockter Trachealkanüle kann der Luftstrom nicht mehr über die oberen Atemwege entweichen.

Wird das Sprechventil den ganzen Tag verwendet, besteht die Gefahr, dass das Trachealsekret sehr trocken wird, weil keine künstliche Nase vorhanden ist. Im schlimmsten Fall kann sich die Trachealkanüle durch Sekretpfropfen oder Krusten verschliessen. Deshalb ist das regelmässige Befeuchten der Atemwege durch Inhalieren wichtig.

Das Sprechen mit dem Sprechventil wird mit dem Logopäden geübt.

Schlucken / Essen mit Trachealkanüle

Bei einer gecufften Trachealkanüle kann das Sekret, das durch den Kehlkopf in die Atemwege läuft und sich oberhalb des Cuffs ansammelt, nicht aktiv abgehustet werden, da der Luftstrom vollständig durch die Trachealkanüle fliesst. Dies führt längerfristig zu einer Verminderung der Sensibilität – das bedeutet, wenn man wieder mit der oralen Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme beginnt, kann man nicht oder zu spät mit reflektorischem Husten reagieren und das Risiko einer Aspiration erhöht sich. Bei den ersten Schluckversuchen erfolgt eine intensive Unterstützung und Betreuung durch den Logopäden.

Inhalationen

Um das Trachealsekret flüssig zu halten oder das Abhusten zu erleichtern, sind regelmässige Inhalationen nötig. Diese werden mit einer Kochsalzlösung und evtl. sekretlösenden Medikamenten durchgeführt. Damit die Inhalationen effektiver sind, erfolgen sie mit einer geblockten Trachealkanüle.

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1 Ballon, Manschette um die Kanüle

2 Eindringen von Material in die Atemwege

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