Das Ereignis

90 Probanden, kerngesunde Männer im Alter zwischen 28 und 49 Jahren, haben einen neuen Wirkstoff des portugiesischen Pharmaherstellers Bial getestet.

Die französische Firma Biotrials hat diese Tests gemäss strengen Vorgaben seit Juli 2015 durchgeführt. Es ging um die Verträglichkeit der Substanz und (noch) nicht um deren angedachte Wirksamkeit als Schmerzmittel. Sechs der Probanden zogen sich dabei im Januar 2016 dramatische neurologische Komplikationen zu: Einer von ihnen ist hirntot, weitere drei müssen mit dauerhaften Behinderungen rechnen.

Beurteilung

Bei sogenannten «Phase-1-Studien» dieser Art sind solche Vorkommnisse äusserst selten. Alles wird daran gesetzt, sie zu verhindern. Gerüchtweise ist aber kolportiert geworden, dass es sich bei der Substanz um ein synthetisches Cannabinoid handle - also einen Wirkstoff der lieblichen Cannabis-Pflanze, die der Drogenszene Haschisch und Marihuana beschert. Das trifft mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht zu. Dagegen scheint es möglich, dass die in Portugal entwickelte Substanz in unserem zentralen Nervensystem auf dieselben Punkte - Rezeptoren - einwirkt wie die Wirkstoffe von Cannabis. Es grenzt aber nach heutigem Ermessen an üble Nachrede, diese Substanz jetzt mit Cannabis gleichzusetzen.

Was Cannabis kann und nicht kann

Die bisherigen Erfahrungen mit Cannabis zur Behandlung von Spastizität, aber auch Schmerzen sind mehrheitlich gut bzw. neutral und in keinem Falle lebensbedrohlich. Es hat sich allerdings gezeigt, dass es besser ist, die Pflanze als Ganzes zu konsumieren und nicht die einzelnen Wirkstoffe. Von diesen Wirkstoffen sind THC und CBD die effektivsten. THC begünstigt auch den Berauschungszustand und hat deshalb Haschisch und Marihuana bekannt gemacht. Im Zusammenhang mit medizinischen Zielsetzungen, wie Krampflösung und Schmerzlinderung, sind Rauschzustände aber nicht erwünscht.

Es ist heute durchaus möglich, Cannabis so zu dosieren, dass nur erwünschte Wirkungen eintreten. Umso bedauerlicher ist es, wenn jetzt ein offensichtlich fehlgeschlagener Versuch Cannabis ungerechtfertigt in Verruf bringt.

Lasst euch also nicht irreführen. Cannabis als Heilmittel, selbst ein Joint, sind nicht tödlich! Im Gegenteil: Im Zweifelsfalle ist Cannabis gesund - das behaupte ich jetzt mal!

Teilt ihr diese Meinung - viele von uns haben doch einschlägige Erfahrungen!?

Im Anhang ein Artikel zur Cannabis-Tinktur, die in der Schweiz erhältlich ist, sofern ihr entsprechende Symptome habt.

Kommentare (1)

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Ich füge an, dass schon am Tag nach Veröffentlichung meines Berichts, also am 17. Januar, einer der Probanden verstorben ist. Die portugiesische Pharmafirma Bial bedauert den tragischen Vorfall sehr und betont in ihrer Stellungnahme, dass das...
Ich füge an, dass schon am Tag nach Veröffentlichung meines Berichts, also am 17. Januar, einer der Probanden verstorben ist. Die portugiesische Pharmafirma Bial bedauert den tragischen Vorfall sehr und betont in ihrer Stellungnahme, dass das getestete Molekül kein Derivat der Haschischpflanze, also Canabis sativa, ist. Der von Bial entwickelte Wirkstoff fördert aber ein körpereigenes Cannabinoid, das seinerseits auf das Zentralnervensystem einwirkt - auf offensichtlich beängstigende Weise, wie wir jetzt wissen. Es läuft eine offizielle Untersuchung.
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