Wohlige Wärme, süsses Nichtstun, verführerische Genüsse, angenehme Mitmenschen – das ist Ferienmusik

«Die Leichtigkeit des Seins» ist schon fast ein geflügeltes Wort. Niemand weiss genau, was es ist, alle glauben, zu verstehen, was gemeint sein könnte: Ferienstimmung zum Beispiel.

Leichtigkeit spüren wir, als wäre sie Musik

Wir sind in lauschiger Umgebung, es herrscht angenehmes Wetter, liebenswürdige Menschen lesen uns unsere Wünsche von den Lippen ab, erfüllen sie unaufdringlich, stören uns nicht weiter. Morgens schlafen wir aus, gleiten langsam in den Tag, lassen uns unbeschwert tragen, unternehmen leichtfüssig, was uns behagt, uns lustvoll erfüllt – bis wir abends nach lukullischem Essen in geselliger Runde zufrieden und angenehm ermüdet ins Bett sinken, unseren geliebten Partner vielleicht noch etwas betasten, ihn liebkosen und uns schliesslich wohligem Schlaf mit wundersamen Träumen ergeben. Alles fügt sich so wunderbar leicht wie die Harmonie und der Rhythmus wohliger Melodien, die uns beschwingen, anregen, erheitern, erleichtern, zum Tanzen verleiten, uns in sommerlicher Wärme mit der Welt versöhnen.

Solche Erlebnisse wünschen wir euch allen in der Community in der bevorstehenden Sommerzeit.

bunte ballons fliegen nach oben

Das Leben erzählt auch anderes – ebenso die Musik

Im Stau sind wir stecken geblieben, kommen erst spät zum Hotel, sehen sofort, dass es nicht, wie versprochen, direkt an den See stösst. Das Restaurant ist bereits geschlossen, unser Zimmer liegt über der Küche mit Blick auf den Hinterhof. Lärmig ist es. Die Rezeptionistin spricht kaum Deutsch, zeigt keinerlei Verständnis für unseren Unmut. Dafür hält sie uns vor, zu spät gekommen zu sein. Das Nachtessen ist verfallen. Es ist die Hölle.

Die ausgewogene Melodie angenehmer Leichtigkeit mag nicht aufkommen. Im Gegenteil, Disharmonie herrscht vor, wir haben wieder mal tief in den Pechkübel gegriffen. Dabei ist nicht einzusehen, was wir falsch gemacht haben, es hat sich einfach so gefügt, mit Leichtigkeit, mit unerträglicher Leichtigkeit des Seins.

Dieselbe Leichtigkeit des Seins führt uns manchmal von einem Glückmoment zum andern, ein anderes Mal lässt sie uns im Pech hängen; am liebsten wären wir blind, um es nicht zu sehen.

Im Alltag geschieht alles leicht

Mit widerwärtiger Leichtigkeit geschehen auch die meisten Unfälle. Niemand hat sie im Schweisse des Antlitzes vorbereitet. Ein Fehlgriff, ein Fehltritt, eine Unachtsamkeit – keine Sekunde vergeht, und es ist geschehen. Es folgen harte Zeiten.

Wir Rollstuhlfahrer kennen das. Auch aus Ferien, die anfänglich zu missraten scheinen, ziehen wir das Beste. Mehr als im Alltag müssen wir uns auf Reisen überraschen lassen, offen sein für Neues und auch Fremdartigem mit dem nötigen, auch musikalischen Gespür begegnen.

Was auch immer euch der sommerliche Urlaub bringt – wir raten: Nehmt’s leicht. Und schliesslich: Sogar zu Hause ist’s leichter in der weniger überladenen Sommerzeit!

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