Dankbarkeit ist die Grundlage für ein glückliches Leben

Was ist Dankbarkeit?

Wir empfinden das Gefühl von Dankbarkeit, wenn wir schätzen, was wir haben: eine Person, eine Situation oder etwas Schönes in unserem Leben.

Es ist ein schönes Gefühl, ähnlich wie Glück. Dankbarkeit empfinden wir spontan, wenn uns etwas Gutes widerfährt, aber es kann auch eine bewusste Entscheidung sein. Man kann sich darum bemühen, Dankbarkeit zu einem Teil des Alltags zu machen. Mit der Zeit werdet Ihr immer mehr Gründe finden, dankbar zu sein – und viele Vorteile davon haben.

Das Geheimnis des Glücks ist, für alles, was wir im Leben haben, dankbar zu sein, auch für die kleinsten Dinge. Wie oft denkt Ihr: «Wäre ich doch nur dünner/reicher/gesünder, dann wäre ich glücklich und zufrieden»? Doch Dankbarkeit und Glück sollten nicht von den Umständen abhängen.

«Dankbarkeit kann normale Tage zu einem Erntedankfest machen, Routinearbeiten Spass machen lassen und gewöhnliche Gelegenheiten in Segnungen verwandeln.»

William Arthur Ward

Forschung über Dankbarkeit

Der Begründer der Positiven Psychologie, Martin Seligman, definiert diese als die «wissenschaftliche Studie der Dinge, die das Leben lebenswert machen». In der Positiven Psychologie geht es um positive Gemütszustände wie Dankbarkeit.

Die Psychologen Robert Emmons und Michael McCullough sind zwei der berühmtesten Forscher auf diesem Gebiet. Insbesondere untersuchten sie einen Zusammenhang von Dankbarkeit und Wohlbefinden. 2003 führten sie eine Studie durch, in der sie die Teilnehmer in drei Gruppen einteilten und sie baten, täglich oder wöchentlich Tagebuch zu führen. Die Personen der ersten Gruppe sollten Dinge notieren, für die sie dankbar waren; die der zweiten Gruppe sollten Dinge festhalten, die sie verärgerten; und die der dritten Gruppe sollten Ereignisse notieren, die sie nicht beeinflussten.

Das Ergebnis nach zehn Wochen war vielversprechend: Die erste Gruppe – die Dinge notierten, für die sie dankbar waren – berichtete über einen allgemein besseren Gesundheitszustand. Ausserdem hatte sich ihre Schlafqualität verbessert und ihre Lebenseinstellung war optimistischer.

frau im sonnenblumenfeld

Vorteile durch Dankbarkeit

Wollte Ihr Eure Gesundheit verbessern? Dann seid dankbar für das, was Ihr habt!

Wenn wir uns dankbar fühlen, setzt das Gehirn Glückshormone wie Dopamin, Oxytoxin und Endorphine frei. Zugleich wird Stress reduziert. Diese physiologischen Reaktionen können uns glücklicher machen, unser Wohlbefinden verbessern und sogar unsere empfundene physische Gesundheit verbessern.

Studien fanden insbesondere die folgenden positiven Auswirkungen von Dankbarkeit auf die Gesundheit:

  • Weniger depressive Symptome. In einer Studie wurden die Teilnehmer gebeten, ein paar Dankbarkeits-Übungen durchzuführen, u. a. ein Dankbarkeits-Tagebuch zu führen und jemandem einen Brief zu schreiben, der Dankbarkeit ausdrückt. Viele Teilnehmer berichteten von positiven Veränderungen über Wochen oder sogar Monate hinweg, einschliesslich der Abnahme von Depressionssymptomen.
  • Besserer Schlaf. Studienteilnehmer berichteten von einer besseren Schlafqualität und Schlafdauer.
  • Herzgesundheit. Studien zeigten sogar verbesserte Blutdruckwerte und positive Auswirkungen auf Herzprobleme.

holzherz

Doch das ist noch nicht alles. Das Gute in unserem Leben zu würdigen, kann viele weitere Vorteile bringen:

  • Es hebt unsere Stimmung und verbessert unsere Beziehungen. Wir sind positiver eingestellt, ausgeglichener und glücklicher. Wenn wir unseren Familien und Freunden Dankbarkeit entgegenbringen, fühlen sie sich besser und wir uns auch, was wiederum unsere Beziehungen generell verbessert.
  • Es reduziert negative Emotionen wie Neid, weil wir schätzen, was wir haben, anstatt uns mit anderen zu vergleichen. Ausserdem fördert Dankbarkeit positive Emotionen wie Hoffnung oder Optimismus.
  • Es verbessert unser Arbeitsumfeld. Menschen, die Dankbarkeit zeigen, sind bessere Führungskräfte und bauen bessere Netzwerke auf. Ausserdem sind sie im Schnitt produktiver und treffen bessere Entscheidungen.
  • Es erleichtert uns, mit Schwierigkeiten umgehen. Hin und wieder haben wir alle schlechte Tage, an denen alles schief zu laufen scheint. Doch wenn es uns in diesen Momenten gelingt, dankbar zu bleiben, dann fällt es uns leichter, die grossen und kleinen Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Tipps für mehr Dankbarkeit im Leben

hund mit thank you karte im mund

Möchtet Ihr mehr Dankbarkeit in Euer Leben bringen? Es braucht nicht viel! Hier ein paar Ideen – findet heraus, was für Euch am besten funktioniert:

  • Führt Tagebuch. Schreibt jeden Tag mindestens drei Dinge auf, für die Ihr dankbar seid – auch an Tagen, an denen es schwerfällt. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr dafür auch eine App verwenden.
  • Drückt Eure Dankbarkeit aus. Macht es Euch zur Gewohnheit, Euren Mitmenschen aufrichtig zu danken. Ein herzliches «Dankeschön» an Eure Lieben, den Busfahrer, einen Kollegen, die Bedienung, die Euch den Kaffee bringt! Nehmt Euch die Zeit und sagt ihnen, dass Ihr froh und dankbar seid, dass sie für Euch da sind. Auch einen Brief schreiben kann eine gute Idee sein. Keine Zeit zum Schreiben? Dann dankt jemandem in Gedanken: Denkt an die Person und daran, was er oder sie für Euch getan hat.
  • Praktiziert Dankbarkeitsmeditation. Der Fokus dieser Art von Meditation liegt darauf, für alles im Leben Dankbarkeit auszudrücken. Ein guter Einstieg ist ein Video oder Audio, in dem Euch jemand durch die Sitzung leitet.
  • Lasst Euch von den Berichten anderer inspirieren, wie Dankbarkeit ihr Leben verbessert hat – aber seid Euch auch bewusst, dass sie nicht jedem hilft.

Sagt «Dankeschön» – ein Motivationsvideo über die Wichtigkeit von Dankbarkeit

Zum Abschluss: Nehmt Euch Zeit, jeden Tag dankbar zu sein. Es hilft Euch, die Geschenke des Lebens stärker wahrzunehmen und sie in vollen Zügen zu geniessen.

Jetzt bleibt nur noch die Frage an Euch: Wofür seid Ihr heute dankbar?

Kommentare (3)

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Liebe Julia,

Deinen Beitrag über "die Macht der Dankbarkeit" finde ich grossartig. Ich erkenne mich in vielem. Seit meiner Querschnittlähmung im Mai 2015 befinde ich mich im "Dankbarkeitsmodus". Daraus schöpfe ich immer wieder die Kraft zum...

Liebe Julia,

Deinen Beitrag über "die Macht der Dankbarkeit" finde ich grossartig. Ich erkenne mich in vielem. Seit meiner Querschnittlähmung im Mai 2015 befinde ich mich im "Dankbarkeitsmodus". Daraus schöpfe ich immer wieder die Kraft zum Weitermachen. Sogar in dunklen Phasen habe ich bis jetzt immer wieder einen Ausgang gefunden. Dabei unterstützen mich auch einige Lieblingsbücher, z.B. von Anselm Grün. Ihm habe ich sicher einiges an Zufriedenheit zu verdanken. Auch Gedanken des Dalai Lama gehören in mein Schatzkästlein, z.B. "Nächstenliebe ist wichtiger als die Religionen".

Die Idee eines Tagebuches gefällt mir auch sehr. Die kleinen glücklichen Momente darin festzuhalten, kann in schwierigen Zeiten ein Rettungsacker sein. Auch vor dem Zubettgehen darin zu blättern, wäre vielleicht eine gesunde Einschlafhilfe.


Sei herzlich gegrüsst von

cucusita

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Liebe Cucusita

vielen Dank für Deinen lieben Kommentar und dafür, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst.
Ich stimme Dir zu: Ich schätze die Kraft der Dankbarkeit auch sehr, sie ist ein guter Weg, um in Gelassenheit zu leben, auch in den...

Liebe Cucusita

vielen Dank für Deinen lieben Kommentar und dafür, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst.
Ich stimme Dir zu: Ich schätze die Kraft der Dankbarkeit auch sehr, sie ist ein guter Weg, um in Gelassenheit zu leben, auch in den schwierigsten Momenten des Lebens.

Aus meiner Erfahrung empfehle ich es sehr, ein tägliches Tagebuch zu schreiben. Oder um es interaktiver zu machen: Seit ein paar Jahren schreibe ich jeden Abend einer Freundin mindestens drei Dinge vom Tag, für die ich dankbar bin. Sie tut das Gleiche für mich, so ist es für uns beide einfacher, uns an "unsere Aufgabe" zu erinnern und wir inspirieren uns gegenseitig. Wie Du gesagt hast: An diese kleinen täglichen positiven Dinge zurückzudenken, kann eine gesunde Art sein einzuschlafen, mit einem Lächeln im Gesicht.

Alles Gute und viele Grüsse
Julia

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Liebe Julia

Offenbar bist du bereits eine Fortgeschrittene auf dem Weg der Dankbarkeit. Den täglichen Austausch mit einer Freundin finde ich nachahmenswert. Heute Morgen habe ich mich über den Austausch zwischen Generationen (ich bin im...

Liebe Julia

Offenbar bist du bereits eine Fortgeschrittene auf dem Weg der Dankbarkeit. Den täglichen Austausch mit einer Freundin finde ich nachahmenswert. Heute Morgen habe ich mich über den Austausch zwischen Generationen (ich bin im fortgeschrittenen Alter) ganz besonders gefreut.

Mit herzlichen Grüssen

cucusita

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