Lernen, wie man lernt – um alles, was man im Leben möchte, leichter und schneller zu erreichen.

Wissen zu integrieren ist in unserer rasch voranschreitenden Gesellschaft manchmal schwierig, weil es eine überwältigende Menge an Informationen gibt. Aus diesem Grund wird Aufmerksamkeit als unsere wertvollste Ressource angesehen, denn durch sie entscheidet sich, wo wir unsere persönliche Energie hineinstecken. Um diese Aufmerksamkeit und Energie am effizientesten einzusetzen, kann jeder, der möchte, sich ein Set von Metakompetenzen aneignen. Manche davon ermöglichen uns, bessere Leistungen zu erzielen, während andere uns einfach helfen, ein bedeutungsvolleres und verbundeneres Leben zu führen.

Metakompetenzen sind vollständig autodidaktisch erlernte, dauerhafte Fähigkeiten, die den Erwerb anderer, leistungsorientierter Fähigkeiten ermöglichen. Ausserdem lassen sich mit ihnen zahlreiche Probleme lösen. Die Entwicklung von Metakompetenzen erfordert mehr Energie und Konzentration als normale Routineaufgaben. Wenn man aber bedenkt, dass Metakompetenzen das Tor zu so ziemlich allen anderen lernenswerten Fähigkeiten sind, kann ihr Nutzen nicht hoch genug geschätzt werden.

Hier sind zehn sehr interessante Metakompetenzen, die man erwerben kann:

  1. Achtsamkeit – alle Wege führen ins Jetzt. Sie bedeutet, ganz im Hier und Jetzt präsent zu sein, mit offener Aufmerksamkeit und objektiver Betrachtungsweise. Ein achtsamer Zustand führt zu Klarheit und ermöglicht es, seine Aufmerksamkeit gezielt einzusetzen. Dies lässt sich hauptsächlich durch die einfache Praktik täglicher Meditation erreichen.
  2. achtsamkeit

  3. Selbstwahrnehmung – die grundlegende menschliche Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und Selbsterkenntnis. Sie bedeutet, sich dessen bewusst zu sein, wer man ist, mit seinem einzigartigen Charakter und seinen individuellen Merkmalen, Stärken und Schwächen, Idealen und Zielen. Sie ist auch mit der Metakognition verbunden, also der Fähigkeit, sich seiner Denkprozesse bewusst zu werden und sogar Zugang zum Unterbewusstsein zu erhalten. Dieses ist der Bereich, in dem wir alle unsere persönlichen inneren Talente suchen und fördern sollten – wir alle haben mindestens eines.
  4. Kreative Phantasie – «Phantasie ist alles, sie ist die Vorschau auf die kommenden Attraktionen des Lebens» und wurde von Einstein auch für «wichtiger als Wissen» gehalten. In diesem Artikel in Psychology Today erfahrt Ihr mehr über seine Ansichten zu kreativem Denken, Musik und wissenschaftlicher Vorstellungskraft – oder lest mehr von seinen berühmten Zitaten hier.
  5. maler

  6. Autodidaktik – eine existenzielle Fähigkeit, die es zu entwickeln gilt, denn sie ebnet den Weg zu neuen Grenzen, individuellen wie auch kollektiven. Es ist die Neugierde auf das Unbekannte, die unseren Verstand zur Evolution beitragen lässt.
  7. Anpassungsfähigkeit – also wie schnell, leicht und glücklich man mit Veränderungen und schwierigen Umständen umgeht. Man fühlt sich in solchen Situationen wohler, indem man flexibler wird angesichts eines sich ständig verändernden Umfelds. Anpassungsfähigkeit gilt zudem für alle Spezies auf dem Planeten als Zeichen von Intelligenz.
  8. Perspektiven einnehmen – die Fähigkeit, die Welt durch mehrere Linsen zu sehen und persönliche Neigungen ausser Acht zu lassen. So lassen sich dank einem umfassenderen Verständnis neue Ansätze finden. Ausserdem fördern wechselnde Perspektiven die Bildung von Empathie – heutzutage ein kostbares «Gut».
  9. hochhäuser im gewölbten spiegel

  10. Gewohnheiten entwickeln – der Philosoph Will Durant sagte einmal: «Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vortrefflichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.» Anders gesagt, ist es für unseren Erfolg entscheidend zu lernen, wie wir gesunde, nachhaltige Gewohnheiten schaffen und ein Leben lang beibehalten. Sie geben uns Stabilität und Kontinuität beim Verfolgen langfristiger Pläne.
  11. Improvisieren – diese Fähigkeit ist in vielen Stresssituationen nützlich, da sie es ermöglicht, einen Inhalt besser zu kommunizieren, wenn dessen Übermittlung nicht ausreichend vorbereitet wurde.
  12. Beidhändigkeit – die Fähigkeit, beide Hände fast gleich gut zu gebrauchen. Wenn Ihr Eure Arme benutzen könnt, kann sich das Training beider Seiten wirklich auszahlen, insbesondere in Bereichen wie Sport, Kunst und Musik. Beidhändigkeit unterstützt auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Gehirnhälften und erweist sich bei vielen alltäglichen Aktivitäten als hilfreich.
  13. Zeitmanagement – diese Kompetenz ist ein Muss in unserer heutigen Welt, in der sich die Termine in unseren Kalendern scheinbar überschneiden. Um sich hier auszuzeichnen, muss man bei Interessen und Aufgaben priorisieren. Ebenso wichtig ist es, eine Auszeit von den täglichen Routinearbeiten zu nehmen, damit wir wahrlich wir selbst sein können!
  14. terminkalender

Für diejenigen, die sich wirklich für dieses Thema interessieren, gibt es andere Metakompetenzen, die eher auf die Berufswelt ausgerichtet sind und von Top-Rekrutierungsunternehmen besonders gesucht werden.

Ihr findet, dass diese Metakompetenzen lange brauchen oder schwer zu erreichen sind? Es gibt auch andere, die Ihr durch einfache Tricks schneller und leichter erwerben könnt. Ein Beispiel ist eine hohe Lesegeschwindigkeit, die es erlaubt, sich in kürzerer Zeit mehr Wissen anzueignen. In diesem Video erläutert der Experte für Gehirnentwicklung Jim Kwik seine Methodik. Hier sind drei wesentliche Hilfsmittel, die Euch dabei helfen können, Eure Lesegeschwindigkeit sofort zu verbessern:

  • Verwendet einen beweglichen Positionsanzeiger, wie einen Stift oder den Zeigefinger. Dieses einfache Werkzeug ist sehr effizient und funktioniert auf Anhieb.
  • Nicht aussprechen, was Ihr gerade lest, auch nicht im Kopf. Dadurch wird die Lesegeschwindigkeit an die Geschwindigkeit des Denkens angeglichen, die viel höher als die des Sprechens ist.
  • Setzt Euch aufrecht hin und positioniert das Lesematerial auf Augenhöhe. Dies hilft, den Körper länger und konzentrierter in der Aktivität engagiert zu halten und ist weniger ermüdend für ihn.

lesen mit finger 

Meiner Meinung nach gibt es eine Metakompetenz, die wir unbedingt beherrschen sollten. Es geht eigentlich nicht um etwas, das wir im Laufe unseres Lebens erwerben können, sondern eher darum, uns die Erinnerung daran zu erhalten. Was ich meine ist, unsere innere kindliche Unbefangenheit zu bewahren und die Dinge offen und unvoreingenommen zu betrachten. Dies bringt uns die Freude, hier und jetzt im Leben zu sein!

Was haltet Ihr von Metakompetenzen? Welche möchtet Ihr am liebsten erlernen?

Kommentare (3)

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Hallo akasha,

ein interessanter Beitrag, danke.

Beim Lesen dachte ich so für mich: Es wäre interessant, wie es mit den eigenen Werten korreliert, welche Metakompetenzen einem wichtig sind, welche man sich erarbeitet hat, welche man sich...

Hallo akasha,

ein interessanter Beitrag, danke.

Beim Lesen dachte ich so für mich: Es wäre interessant, wie es mit den eigenen Werten korreliert, welche Metakompetenzen einem wichtig sind, welche man sich erarbeitet hat, welche man sich wünschen würde...

Von den genannten Bereichen sind es wohl Gewohnheiten entwickeln und Zeitmanagement, wo ich noch einiges an Lernbedarf habe. Andererseits habe ich mich in letzter Zeit auch immer wieder mit Neuropsychologie und Neurodiversität beschäftigt, und ich denke, dass Menschen da tatsächlich auch sehr unterschiedliche Voraussetzungen haben. Zeitmanagement fällt ja schon in den Bereich der Exekutivfunktionen, und das Entwickeln von Gewohnheiten ist erschwert, wenn man eine dynamische Behinderung hat, bei der der es schlechte und gute Phasen gibt und die Planung deswegen nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Eine Metakompetenz, die mir in den letzten Jahren sehr wichtig geworden ist und die ich auch in der aktuellen Situation mit der Corona-Krise sehr wichtig finde ist das Suchen, Filtern und Bewerten von Informationen. Also der Bereich Wissenschaftstheorie, Bias, statistisches Grundwissen etc. Vielleicht wäre ein Artikel dazu auch einmal interessant?

Viele Grüße,
odyssita

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Liebe odyssita,

danke für Deinen Kommentar! Du hast völlig recht, dass gerade in der aktuellen Situation mit Corona das Thema «Suchen, Filtern und Bewerten von Informationen" sowie «Wissenschaftstheorie, Bias, statistisches Grundwissen»...

Liebe odyssita,

danke für Deinen Kommentar! Du hast völlig recht, dass gerade in der aktuellen Situation mit Corona das Thema «Suchen, Filtern und Bewerten von Informationen" sowie «Wissenschaftstheorie, Bias, statistisches Grundwissen» besonders wichtig ist. Aus diesem Grund haben vier Kommunikationswissenschaftler aus unserem Institut ein «Vademecum» mit Tipps für den Umgang mit Informationen erstellt. Die aktuelle Folge 5 dreht sich um die Frage: Widerspricht sich die Wissenschaft selbst? Alle Folgen findest Du unter diesem Link: https://community.paraplegie.ch/de/ueber-diese-community/aktuelle-hinweise.

Mich würde interessieren, was Du von dem Vademecum hältst (man kann dort auch kommentieren) – wobei es sehr wahrscheinlich ist, dass für Dich als fortgeschrittene Anwenderin auf dem Gebiet einiges nicht ganz neu ist

Liebe Grüsse
Johannes

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Lieber Johannes,

oh, den Bereich der Homepage hatte ich gar nicht im Blick! Das hatte ich komplett übersehen (auf der Startseite erscheinen die Beiträge nicht, und "Über diese Community" hatte ich irgendwie vor allem als Info für neue Nutzer...

Lieber Johannes,

oh, den Bereich der Homepage hatte ich gar nicht im Blick! Das hatte ich komplett übersehen (auf der Startseite erscheinen die Beiträge nicht, und "Über diese Community" hatte ich irgendwie vor allem als Info für neue Nutzer abgespeichert - vieleicht wäre es eine Idee, den Aktuellen Hinweisen eine eigene Rubrik zu geben, statt sie unter das Überthema zu stellen?). Danke für den Link! Super, dass es das gibt und Ihr Euch die Zeit nehmt, zum Thema etwas zu schreiben.

Die Frage, wie man sich so einem Thema annähert, ist ja nicht ganz einfach. Mir gehts so, dass ich ganz gerne die Option habe, mich noch tiefer in ein Thema einzuarbeiten. Dazu ist es hilfreich, wenn es Links zu weiterführenden Artikeln gibt und wenn Fachbegriffe zwar erklärt, aber doch verwendet werden - denn mit den Fachbegriffen kann man sich dann weiterführende Informationen suchen.

Ich finde es gut, dass in den aktuellen Folgen der Fokus darauf gerichtet wird, wie sich die Wissenschaft unbekannten Themen annähert. Das finde ich ganz grundlegend wichtig für das Verständnis - dass Wissenschaft eben nicht "Fakten schafft", sondern mit Graden von Unsicherheit und Wahrscheinlichkeiten arbeitet.

Bei den ersten Folgen musste ich ehrlich gesagt ein bisschen an den Begriff "Eminenz-basierte Medizin" denken. Klar schaue ich, um einzuschätzen, wie ich eine Aussage beurteilen kann, auch auf den Lebenslauf, die Forschungsprojekte und lese ggf. auch mal in wissenschaftliche Publikationen des Autors rein um zu sehen, wie gut er differenziert und schaue ggf., Teil welcher Netzwerke der Autor ist. Aber rein nach der Position richte ich mich nicht - die ist nicht automatisch ein Garant für Kompetenz und Schutz vor Bias. Wichtig für mich ist dagegen, wie jemand sich zu Themen äußert. Wird klar erklärt, worauf sich die Aussage stützt und gut differenziert? Sind Quellenangaben dabei und wie glaubwürdig sind die Quellen? Wird auf begrenzte Aussagekraft und mögliche Einschränkungen und Fehlerquellen hingewiesen? Ist derjenige bereit, seine Meinung zu ändern, wenn sich die Datenlage geändert hat? Wenn jemand Sicherheiten kommuniziert, die es so nicht gibt, zu sehr verallgemeinert und keine Möglichkeit gibt, die Rohdaten, auf die sich die Aussagen stützen, selber anzuschauen, dann werde ich ganz kritisch. Ein Beispiel dafür war die Pressekonferenz zur Heinsberg-Studie.

Liebe Grüße,
odyssita

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