Nicht nur Hunde, sondern auch Delphine, Affen und Pferde

Seit ewigen Zeiten leben Tiere mit Menschen zusammen als Haustiere und Gefährten. Sie geben Menschen bedingungslose Zuneigung und Freude. Die enge Beziehung zwischen Mensch und Tier ist für uns ganz natürlich geworden, fast wie ein Instinkt.

Aus diesen Gründen werden Tiere oft als Behindertenbegleittiere oder sogar als Therapietiere eingesetzt. Sie unterstützen Patienten emotional und körperlich und können verblüffende Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit von Menschen haben. Im Folgenden stellen wir ein paar solcher Assistenztiere vor, die auch für Menschen mit Querschnittlähmung nützlich sein können.

Der beste Freund des Menschen

Hunde sind die am häufigsten als Assistenztiere eingesetzten Tiere. Sie sind feinsinnig gegenüber Veränderungen von Gesichtsausdrücken, Verhalten und Emotionen des Menschen. Aus diesem Grund gehören sie zu den Tieren, die am einfachsten ausgebildet werden können.

Zwei weit verbreitete Arten von Assistenzhunden sind Behindertenbegleithunde und Therapiehunde. Sie werden für unterschiedliche Zwecke ausgebildet: Behindertenbegleithunde helfen nur einer Person mit ihren speziellen Bedürfnissen. Sie erhöhen die vom Besitzer wahrgenommene Selbständigkeit, indem sie vielerlei Aufgaben übernehmen, für die der Besitzer sonst menschliche Hilfe benötigen würde. Das macht Servicehunde zu ausgezeichneten Gefährten auch für Menschen mit Querschnittlähmung.

Therapiehunde hingegen arbeiten mit mehreren Menschen in verschiedenen Situationen, z. B. zur Beruhigung, Stressreduzierung, Verbesserung der Motorik und zum Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen zu anderen Personen. Zu diesem Zweck werden zwei Rassen häufig zu Therapiehunden ausgebildet: Golden Retriever und Labrador. Eine Studie hat gezeigt, dass die Interaktion zwischen Hund und Mensch das Glücksniveau des Besitzers steigerte, durch Freisetzung von Oxytocin und Verbesserung des emotionalen Zustands.

Delphine als Therapietiere

Der Einsatz von Delphinen als Therapietiere wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer beliebter. Therapien mit Delphinen werden gewöhnlich in Schwimmbecken durchgeführt, mit in Gefangenschaft gehaltenen Tieren und einem Therapeuten, der den Patienten hilft, bestimme Aktivitäten mit den Delphinen auszuführen. Diese Therapien sollen Motorik und Sprachfähigkeiten verbessern. Eine Klinik in den USA setzt solche Therapien bei ihren querschnittgelähmten Patienten bereits seit ein paar Jahren ein.

Therapien mit Delphinen werden in vielen Touristenresorts angeboten. Die Kosten sind verhältnismässig hoch und hängen von der Anzahl der Therapiestunden und vom Hotel ab, in dem die Therapie stattfindet. Allerdings sind Therapien mit Delphinen in der Gesellschaft noch umstritten, weil viele sie als unethisch oder sogar gefährlich ansehen. Ausserdem scheint es keine einschlägigen Nachweise zu geben, dass Delphine positive Auswirkungen auf irgendeine Art von Krankheit haben. Deshalb sind Studien notwendig, die die positiven Auswirkungen von Delphintherapien bestätigen und die zeigen, wie diese Therapie ethisch einwandfrei durchgeführt werden kann.

Die helfenden Hände von Affen

Kapuzineraffen sind bekannte Behindertenbegleittiere, die Menschen mit eingeschränkter Mobilität helfen. Die kleinen Hände der Kapuzineraffen können bei einer Reihe von Aufgaben behilflich sein, wie beispielsweise Füttern, Körperpflege, Bringen und Handhaben von Gegenständen. Eine Studie hat gezeigt, dass Kapuzineraffen ideale Behindertenbegleittiere sind, die ihren Besitzern ein Gefühl der Unabhängigkeit geben und deren Leben positiv beeinflussen.

Ausserdem können diese tierischen Helfer auch als Therapietiere dienen, indem sie Menschen mit Behinderungen dabei unterstützen, mit Depression, Einsamkeit und Isolation zurecht zu kommen. Die natürliche Neugierde der Kapuzineraffen und ihre körperlichen Eigenschaften machen sie zu hervorragenden Begleitern für Menschen mit Querschnittlähmung.

Die therapeutischen Fähigkeiten der Pferde

Ein weiteres nützliches Tier für Menschen mit Querschnittlähmung ist das anmutige Pferd. Pferde werden seit vielen Jahren erfolgreich als Therapietiere eingesetzt, hauptsächlich zur deutlichen Verbesserung von Haltung und Gleichgewicht. Das Reiten funktioniert, indem der Körper des Reiters ähnlich dem menschlichen Gang bewegt wird. Ausser den Vorteilen für den Körper profitieren die Reiter auch emotional und psychisch von den Tieren. Der therapeutische Nutzen des Reitens wird von einer Vielzahl von Gesundheitsfachkräften und Verbänden anerkannt, darunter die American Physical Therapy Association und die American Occupational Therapy Association.

Menschen mit Querschnittlähmung nutzen Pferde, um ihren Körper und Geist zu stärken, zur Charakterbildung, und um Freude in ihr Leben zu bringen. Die therapeutische Wirkung von Pferden lässt sich entweder beim Freizeitreiten mit der Hilfe von Familie oder Freunden erfahren oder in speziell erstellten Rehabilitationstherapieprogrammen, der Hippotherapie. Während der Hippotherapie werden Pferd und Reiter von einem professionellen Therapeuten geführt, um die besten motorischen und sensorischen Effekte zu erzielen.

Der Bund zwischen Mensch und Tier ist unbestritten. Neben den oben erwähnten Tieren gibt es noch viele andere, wie z. B. Meerschweinchen, Katzen, Vögel und Kaninchen, die in komplementären Therapien eine bedeutende Rolle spielen und Menschen emotional unterstützen.

Weitere Informationen über Assistenztiere und tiergestützte Therapien findet Ihr im Internet:

Habt Ihr schon einmal an einer tiergestützten Therapie teilgenommen? Falls nicht, welche würdet Ihr gerne ausprobieren?

[Übersetzung des originalen englischen Beitrags]

Kommentare (1)

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Vielen Dank für diesen Bericht!
Ich finde das Thema sehr spannend. Von Affen als Assistenztiere habe ich hier zum ersten Mal gelesen - wirklich interessant.
Eine offene Frage für mich ist, welche Hilfen es gibt, ein Assistenztier (z.B....
Vielen Dank für diesen Bericht!
Ich finde das Thema sehr spannend. Von Affen als Assistenztiere habe ich hier zum ersten Mal gelesen - wirklich interessant.
Eine offene Frage für mich ist, welche Hilfen es gibt, ein Assistenztier (z.B. Assistenzhund) zu versorgen, wenn man selber aufgrund wechselhafter Gesundheit vielleicht nicht immer in der Lage ist, es so zu tun, wie man gerne würde. Gibt es da Hilfen, auf die man zurückgreifen kann, oder muss man die privat organisieren? Und wie löst man das Problem beim Gassigehen, die Hinterlassenschaften des Hundes aufzusammeln, wenn man sich nicht so einfach bücken kann?
Ich fände es großartig, perspektivisch einen vierbeinigen Begleiter zu haben - schon alleine, weil mir der Kontakt zu Tieren spürbar gut tut (Oxytocin). Aber ob das körperlich für mich mehr Hilfe oder mehr Zusatzarbeit wäre, kann ich im Moment schlecht beurteilen.
Hippotherapie interessiert mich auch schon seit langem und ich würde das sehr gerne ausprobieren. Leider sind die Angebote von meinem Wohnort aus zu weit entfernt und auch teuer. Die Reha, in der ich vor einer Weile war, hatte leider einige Jahre zuvor ihr Angebot der Hippotherapie abgeschafft. Schade...
Viele Grüße,
odyssita
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