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  Sonntag, 02. Juli 2023
  4 Antworten
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Hallo liebe Community Familie 

Heute sprechen wir über Dekubitus und wie man ihn am besten vermeidet. (Wie immer ist zu beachten: Dies sind Tipps, Tricks und Erfahrungen von selbst Betroffenen, somit gibt es keine Garantie für 100% Erfolg. Bei Beschwerden immer den eigenen Haus- oder Facharzt kontaktieren!) 

Die meisten Dekubitus-Probleme passieren am Gesäss bzw. Steissbein wie auch an den Fersen. 

Wir Betroffenen können aber selbst viel beitragen, damit die Probleme gar nicht entstehen, mit folgenden Tipps: 

Jeden Morgen nach Toilette, Hygiene und Darm-Management sollte man die Salbe Cavillon Barriere Creme auftragen, am Steissbein und Gesäss sowie bei Bedarf an den Fersen. Es reicht, wirklich wenig von der Salbe aufzutragen und einzumassieren, und es bietet einen effektiven Schutz bzw. Barriere zwischen Haut und Knochen, verhindert somit Mikro-Risse und Reizungen.

Abgesehen von dieser Massnahme ist es immer wichtig, auch die richtige Sitzposition auf dem manuellen oder elektrischen Rollstuhl zu haben. Dazu gehört auch das richtige Sitzkissen. Es gibt eine Reihe von Rollstuhl-Sitzkissen, die angeblich gegen Dekubitus sind, doch lange nicht alle bieten den besten Schutz. Ich persönlich (bei immer wiederkehrendem Dekubitus) hatte Vicair-Sitzkissen probiert, und ich habe seit nun gut 3 Jahren und mit der Salbe nie wieder Probleme bekommen. 

Auch ist wichtig, dass man nicht lange sitzen bleibt; wenn möglich transferieren auf Sofa / Bett, damit die Entlastung gegeben ist. Noch wichtiger: Wenn man auf dem Sofa oder Bett oder TV-Sessel sitzt / liegt, sollte man stets auf der Seite liegen oder zumindest halb, Hauptsache das Gesäss ist entlastet. Dies ist auch wichtig nachts beim Schlafen (Seitenschlaf), denn jede Stunde / Minute, die wir das Gesäss entlassen, beugt einem Dekubitus vor. 

Zur Salbe Cavillon: In der Schweiz, wenn man ein Rezept vom Arzt hat, wird sie von der Basis-Krankenkasse übernommen. Für das Rollstuhl-Sitzkissen ist die IV oder Suva zuständig. 

Hoffe, ich konnte so ein Stück Erfahrung mit euch teilen. 

Und wünsche alles Gute weiterhin.

Bis nächstes Mal. 

Lieber Gruss 

Franz

Hallo liebe Lena,

herzlich willkommen in unserer Community! Schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast – wir freuen uns sehr darüber.

Weniger schön ist natürlich dein Kampf mit dem Dekubitus und seinen Folgen.

Neben den bereits genannten Tipps möchte ich dir auch erzählen, wie ich es handhabe und (klopf auf Holz) seitdem keinen Dekubitus mehr hatte:
Routine ist sehr wichtig. Es beginnt morgens mit dem Darmmanagement. Nachdem ich fertig bin, reinige ich den Afterbereich sorgfältig – erst mit Toilettenpapier, danach mit pH-neutralen, hypoallergenen Tüchern. Diese bekommst du in jeder Migros-Filiale und wahrscheinlich auch in anderen Geschäften. Anschließend gut trocknen und die Salbe Cavilon 3M auf das Steißbein auftragen.

Bewegung ist ebenfalls wichtig. Alle 30 Minuten versuche ich, mich ein wenig umzulagern – manchmal reicht schon ein Vorbeugen. Auch die Kleidung spielt eine Rolle: Am besten Baumwolle oder atmungsaktive Stoffe, die nicht schwitzen lassen.

Nach dem Mittagessen schlafe ich meistens. Dabei – ob tagsüber oder nachts – liege ich immer auf der Seite. Ich lagere mich mindestens zweimal pro Nacht auf die andere Seite um. Auch auf dem Sofa liege ich bevorzugt in Seitenlage, um mein Steißbein zu entlasten.

Zusätzlich habe ich einen elektrischen Rollstuhl mit Stehfunktion, den ich täglich mehrmals benutze.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und freue mich auf deine Rückmeldung!

Lieber Gruss
Franz

vor etwa 1 Jahr
·
#5713

Guten morgen, 

Ich bin heute erst in dem Forum dazugestoßen. Ich fand es toll die Tipps zu lesen. Mir wurde Anfang März am Steißbei Abzess entfernt. Teilweise wurde aber auch von Dekubitus geredet. Ich hatte mind. schon 2 Jahre unregelmäßig Schmerzen in dem Bereich. Häufig bei Druck.  

Eine Frage ist bei mir aufgekommen, die Positionsändrung und viel Bewegung..? Wie? Ich bekomme das wirklich nicht gut in meinen Allrag integriert vorallem ein regelmäßiges Hinlegen ohne 12 Stunden am Stück vorher gesessen zu haben.

Liebe Grüße lena

Hallo lieber Daniel 

zuerst entschuldige mich für die Verspätung der Antwort, in diesen Zeiten sind da immer auch noch die Therapien etc.

Ich bedanke mich herzlich für deine ergänzenden wichtigen Hinweise zum Thema, die ich auch so absolut teile.  
Eben am Ende gibt es keine 100 % Wundermittel, es braucht immer das eigene Bewusstsein und Verantwortung.

Exakt diese zusätzlichen Punkte befolge ich in meinem Lebensstil auch, ausser das viele Bewegen und Sport ist für meine Beeinträchtigung ziemlich begrenzt, aber ich versuche, weitgehend das Beste zu machen.

Lieber Daniel, ich wünsche dir und deinen Liebsten sowie allen hier frohe Festtage und einen guten Rutsch ins 2024. 

Herzlich 

franz (Fränzu) 

vor etwa 2 Jahren
·
#5231

Lieber Franz

Danke für deine Tips.

Es gibt leider keine "Wundermittel", dank derer man kein Druckgeschwür entwickelt. Die von Dir empfohlene Creme ist aber sicher nicht verkehrt.

Wirklich schützen kann nur vorbeugendes Verhalten. Dazu gehören:

  • einen richtig eingestellten Rollstuhl fahren
  • ein geeignetes (und richtig eingestelltes) Sitzkissen benutzen
  • übermässigen Druck oder Reibung (beil welcher Aktivität auch immer) vermeiden
  • für regelmässige Entlastung durch Positionswechsel sorgen, wenn man mit etwas beschäftigt ist, was üblicherweise mit wenig veränderter Körperposition verbunden ist (z.B. Fernsehen, am PC arbeiten etc.)
  • sich gesund ernähren
  • sich viel bewegen
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