Guten Tag
Seit Jahren bin ich an MS erkrankt und habe seit längerer Zeit fast monatlich Blasenentzündungen. Leider bin ich immer mehr gegen diverse Antibiotika resistent. Atkuell ist es so, dass ich bei jedem Harnwegsinfekt stationär ins Spital gehen muss für eine Antibiotika-Infusionstherapie.
Ich habe von verschiedenen Aerzten unterschiedliche Antworten erhalten. Einerseits wird mir Femannose, Preiselbeerprodukte, viel Trinken und Blasenspülungen empfohlen und andererseits sagt mir ein anderer Arzt, das ich das unterlassen kann, weil alles nichts hilft. Zu erwähnen ist, dass ich einen Cystofix habe.
Ich würde mich über Erfahrungen und Meinungen freuen.
Aendu
Hallo lieber Ändu
Zuerst herzlich willkommen in unserer Community – schön, dass du auch den Weg hierher gefunden hast.
Zu deiner Anfrage:
Nun, ich kann fast behaupten, ein kleiner Experte im Bereich Blasenentzündungen zu sein. Ich habe jahrelang eine regelrechte Odyssee hinter mir. Bei mir lag es vor allem daran, dass ich eine schwere neurogene Blase mit Dysreflexie hatte. In Bezug auf Infekte hatte ich tatsächlich in einem Jahr mehr als 24.
Dennoch bin ich erstaunt, was man bei dir mit der Antibiotika-Therapie macht. Ich bin zwar kein Arzt, erst recht kein Neurourologe, aber ich weiss von mehreren führenden Neurourologen (also Fachexperten für Urologie), dass eine Antibiotika-Therapie nur dann gegeben werden sollte, wenn Symptome wie Fieber auftreten. Wenn es nur um einen Infekt geht, dann eigentlich nicht.
Du sagst ja, dass du ein SPK (Cystofix) hast. Ich hatte das auch etwa 6 Monate lang, und während dieser Zeit hatte ich praktisch immer einen Infekt. Dieser wurde aber nur einmal mit Antibiotika behandelt, weil ich Fieber bekam und zusätzlich eine Nierenbeckenentzündung hatte – sonst nie. Denn tatsächlich ist ein Cystofix (also ein Schlauch durch den Bauch) wie eine „Autobahn“ für Infekte – das ist leider normal.
Was mir mit der Zeit geholfen hat: Ich nahm täglich morgens und abends Cranberry-Plus-Kapseln von Livsane. Diese sind relativ günstig in der Apotheke erhältlich und bei mir sehr effektiv gewesen. Natürlich musst du deinem Körper Zeit geben – die Wirkung ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Mindestens 1 bis 2 Wochen solltest du abwarten, es kann aber auch schneller wirken.
Darüber hinaus, lieber Ändu, lege ich dir sehr ans Herz, deinen Fall mit einem spezialisierten Neuro-Urologen abzuklären. Damit ich dir konkrete Empfehlungen geben kann, müsste ich wissen, aus welcher Region der Schweiz du kommst – falls du überhaupt in der Schweiz wohnst.
Lieber Gruss
Franz
Hallo lieber Franz
Vielen lieben Dank für Deine vielen und netten Zeilen.
Das ist ja schlimm, dass Du so viele Blasenentzündungen hattest. Es freut mich, dass Du mir so offen von Deiner Situation erzählt.
Leider ist es so, dass ich im Herbst 2025 einen Harnwegsinfekt mit Fieber hatte. Dieser Infekt führte schlussendlich zu einer schweren Blutvergiftung.
Alle prophylaktischen Behandlungen mit Femannose, Blasenspülungen, harntreibende Tees, Bärentraubenblätter-Kapseln und Uro-Vaxom zeigen bei mir leider keine Wirkung.
Es kann sein, dass vorab eventuell zu schnell Antibiotika verschrieben wurde. Jedoch kann ich das nicht beurteilen.
Ich war bereits bei mehreren Urologen in Behandlung. Jeder Arzt / Aerztin gibt andere Empfehlungen, was mich oft etwas verunsichert.
Ich komme aus dem Kanton Bern, Region Gürbetal. Darf ich fragen, wo Du zu Hause bist?
Ich wüsche Dir alles Gute und einen guten Wochenstart.
Liebe Grüsse
Aendu
Lieber Ändu
schön, dass du den Weg zu uns in die Community gefunden hast. Herzlichen Dank auch, dass du deine Situation so offen mit uns teilst. Wiederkehrende Harnwegsinfekte sind für viele Betroffene eine grosse Belastung.
In der Community zeigen sich unterschiedliche Erfahrungen und Einschätzungen. Häufig werden dabei folgende Methoden genannt, um wiederkehrende Harnwegsinfekte zu vermeiden:
- ausreichend trinken (Spüleffekt),
- vollständige Blasenentleerung (kein Restharn),
- Trinken von Cranberry-Saft.
Vielleicht gibt es noch weitere Mitglieder, die ihre Erfahrungen teilen möchten. Vielen Dank euch allen fürs Mitdiskutieren.
Wir wünschen dir gute Besserung und eine erfolgreiche Woche.
Liebe Grüsse
Caroline
Du, ich hab erst vor kurzem einen Artikel zu antientzündlicher Ernährung im Kontext MS gelesen. Ich hab ihn gerade mal rausgesucht (Chronik sei dank) und lass ihn dir mal hier: Julia Bierenfeld im Interview: Ernährung bei Multipler Sklerose Ich weiß nicht inwiefern die antientzündliche Ernährung hilft, aber ich war total baff, was die Ernährung dann doch für eine tragende Rolle spielt. Mache gerade eine Zuckerkur und merke auch da so krasse Veränderungen, hab ich nicht erwartet.. Vielleicht ist das für dich ja relevant, sicher ist das Problem komplexer, als dass das jetzt der Schlüssel zur Lösung ist, aber wollte es trotzdem mal geteilt haben :-)
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