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  Freitag, 26. September 2025
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Betreff: Wiederholte Anfälle nach Darmentleerungsproblemen

Hallo lieber Doktor,

ich hatte gehofft, dass Sie nichts mehr so schnell von mir hören müssten. Leider ist es aber so, dass, sobald ein Problem einigermaßen im Griff ist, ein neues beginnt.

Gestern Abend hatte ich nun zum 5. Mal innerhalb von 2 Jahren einen sehr schlimmen Anfall – so heftig, dass ich nur dank meines Begleiters und des Hotelpersonals in allerletzter Sekunde gerettet wurde. Ich war komplett weggetreten.

Der Auslöser war vermutlich wieder eine unvollständige Darmentleerung über mehrere Tage hinweg. Am 10. September hatte ich eine Darmspiegelung und eine Magenspiegelung. Danach brauchte ich fast 10 Tage, bis ich wieder Stuhlgang hatte. Mit viel Mühe und Unterstützung durch Movicol (2x täglich statt 1x) sowie Einläufe (Qfora) ging es schließlich am 20. September wieder einigermaßen.

Gestern Abend kam es jedoch plötzlich erneut: Mein Bauch wurde hart, mein Puls fiel laut Apple Watch innerhalb von Sekunden von 87 auf 42, dazu kamen Schweißausbrüche und starke Übelkeit. Ich hatte kaum Zeit, vom Bett in den Rollstuhl zu wechseln, bevor ich zusammenbrach und nicht mehr sprechen konnte. Mein Begleiter erkannte sofort, dass es wieder mit der Darmentleerung zusammenhängt – wie in der Vergangenheit schon – und holte Hilfe. Sie setzten mich auf die Toilette, massierten meinen Bauch, und erst als der Stuhl herauskam, wurde ich langsam wieder ansprechbar.

Wie erwähnt: Dies war nicht das erste Mal, aber diesmal war es besonders schlimm und hat mir große Angst gemacht. Wäre ich alleine gewesen, hätte es sehr gefährlich enden können.

Meine Frage: Was kann ich in Zukunft tun, um solche Situationen zu vermeiden?

Vielen Dank für Ihre Expertise und Ihr Feedback.

Lieber Gruß

Franz

vor etwa 10 Monaten
·
#5869

Lieber Franz,

das klingt gar nicht gut. Deine Schilderung passt leider auf eine autonome Dysreflexie. Schwitzen, langsamer Puls und Uebelkeit sind alles mögliche Symptome. Wenn du Blutdruck gemessen hättest, wäre dieser wahrscheinlich auch stark erhöht gewesen. Ich weiss ja aus früheren Diskussionen mit dir, dass dein autonomes Nervensystem  auch bei Blasenproblemen stark reagiert. Dein Begleiter hat sehr gut reagiert und das einzig Richtige gemacht bei Autonomer Dysreflexie: Der Auslöser muss entfernt werden und das System normalisiert sich von selbst.

Du hattest fast 10 Tage lang keinen Stuhlgang. Das ist viel zu lang und man hätte viel früher eskaliefren sollen, Nach längstens 3 Tagen ohne Stuhlgang muss man die Laxantien intensivieren. Movicol kann man bis 7 Beutel pro Tag einnehmen oder stärkere Substanzen wie Natriumpicosulfat einsetzen. Ich verstehe, dass man immer im Clinch ist zwischen Inkontinenz, was peinlich sein kann und Obstipation, die gefährlich werden kann.

Nun sind wir in einer unangenehmen Situation: Wir wissen nicht, ob dein Darm richtig entleert ist. Auch wenn du täglich Stuhlgang hast, können sich trotzdem grössere Stuhlmengen im Darm befinden, die sich in den 10 Tagen angesammelt haben. Ich erkläre das den Patienten jeweils mit dem Gotthardtunnel: Auch wenn jede Sekunde ein Auto aus dem Tunnel fährt, kann es im Tunnel einen Stau haben.

Es gibt jetzt 2 Möglichkeiten:

1. Man macht ein gewöhnliches Röntgen vom Bauch, dort sieht man Stuhl und Luft recht gut. Danach kann man entscheiden, ob starkes Abführen nötig ist.

2. Man macht einen Darm-Reset mit starken Abführmitteln, wie du sie vor der Darmspiegelung bekommen hast. Danach baut man die Darmfunktion wieder schrittweise auf. Zuerst mit viel Movicol, dass der Stuhl recht flüssig ist, danach schrittweise reduzieren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ideal ist ja Stuhl, der geformt ist aber eine glatte Oberfläche hat ohne Knöllchen.

Natürlich kannst du auch einen Mittelweg gehen und den Stuhl mit Movicol einfach sehr weich einzustellen. Allfälliger überschüssiger Stuhl wird damit auch mit der Zeit ausgeschieden.

So lange der Darm nicht gut entleert ist, kann es leider wieder zu solchen Ereignissen kommen. Es braucht dann nur wenig mehr Stuhl, um das ganze System zu dekompensieren.

Ich hoffe, dass du das bald wieder in den Griff bekommst!

 

Alles Gute

 

Dein Dr. JEAN

 

Hallo lieber Doktor Jean 

Herzlichen Dank auch vor allem die Schnelligkeit der Antwort. 

Ja der Text wurde gelöscht, aber ich hatte ergänzend wollen das ja 10 Tage verging ohne den kompletten Stuhl zu entleeren, aber schon nach dem 3 Tag hatte ich Gegenmassnahmen getroffen, und es kam einfach täglich ein paar Knoten raus, eben nicht mehr trotz alle Massnahmen. 
ers ab 20 September also 10 Tage später kam mehr raus fast die mänge die man erwartet, aber eben wie du sagst es hatte sich bereits gestaut.. 

Mir macht aber Angst wenn soetwas so häftig wie gestern erneut passiert wenn ich alleine bin.. 

 

Sprich jetzt bin ich unversichert, wenn ich täglich meine Routine schaffe und es kommt wie jetzt mehre geformt Stuhl gleichmässig nicht zu  dick und leicht feucht, also sprich wie es sein sollte, doch wenn es am Ende sich trotzdem staut, wie merkt man es ?  

herzliche Grüsse und danke 

Franz 

vor etwa 10 Monaten
·
#5875

Lieber Franz,

es ist tatsächlich n icht immer einfach, die Stuhlmenge im Abdomen abzuschätzen.. Man kann mit einiger Uebung durch Tasten des Abdomens einen Eindruck gewinnen (Kotwalzen). Auch wenn über mehrere Tage eine zu kleine Stuhlmenge aqusgeschieden wird, kann ein Hinweis sein. Leider hängt die  Stuhlmenmge stark von der Ernährung ab. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel erzeugen mehr Stuhl. Deshalb solltest du möglichst immer die gleiche Menge an diesen Nahrungsmitteln einnehmen. Fasten, Safttag und Diätperioden solltest du vermeiden.

Wenn die  Stuhlkonsistenz, wie von Dir beschrieben, perfekt eingestellt ist und du jeden Tag Stuhlgang hast, wird eine Stauung sehr unwahrscheinlich. Und wenn du zur Sicherheit jeden Abend das Abdomen abtastest, hast du schon fast alles getan, was man tun kann, um das Risiko zu minimieren.

Und wenn es doch einmal zu Ansammlung kommt: Immer Notfallmedikamente dabei haben Einläufe, Picoprep , Prontolax oder ähnliche stärkere Abführmittel vorrätig halten.

 

herzliche Grüsse und alles Gute

 

Dein 

Dr.JEAN

Lieber Doktor Jean 

Herzlichen dank wie immer unschätzbare Hilfe und expertise.! 

Na dann bleibt nur es zu veruschen in der hoffung das es nicht erneut passiert. 

Schöne Woche wünsche ich 

Herzlich 

Franz 

l.jardin updated the category from Frag den Doktor to Archiv Frag den Doktor — vor etwa 8 Monaten
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