Die Rückenwind PLUS AG bietet Menschen, die aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung einen hohen und spezialisierten Bedarf an Pflege haben, passende Übergangslösungen an. Zielgruppe des Angebots sind Para- und Tetraplegiker, die z. B.

  • nach einer Spitalbehandlung nicht nach Hause entlassen werden können, weil sich ihr bereits hoher Pflegebedarf für die Dauer der Rekonvaleszenz nochmals erhöht
  • bei der Pflege zu Hause auf eine Angehörige angewiesen sind, die plötzlich ausfällt.

Gemäss den Initiatoren gab es bisher in solchen Fällen nur zwei Möglichkeiten: Entweder ein Urlaubszimmer in einem Pflegeheim oder der Aufenthalt in einer Spezialklinik wie dem SPZ Nottwil. Im Pflegeheim ist jedoch weder das Know-how für spezialisierte Pflege vorhanden noch die benötigten hohen Personalressourcen. Spezialkliniken hingegen verfügen über beides, sind jedoch sehr teuer. Weder ein Paraplegiker in Rekonvaleszenz noch ein Tetraplegiker, dessen pflegende Angehörige kurzfristig ausgefallen ist, brauche die Spitzenmedizin, sondern «nur» die spezialisierte Pflege.

Die Rückenwind PLUS AG möchte diese Versorgungslücke im Schweizerischen Gesundheitswesen schliessen. Als Übergangslösung wird die Einrichtung eine medizinische Versorgung rund um die Uhr für Para- und Tetraplegiker gewährleisten, zur Hälfte der Kosten einer Spezialklinik. Ziel ist die vollständige Kostenübernahme des Angebots durch Kanton und Krankenkasse.

Der Betrieb soll im Spätsommer 2021 mit 12 Betten starten und rasch auf 24 Betten ausgebaut werden. Die Einrichtung wird auf demselben Gelände liegen wie das Altersheim Pfauen in Bad Zurzach AG.

Zu den drei Initiatoren des Angebots zählt der Tetraplegiker Peter Lude, der u. a. Bücher zum Thema Querschnittlähmung und Behinderung herausgegeben hat, Letzteres zusammen mit unserem Blogautoren Fritz Vischer.

(Quelle: Die Botschaft, 13.02.2021)

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