Sie betreuen und pflegen eine/n Angehörige/n mit Querschnittlähmung oder einer ähnlichen Diagnose im häuslichen Umfeld? Damit Sie die passende Unterstützung finden, haben wir für Sie Angebote aus der Schweiz zusammengestellt: von Beratung und Weiterbildung über finanzielle Entschädigung bis zu Entlastungsdiensten und Ferienangeboten.

Inhalt:

 

Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie Ihre Angehörigen pflegen. Danke!

Betreuende Angehörige sind für eine hochwertige Versorgung von Pflegebedürftigen in unserer Gesellschaft unverzichtbar. Ihnen ist zu verdanken, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich zu Hause leben können.

«Bin ich dieser Aufgabe gewachsen?» Mit diesem zweifelnden Gedanken sind Sie nicht allein. Ihren Liebsten zu helfen und gleichzeitig die eigenen Herausforderungen – privat wie beruflich – zu meistern, ist ein echter Balanceakt. Täglich ist Engagement, Mut und Kraft gefordert. Andererseits kann diese Situation familiäre Bindungen stärken und alle Beteiligten befähigen, über sich selbst hinauszuwachsen.

Um der Aufgabe als betreuende/r Angehörige gerecht zu werden, ist Folgendes von grösster Bedeutung: Sie dürfen das eigene Leben und Ihre eigene Gesundheit nicht vernachlässigen – und Sie dürfen Hilfe in Anspruch nehmen. Aber wo finden Sie diese Hilfe? Nachfolgend haben wir Ihnen eine Palette an Angeboten* zusammengestellt, die Ihren Alltag erleichtern.

*Bitte beachten Sie: Die aufgeführten Angebote ändern sich laufend, sodass wir die Aktualität sämtlicher Links resp. Inhalte nicht gewährleisten können. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie uns anzupassende Angaben oder hilfreiche weitere Angebote Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, damit wir diese Informationsquelle für alle betreuenden Angehörigen so aktuell wie möglich halten können. Besten Dank!

Was bedeutet «betreuende Angehörige» resp. «pflegende Angehörige»?

Gemäss BAG sind die Begriffe «Betreuung» und «Pflege» in Gesetzes- und Behördentexten aktuell weder trennscharf noch einheitlich definiert. Auch in der Praxis sind fliessende Übergänge vorhanden. Daher sind die Begriffe «betreuende Angehörige» und «pflegende Angehörige» in diesem Beitrag gleichberechtigt zu betrachten.

Eine Person ist betreuende/r resp. pflegende/r Angehörige/r, wenn sie umständehalber oder freiwillig regelmässig Zeit aufwendet, um einem Menschen aus dem näheren Umfeld im Alltag zu helfen, der aus gesundheitlichen oder anderen Gründen in seiner Eigenständigkeit eingeschränkt ist. Somit erbringen betreuende/pflegende Angehörige nebenberuflich und informell kontinuierlich Dienstleistungen der Hilfe, der Pflege und der Anwesenheit, um damit die Behinderungen und das Unvermögen eines bedürftigen Menschen zu kompensieren, seine Sicherheit zu gewährleisten und seine Identität und gesellschaftliche Zugehörigkeit zu erhalten.

Übliche Differenzierung zwischen Betreuung und Pflege:

Zur Betreuung zählen üblicherweise Dienstleistungen wie Einkaufen, Kochen, Gartenarbeit, Putzen, Waschen, Spülen, Begleitung bei Spaziergängen, Ausflügen, Veranstaltungsbesuchen, Arztbesuchen, Behördengängen, Bewegung, Musizieren, Gespräche, Spiele, Organisation von Reparaturen und Handwerkern etc.

Zur Pflege gehören Tätigkeiten wie Körperpflege, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme und beim Toilettengang, Wundversorgung, Legen und Wechseln von Magensonden, Blutdruck- und Blutzuckermessungen, Injektionen, Bedienung von Beatmungsgeräten etc.

Betreuung von Angehörigen – ein Thema von nationaler Bedeutung

Obwohl in der Schweiz fast 600’000 Personen ihre Angehörigen betreuen, werden entlastende Tages- und Nachtstrukturen noch zu wenig genutzt. Die Gründe dafür sind in einer Studie der ZHAW und des Forschungs- und Beratungsbüros Econcept aufgezeigt.

Um die Pflege von gesundheitlich beeinträchtigten Angehörigen besser mit einer beruflichen Tätigkeit vereinbaren zu können, hat der Bundesrat einen Aktionsplan zur Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger verabschiedet. Diese Massnahmen werden mit dem Bundesgesetz über die Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung umgesetzt.

Auf der BAG-Webseite werden laufend neue Projekte und Angebote für betreuende Angehörige publiziert. Zudem können Sie selbst ein neues Angebot entwickeln oder ausbauen. Mehr zum Förderprogramm des Bundes finden Sie auf der BSV-Webseite, auf der die Fakten zum Thema «Betreuende Angehörige entlasten» zusammengefasst sind.

Die Grafik des Bundesamts für Gesundheit zeigt die Häufigkeit der betreuenden Angehörigen von 16 bis 86 Jahren, jeweils in 5-Jahres-Gruppen zusammengefasst.

In der Schweiz betreuen fast 600'000 Personen ihnen nahestehende Menschen.

Wo finden Sie als pflegende/r Angehörige/r Unterstützung? Hier auf der Community der Schweizer Paraplegiker-Gruppe haben wir die wichtigsten Angebote zusammengestellt:

Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen

Das Gespräch mit Fachpersonen oder Menschen, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, vermittelt ein Gefühl des Verstanden-Werdens. Untenstehend finden Sie Angebote, die Ihnen mit praktischen Tipps helfen und Sie durch den Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe stärken.

Für pflegende Angehörige (ganze Schweiz)

Lebensberatung SPV

Das Team der Lebensberatung der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) berät und unterstützt Angehörige von Querschnittgelähmten schweizweit im ambulanten Rahmen. Angehörige können sich mit Fragen z. B. zu Finanzierung, zu Leistungsansprüchen oder bei Sorgen über ihre Befindlichkeit direkt melden. Die SPV verfügt über ein Team von Sozialarbeitenden, die Sie in den Sprachen DE, FR, IT, EN und ES betreuen können.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

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  • 041 939 68 68

Im Team Lebensberatung SPV arbeiten Menschen mit und ohne Rollstuhl. Die Bildcollage zeigt die 14 Mitarbeitenden.

Das Team der Lebensberatung SPV unterstützt Menschen mit Querschnittlähmung sowie deren Angehörige bei vielerlei Fragen und Problemen.

Schweizerisches Rotes Kreuz

Das Rote Kreuz beantwortet wichtige Fragen rund um Betreuung und Pflege. Dazu werden Informationen vermittelt, Erfahrungen geteilt und in jedem Kanton entlastende Unterstützung angeboten.

Kosten: Infos kostenlos; Entlastungsangebote kostenpflichtig

Informationen:

Selbsthilfe Schweiz

Menschen in ähnlichen Lebenssituationen schliessen sich zusammen, um sich gegenseitig zu helfen. Einfach Thema ins Suchfeld eingeben – z. B. «Spina bifida», «ALS», «Muskelerkrankung» oder «Plegie» (für Querschnittlähmung) – und unten links «Ich bin Angehörige» anklicken. Es können auch neue Selbsthilfegruppen gegründet werden, die anfangs fachliche Unterstützung erhalten.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

  • Webseite
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  • 061 333 86 01
Pro Aidants

Langjährige begleitende und pflegende Angehörige stellen ihr Wissen zur Verfügung («Rat von Carer für Carer»). In der Wissensdatenbank sind wertvolle Informationen von verschiedenen Stellen und Organisationen zusammengetragen. Das Swiss Carers Forum bietet eine Online-Austauschmöglichkeit für betreuende Angehörige. Und die We+Care App erleichtert die Organisation sowie die Betreuung.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

  • Webseite
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  • 044 586 79 64
ParaHelp

ParaHelp berät bei allen Fragen rund um Querschnittlähmung und querschnittähnliche Syndrome. Häufige Themen sind: Haut- und Wundberatung; Blasen- und Darmmanagement; Transfer, Lagerung und Mobilität; Wahl und Beschaffung von Hilfsmitteln; Heimbeatmung; Case Management bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS); sowie koordinative Fragen rund um das Netzwerk an Leistungserbringern.

Kosten: KLV-pflichtige Leistungen werden nach KVG mit den Versicherungen kostenpflichtig abgerechnet.

Informationen:

  • Webseite
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  • 041 939 60 60
Peer Counsellors SPZ

Wer könnte Wissen und Erfahrungen glaubwürdiger und authentischer vermitteln als Menschen, die gleiche oder ähnliche Situationen durchlebt haben? Angehörigen-Peers unterstützen Angehörige von Menschen mit Querschnittlähmung, die aktuell im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) stationär rehabilitiert werden. Selbstverständlich können Sie sich auch noch nach dem Austritt telefonisch melden.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

  • Angebote des SPZ für Angehörige
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  • 041 939 53 37 (Di–Do)
Peer Counselling – was ist das?

Mit dem Begriff Peer Counselling wird eine spezielle Form der Beratung bezeichnet, bei der Betroffene durch Betroffene beraten werden. Häufig können Menschen in einer belastenden Situation leichter Unterstützung von Menschen annehmen, die eine ähnliche Situation durchlebt haben. Auch ist der Mut grösser, Probleme authentisch zu offenbaren, wenn man mit Gleichgesinnten darüber sprechen kann.

Die Angehörigen-Peers im SPZ ...

  • kennen die Situation aus eigener Erfahrung und sind versiert im Umgang mit Alltagsthemen, herausfordernden Themen und Tabuthemen.
  • stellen betroffenen Angehörigen Informationen zur Verfügung und können aufgrund des eigenen Erfahrungsschatzes im Alltag Anregungen und Tipps geben.
  • zeigen mit ihrer ‹Vorbildrolle› anderen Angehörigen, dass ein erfülltes Leben wieder möglich ist.
  • bieten auch telefonische Beratungen an, wenn der Erstkontakt physisch erfolgt ist oder wenn ein Besuch nicht machbar ist.

Im Peer Counselling-Team des SPZ arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Erfahrungen, darunter auch Angehörige von Menschen mit Querschnittlähmung. Das Gruppenbild zeigt das elfköpfige Team der Peers.

Das Peer-Counselling-Team des SPZ Nottwil bietet Beratung für Patient/-innen des SPZ sowie auch separat für ihre Angehörigen. In diesem Video stellen sich die Peers vor.

Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (ganze Schweiz)

Young Carers  Careum Hochschule Gesundheit

Diverse Angebote und Informationen für pflegende Angehörige unter 18 Jahren: vertrauliche Hilfe unter 147.ch, Treffen, Umfragen, Konferenzen, Beratungsgruppe, Videointerviews mit Erfahrungsberichten etc.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

  • Webseite
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  • 043 222 50 56
  • Helpline 147

Für Eltern von Kindern mit Behinderung (ganze Schweiz)

Enable Me – Stiftung MyHandicap

Ziel der digitalen Begleitstelle der Stiftung MyHandicap ist es, Eltern bei ihren Herausforderungen im Alltag zu entlasten. Eltern finden praktische Unterstützung in jeder Lebensphase ihres Kindes – durch Informationen sowie Austauschmöglichkeiten in einer Online-Eltern-Community.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

  • Webseite
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  • 071 911 49 49
Jeweils am 30. Oktober: Tag für pflegende und betreuende Angehörige

Je nach Region und Kanton sind diverse Aktionen, Tagungen und Angebote geplant. Zudem gibt es online Tipps für Angehörige.

Weitere Informationen auf dieser Webseite.

Kantonale Beratungsangebote und Selbsthilfegruppen

Betreuende berufstätige Angehörige finden in der Übersicht von Work+Care nützliche Informationen und Kontaktdressen von Organisationen und Einrichtungen, sortiert nach Kantonen.

Dazu bietet das Rote Kreuz eine Übersicht über Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige in jedem Kanton. Die Angebote sind nach den Bedürfnissen unterteilt, z. B. Pflege und Haushalt, Fahrdienst, Wohnen oder Selbsthilfegruppen.

Pflegende Angehörige Freiburg (DE / FR) – Kanton Freiburg

PA-F hat die wichtigsten Entlastungs- und Unterstützungsdienste zusammengetragen, die pflegenden Angehörigen im Kanton Freiburg zur Verfügung stehen: Verzeichnis der Institutionen und Dienste, Kurse und Weiterbildungen, Dokumente und Links, Informationen zur finanziellen Unterstützung sowie ein Verzeichnis der Angebote. Zudem beantwortet die Broschüre 15 Fragen, die sich pflegende Angehörige stellen können.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

  • Webseite
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  • 058 806 26 26
GE suis proche aidant (FR) – Kanton Genf

Pflegende Angehörige aus dem Kanton Genf finden hier umfangreiche Unterstützung: die Helpline Proch’info; Treffen im ganzen Kanton zum Austausch mit Fachpersonen und Angehörigen; finanzielle und administrative Unterstützung; ein Schulungsprogramm; sowie Entlastung durch Betreuung der/des Angehörigen zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung für einen oder mehrere Tage.

Kosten: Schulungen (CHF 30.‒) und Entlastungs­angebote kosten­pflichtig; übrige Angebote kostenlos

Informationen:

Stadt Genf (FR)

Die Stadt Genf organisiert ebenfalls monatliche Treffen zwischen pflegenden Angehörigen. Ausserdem werden Kurzaufenthalte (5 bis 45 Tage pro Jahr) für ältere Menschen mit Betreuungsbedarf angeboten, damit pflegende Angehörige vorübergehend entlastet werden.

Kosten: Treffen kostenlos, Entlastungs­angebote kosten­pflichtig

Informationen:

ProcheConnect (FR) – Kanton Waadt

Die Kommunikationsplattform und das Begleitprogramm informiert pflegende Angehörige von Menschen mit Behinderungen im Kanton Waadt über Leistungen und Unterstützungen. Die Private Pflegehilfestelle (BAC) und Pro Infirmis bieten Schulungen speziell für Eltern von (erwachsenen) Kindern mit Behinderungen an, für die sich die Frage der Vormundschaft stellt.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

Association de proches aidants (FR) – Kanton Waadt

Eine Helpline beantwortet Fragen von betreuenden Angehörigen aus dem Kanton Waadt. Die Vereinigung bietet zudem Treffen zu Hause oder an einem gewünschten Ort, entwickelt Projekte wie beispielsweise den Patenschaftsdienst oder die Notfallkarte und organisiert Treffen, um sich Peer-to-Peer über die Erfahrungen auszutauschen.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

  • Webseite
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  • 0800 77 88 00
Espace proches (FR) – Kanton Waadt

Ein Team aus Fachleuten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich bietet betreuenden Angehörigen persönliche Unterstützung (nach Vereinbarung) und eine kostenlose Hotline.

Kosten: Kostenlos

Informationen:

Vereinigung Betreuende Angehörige Wallis (DE / FR) – Kanton Wallis

Beratungstelefon (Helpline), Gesprächsgruppen und Informationen resp. Kontakte zu den unterschiedlichen Unterstützungsmöglichkeiten im Kanton Wallis.

Kosten: Helpline und Gesprächs­gruppen kostenlos

Informationen:

  • Webseite
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  • DE: 027 321 28 27
  • FR: 027 321 28 28

Kurse und Weiterbildungen

Von Betroffenen – für Betroffene

Neben Einzelberatungen bieten die Angehörigen-Peers des Schweizer Paraplegiker-Zentrums SPZ auch Gruppenschulungen an:

Ressourcen stärken – Para KnowHow-Kurs SPZ

In diesem Kurs lernen Angehörige von Menschen mit Querschnittlähmung, wie man Stress, Belastungen und schwierige Lebenssituationen gut überstehen kann und dabei selbst gesund und handlungsfähig bleibt. Ein möglicher Weg ist das bewusste Erkennen und Stärken eigener Ressourcen sowie der Aufbau neuer Fähigkeiten.

Ort: Nottwil

Dauer: Ein Nachmittag

Kosten: Kostenlos bis ein Jahr nach Austritt aus der Erstrehabilitation, danach CHF 30.‒

Informationen:

  • Aktuelle Kurse
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • 041 939 53 37
Angehörigentag – Para KnowHow-Kurs SPZ

Angehörige von Menschen mit einer Querschnittlähmung sind Mit-Betroffene. Sie sind ebenso mit Belastungen, Ängsten und Veränderungen konfrontiert. Doch Angehörige sind im Alltag oft auf sich allein gestellt. Dieser Tag ermöglicht den Bezugspersonen, sich untereinander auszutauschen und den Rat von Expert/-innen einzuholen. Dieses Wissen hilft bei der Selbstfürsorge und bei der Entlastung des künftigen Alltags.

Ort: Nottwil

Dauer: 1 Tag

Kosten: Kostenlos bis ein Jahr nach Austritt aus der Erstrehabilitation, danach 120.‒ (max. zwei Angehörige pro Patient/-in)

Informationen:

  • Aktuelle Kurse
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • 041 939 53 37

Fachwissen rund um die Pflege

Zwei Frauen helfen einen älteren Mann zu Hause, sich im Bett aufzurichten. Neben dem Bett steht ein Rollstuhl bereit.

Angehörige können in diversen Kursen ihr Fachwissen rund um die Pflege erweitern.

Sie möchten sich neu der Pflege von Angehörigen widmen oder Ihr bestehendes Wissen vertiefen? Die folgenden Aus- und Weiterbildungen helfen Ihnen dabei.

Weiterbildungen (ganze Schweiz) – Pro Senectute

Im vielfältigen Weiterbildungsangebot der Pro Senectute finden Sie praxisnahe Kurse, z. B. «Coaching für betreuende Bezugspersonen» (Teil 1 und 2), «Zusammenleben von Betreuten und Betreuenden» oder den «Erste-Hilfe-Kurs für psychische Gesundheit».

Ort: Je nach Kurs Zürich oder Olten

Dauer und Kosten: Je nach Kurs

Informationen:

Grundlagen für betreuende oder pflegende Angehörige – Pro Senectute Luzern

Sie erhalten kompetentes Wissen, um sich im Alltag mit der/dem Angehörigen sicherer zu fühlen.

Ort: Luzern

Dauer: 3 halbe Tage

Kosten: CHF 150.‒ (Tipp: Kostenbeteiligung bei der Krankenkasse erfragen)

Informationen:

  • Webseite
  • Kursübersicht
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • 041 226 11 88
  • Flyer
Lehrgang «Pflegehelfende SRK» – Schweizerisches Rotes Kreuz

Während diesem Lehrgang können Sie sich auf Pflege von Angehörigen vorbereiten. Der Besuch des Lehrgangs inkl. Praxiseinsatz befähigt die Teilnehmenden, im Auftrag von Pflegefachpersonen, hilfsbedürftige Menschen zu begleiten und sie im täglichen Leben kompetent zu unterstützen. Das Zertifikat Pflegehelfende SRK ist in der ganzen Schweiz anerkannt.

Ort: Der Kurs wird an vielen Orten in der Schweiz durchgeführt.

Dauer: 120 Stunden Theorie und 12–15 Tage praktischer Teil

Kosten: Je nach Rotkreuz-Kantonalverband zwischen CHF 2‘000.‒ und CHF 3‘000.‒

Informationen:

Lehrgang «Passage SRK» – Schweizerisches Rotes Kreuz

Sie stehen im Einsatz bei sterbenden und schwerkranken Menschen oder möchten sich auf deren «letzte Unterstützung» vorbereiten? Während dem Lehrgang werden Sie für die anspruchsvolle Begleitung von Sterbenden befähigt.

Ort: Der Kurs wird an vielen Orten in der Schweiz durchgeführt.

Dauer: 48 Stunden

Kosten: Je nach Rotkreuz-Kantonalverband unterschiedlich

Informationen:

Lehrgang «Zertifizierte/r Pflegehelfer/in» – AsFam

Auch mit diesem Lehrgang können Sie sich – etwas günstiger als beim SRK – auf Ihre Aufgabe als pflegende/r Angehörige/r vorbereiten. Das Zertifikat ist in der ganzen Schweiz anerkannt. Im Anschluss an den Lehrgang haben Sie verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten, mit denen Sie sich spezialisieren und Ihr Fachwissen erweitern können.

Ort: Der theoretische Teil findet zur Hälfte als Präsenzunterricht in Kloten statt.

Dauer: 120 Stunden Theorie und 15 Tage praktischer Teil

Kosten: CHF 1‘800.‒

Informationen:

  • Webseite
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  • 044 651 01 01

Eine ältere Dame sitzt im Rollstuhl. Sie trägt eine beige Wollmütze und eine hellblaue Jacke, ihre Beine sind mit einer roten Decke bedeckt. Ihre Tochter, eine zirka 50-jährige Frau mit blonden Haaren und langem Mantel, schiebt die Dame über den Fussgängerstreifen.

Damit ihre Liebsten so lange wie möglich zu Hause leben können, übernehmen Angehörige zusätzlich eine Pflegerolle – und damit enorme Verantwortung.

Finanzielle Entschädigung

Jährlich leisten pflegende Angehörige schweizweit unbezahlte Arbeit im Wert von rund 3,7 Milliarden Franken. Häufig sind Pflege und Betreuung nur schwer mit einer Erwerbstätigkeit vereinbar, was zu finanziellen Problemen führen kann. Diese können bei starker Reduktion oder Aufgabe der Arbeitsstelle unmittelbar spürbar werden, aber sie können sich auch erst im Alter durch Renteneinbussen zeigen.

Die Frage nach der Bezahlung

Insbesondere bei grösseren Familiensystemen, wo möglicherweise auch mehrere Personen Unterstützung leisten, tauchen immer wieder Fragen auf, wie: «Soll mir mein Vater dafür etwas bezahlen?», «Kann man das später mit dem Erbe verrechnen?» oder «Darf ich fürs Wäschewaschen einen Beitrag von meinem Onkel verlangen?». Pro Senectute empfiehlt, einen Betreuungs- und Pflegevertrag zu verfassen, in dem die genauen Tätigkeiten, deren Umfang und auch ein Entgelt geregelt werden können.

Anstellung durch Spitex-Organisationen

Betreuende resp. pflegende Angehörige können sich in einigen Kantonen bei Spitex-Organisationen anstellen lassen. Hierzu lassen Sie sich am besten durch die regionale Vertretung beraten.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Anstellung durch Spitex-Organisationen ist kantonal geregelt.
  • In der Schweiz gibt es kein «Recht auf Anstellung».
  • Eine Anstellung ist an diverse Bedingungen geknüpft.
  • Es können nur pflegerische Leistungen abgerechnet werden; Sozialbetreuung und Hauswirtschaft werden nicht bezahlt.
  • Ist ein/e pflegende/r Angehörige/r bei der Spitex angestellt, ist die Organisation für die Qualitätskontrolle verantwortlich. Um eine ausreichende Entlastung sicherzustellen, können während Wochenenden oder zur Ferienablösung auch andere Spitex-Mitarbeitende zum Einsatz kommen.

Die Organisation Work+Care hat Punkte zusammengestellt, die vor einer Anstellung in einer Spitex-Organisation zu erwägen sind.

Gemäss Spitex Schweiz gibt es bei der Anstellung von pflegenden Angehörigen durch die Spitex Chancen wie auch Risiken. Die Careum Hochschule Gesundheit untersucht zurzeit im Projekt «work & care integra» das relativ neue Erwerbsmodell.  Sie erarbeitet – u. a. gemeinsam mit ParaHelp – ein nutzerfreundliches Handbuch für Spitex-Organisationen, um die Anstellung von Angehörigen bei der Spitex zu vereinfachen und zu standardisieren.

Nachfolgend finden Sie eine Liste von Privatspitex-Organisationen, die Ihnen eine Anstellung als pflegende/r Angehörige/r anbieten. Basierend auf einer Bedarfsabklärung bei Ihnen zu Hause rechnen die Organisationen den Umfang Ihrer Grundpflegeleistungen für das Familienmitglied gemäss Art. 7 KLV mit der zuständigen Versicherung ab.

In der Regel gelten die folgenden grundsätzliche Anstellungsbedingungen:

  • Ab 18 Jahren
  • Pflege eines Familienmitglieds
  • Stabile und langfristige Pflegesituation
  • 1.5 Stunden täglicher Grundpflegebedarf
  • Pflege an Wohnort mit kantonaler Bewilligung
  • Keine arbeitsrechtlichen Konflikte
  • Bereitschaft für Qualitätsmassnahmen
  • Einverständnis aller Beteiligen

Hinzu kommen je nach Organisation weitere, spezifische Bedingungen für die Anstellung, die im Folgenden jeweils aufgeführt sind.

Solicare

Neben der finanziellen Entschädigung profitieren Angehörige bei Solicare auch von individuellen Entlastungsangeboten (z. B. Kriseninterventionen, Stellvertretungen und administrative Aufgaben mit Versicherungen und Behörden).

Anstellungsbedingungen: Keine speziellen Bedingungen. Der Lehrgang «Pflegehelfende SRK» ist nicht notwendig.

Anerkannt in folgenden Kantonen: Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Uri, Zug, Zürich (Voranmeldungen für die gesamte Deutschschweiz sind jederzeit möglich.)

Vergütung: Solicare zahlt Ihnen einen Stundenlohn von derzeit CHF 33.50 brutto. Dieser Betrag entspricht dem aktuellen IV-Assistenzbeitrag und beinhaltet sämtliche Sozial­versicherungs­leistungen (z. B. AHV, ALV, KTG, UVG, BVG).

Informationen:

  • Webseite
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • 041 391 02 34
  • Flyer
Permed

Permed als private Spitexorganisation bietet pflegenden Angehörigen eine Anstellung in ihrer Region an.

Anstellungsbedingungen: Je nach Krankenkasse des Betroffenen ist für Angehörige eine Weiterbildung in einem Lehrgang «Pflegehelfende SRK» nötig, um sich anstellen zu lassen.

Anerkannt in folgenden Kantonen: Basel, Genf, Lausanne, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri, Zug, Zürich

Vergütung: Der Stundenansatz beträgt zwischen CHF 25.– und 33.50 pro Stunde brutto inkl. Sozial­versi­cherungs­beiträge.

Informationen:

  • Webseite
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • 044 254 54 54
Care Solutions

Die Care Solutions GmbH sorgt dafür, dass pflegende Angehörige, die versicherte Pflegeleistungen erbringen, eine angemessene Entschädigung erhalten. Zudem bietet Care Solutions Hilfe bei der Geltendmachung von Versicherungsansprüchen.

Anstellungsbedingungen: Keine speziellen Bedingungen. Der Lehrgang «Pflegehelfende SRK» ist nicht notwendig.

Anerkannt in folgenden Kantonen: Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Graubünden, Luzern, St. Gallen, Schwyz, Zug, Zürich

Vergütung: Der Stundenansatz beträgt derzeit CHF 33.50 brutto inkl. Sozial­versi­cherungs­beiträge.

Informationen:

  • Webseite
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  • 055 511 20 50
AsFam

AsFam, die Assistenz für Familien mit pflegenden Angehörigen, unterstützt pflegende Angehörige, indem sie diese mit Arbeitsverträgen anstellt und ihnen für die Dauer der erbrachten Pflege­leistungen einen angemessenen Lohn und Sozialversicherungsbeiträge bezahlt.

Anstellungsbedingungen: Der Lehrgang «Pflegehelfende SRK» ist nicht notwendig. Falls gewünscht, kann der AsFam-Lehrgang «Zertifizierte/r Pflegehelfer/in» besucht werden.

Anerkannt in folgenden Kantonen: Aargau, Fribourg, Schaffhausen, Thurgau, Zürich

Vergütung: Der Stundenansatz beträgt derzeit CHF 33.50 brutto inkl. Sozial­versi­cherungs­beiträge.

Informationen:

  • Webseite
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  • 044 651 21 21
Senevita Casa

Unter bestimmten Bedingungen können auch Sie als pflegende Angehörige bei Senevita Casa arbeiten. Sie werden Mitglied eines Teams und für einen Teil Ihrer Leistungen entschädigt. Ausserdem werden Sie unterstützt, gefördert und begleitet.

Anstellungsbedingungen und Vergütung: Der Lehrgang «Pflegehelfende SRK» ist notwendig, daneben gibt es weitere Bedingungen. Bei Fragen dazu und zur Vergütung wenden Sie sich an die Filiale in Ihrer Nähe oder melden Sie sich telefonisch.

Informationen:

  • Webseite
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  • 031 960 99 99
  • Flyer

Zulagen für Betreuungsaufgaben

Auf nationaler Ebene gibt es keinen eigentlichen «Lohn», mit dem Ihr Engagement gegenüber betreuten Angehörigen abgegolten werden kann. Verschiedene Kantone und Gemeinden überweisen den betreuenden Angehörigen einen kleinen symbolischen Betrag, eine sogenannte Zulage für Betreuungsaufgaben. Es lohnt sich, sich direkt bei Ihrem Kanton oder Ihrer Gemeindeverwaltung zu informieren, in der Regel ist das «Amt für Soziales» zuständig.

Kanton Freiburg

Im Kanton Freiburg gibt es verschiedene Vereine und Einrichtungen, die betreuende Angehörige auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen können. Ausserdem ist Freiburg einer der einzigen Kantone, der eine Pauschalentschädigung für betreuende Angehörige entrichtet.

Zulagen-Berechtigte: Eltern und Nahestehende, die der hilflosen Person regelmässig erhebliche und dauernde Hilfe leisten, damit sie zu Hause leben kann.

Zulagen: Pauschalentschädigung von max. CHF 25.‒ pro Tag

Informationen:

  • Webseite
  • 058 806 26 26
  • Auskünfte und Antragsformular erhalten Sie bei der Gemeindeverwaltung Ihres Wohnortes oder auf dem Oberamt.
Stadt Bern

Senioren mit speziellem Pflegebedarf, die in finanzieller Not sind, können eine finanzielle Unterstützung für Betreuung einholen (Angebot in Zusammenarbeit mit Pro Senectute).

Zulagen-Berechtigte: AHV-Rentner/-innen mit Wohnsitz in Bern, die gemäss ihrer aktuellen, definitiven Steuerveranlagung die vorgegebene Einkommens- und Vermögensgrenzen nicht überschreiten, können sich für eine Bedarfsabklärung bei der Pro Senectute anmelden.

Zulagen: Betreuungs­gutsprachen, abhängig von Einkommen und Vermögen

Informationen:

  • Webseite
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  • 031 321 63 11
  • Online-Anmeldung
Stadt Luzern

Senioren können einen finanziellen Beitrag für die Betreuung zu Hause erhalten.

Zulagen-Berechtigte: Anspruch auf Leistungen haben Menschen, die aus gesundheitlichen, sozialen oder psychischen Gründen Unterstützung benötigen. Im Fokus stehen drei Zielgruppen: Personen, die Ergänzungsleistungen (EL) beziehen, Personen, die knapp keine EL beziehen, sowie betreuende Angehörige.

Zulagen: Gutscheine für selbstbestimmtes Wohnen. Pro Einzelfall werden max. CHF 3'000.– gesprochen; Ausnahmen sind möglich.

Informationen:

  • Webseite
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  • 041 208 77 77
  • Online-Fragebogen

AHV-Betreuungsgutschriften

Wenn eine noch nicht AHV-berechtigte Person eine kranke oder behinderte angehörige Person betreut, kann sie unter bestimmten Voraussetzungen sogenannte Betreuungsgutschriften erhalten. Damit kann sie die eigene AHV-Rente aufbessern, wenn sie selbst ins Pensionsalter eintritt.

Wann habe ich Anspruch auf eine Betreuungsgutschrift?

Die folgenden zwei Punkte müssen erfüllt sein:

  • Die betreute Person ist pflegebedürftig und erhält mindestens eine Hilflosenentschädigung leichten Grades.

Zusätzlich:

  • Die betreute Person ist Ihr/e Lebenspartner/in, mit dem/der Sie seit mindestens fünf Jahren im selben Haushalt wohnen.

Oder:

  • Die betreute Person ist nahe mit Ihnen verwandt (Ehepartner, Eltern, Schwiegereltern, Grosseltern, Kinder, Stiefkinder, Geschwister) und befindet sich überwiegend (d. h. an mind. 180 Tagen im Jahr) in derselben, leicht erreichbaren Wohnsituation. Die leichte Erreichbarkeit ist erfüllt, wenn Sie als Betreuungsperson nicht mehr als 30 km entfernt von der betreuten Person wohnen oder diese innert einer Stunde erreichen können.

Weitere Informationen im Merkblatt der AHV/IV.

Der Antrag auf eine Betreuungsgutschrift muss jedes Jahr neu bei der AHV-Zweigstelle am Wohnsitz der betreuten Person gestellt werden. Anrecht haben betreuende Angehörige frühestens ab dem 1. Januar nach Vollendung ihres 17. Altersjahres und längstens bis zum 31. Dezember, der dem Eintritt ins Rentenalter vorangeht.

Ein älteres Ehepaar blickt auf den See, der Mann sitzt auf einer Holzbank, seine Frau rechts von ihm im Rollstuhl. Ihr brauner Hund liegt in der Wiese und schaut verschlafen nach rechts. Es windet stark und der Himmel ist bewölkt.

Die Pflege und Betreuung von Angehörigen kann zur finanziellen Herausforderung werden, insbesondere durch Renteneinbussen im Alter.

Lohnfortzahlung während dem Urlaub

Offizielle Bestimmungen zum Kurzurlaub für pflegende Angehörige und zum Betreuungsurlaub für Eltern regeln die Lohnfortzahlung für pflegende Angehörige.

Kurzurlaub für betreuende Angehörige

Angestellte Arbeitnehmende, die ein gesundheitlich beeinträchtigtes Familienmitglied betreuen müssen, haben seit 1. Januar 2021 Anspruch auf einen bezahlten Urlaub. Dieser beträgt höchstens drei Tage pro Ereignis und maximal zehn Tage pro Jahr. Die betreuenden Arbeitnehmenden erhalten während dieser Zeit weiterhin und ungekürzt ihren Lohn ausbezahlt.

Betreuungsurlaub und -entschädigung für Eltern

Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, um ihr gesundheitlich schwer beeinträchtigtes minderjähriges Kind zu betreuen, haben seit 1. Juli 2021 Anspruch auf einen Betreuungsurlaub. Dieser dauert maximal 14 Wochen innerhalb einer Rahmenfrist von 18 Monaten. Während dem Betreuungsurlaub erhalten die Eltern eine Betreuungsentschädigung in Höhe von 80 % ihres Einkommens.

Entlastung bei Betreuung und Haushalt

Um pflegende Angehörige im Alltag zu unterstützen, bieten einige Organisationen eine Betreuung des Betroffenen und Unterstützung im Haushalt an. Hingegen unterstützen nur wenige der Organisationen auch bei pflegerischen Tätigkeiten wie z. B. Körperpflege, Versorgung von gesundheitlichen Problemen oder Hilfe bei der Essenseingabe.

ParaHelp

ParaHelp vermittelt Entlastungsangebote für Angehörige, die eine Auszeit von der Betreuung benötigen, oder helfen, beim Ausfall von pflegenden Angehörigen eine Lösung zu finden. Die Angebote werden individuell auf die Bedürfnisse der Angehörigen abgestimmt.

Kosten: Entlastungsangebote kostenpflichtig

Informationen:

  • Webseite
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  • 041 939 60 60
Entlastungsdienst Schweiz

Begleitung in die Therapie, Ausflüge und Spaziergänge, vorlesen, Gespräche führen, Unterstützung im Haushalt, einkaufen, Essen zubereiten, basteln, spielen und vieles mehr.

Zu beachten: Die meisten der regionalen Entlastungsdienste übernehmen keine pflegerischen Arbeiten. Die genauen angebotenen Leistungen erfahren Sie auf der Webseite durch Klicken auf den jeweiligen Kanton.

Kosten: Kostenpflichtig. Die Finanzierung kann durch Beiträge von Dritten geleistet werden, z. B.  Hilflosenentschädigung der IV, Intensiv­pflegezuschlag der IV, Ergänzungsleistungen (EL) oder Stiftungen.

Informationen:

Pro Senectute

Pro Senectute bietet Angehörigen von Senior/-innen Entlastung durch Haushalts- und Putzhilfen, Mahlzeitendienst, Fahr- oder Begleitdienste, administrative Unter­stützung bei Finanzen und Steuern sowie persönliche Beratung, z. B. zum Thema Wohnen im Alter.

Kosten: Erstberatungs­gespräch kostenlos, weitere Entlastungs­angebote kostenpflichtig

Informationen:

  • Webseite
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  • 058 591 15 15
  • Regionale Kontakte
Sofort-Betreuung (Kanton Bern)

Die Sofort-Betreuung (ein Angebot des Entlastungsdiensts Schweiz, Kanton Bern) bietet Ihnen kompetente Hilfe und Unterstützung in Notsituationen, damit Sie wieder neue Energie tanken können. Bei Bedarf wird der Betreuungseinsatz im ganzen Kanton Bern innerhalb von 24 Stunden (gilt für Werktage) organisiert – je nach Wunsch für einzelne Stunden oder ganze Tage.

Kosten: Die Preise richten sich nach dem Einkommen und dem Vermögen der zu betreuenden Person; hier die aktuellen Tarife.

Informationen:

  • Webseite
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  • 031 371 62 74 
  • Buchung via Online-Kalender

Ferienreisen für die betreute Person – Entlastung für die Angehörigen

Abschalten, geniessen und neue Energie tanken. Durch spezialisierte Reisen profitieren Menschen mit Beeinträchtigungen von einem Tapetenwechsel, während ihre Angehörigen eine Auszeit von ihren Betreuungs- und Pflegetätigkeiten geniessen können. Um die Betreuung während der Ferien sicherzustellen, werden die Reisenden von anderen Pflegepersonen begleitet.

Eine Pflegefachfrau begleitet einen Mann im Rollstuhl am Strand, im Hintergrund das Meer und der Sonnenuntergang.

Damit sich pflegende Angehörige erholen können, bieten verschiedene Organisationen betreute Ferien für Menschen mit Beeinträchtigung an.

Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV)

Die SPV bietet Reisen in der Schweiz sowie im nahen und fernen Ausland. Zudem stehen die Reiseprofis auch für Auskünfte über rollstuhlgängige Unterkünfte oder Freizeitangebote für Rollstuhlfahrer/-innen zur Verfügung.

Reisen für Mitglieder mit Tetraplegie

Die «Tetraentlastungswochen» stehen Tetraplegiker/-innen offen, die Aktiv-Mitglieder der SPV sind. Während dem Aufenthalt übernimmt ParaHelp die Pflegeleitung durch ausgewiesenes Fachpersonal und schult vorab die Begleitperson, die während des Aufenthalts die Pflege übernimmt. Die Begleitperson kann von der SPV zugeteilt oder selbst gewählt werden. Damit das Angebot den Angehörigen eine Entlastung vom Pflegealltag ermöglicht, dürfen diese nicht als Begleitpersonen bestimmt werden.

Liste mit pflegenden Begleitpersonen auf Individualreisen

Die SPV führt eine Liste mit Privatpersonen, die Querschnittgelähmte bei Bedarf auf ihre Individualreise begleiten und dort pflegerische Tätigkeiten übernehmen. Nach Erhalt der Liste erfolgt die Kontaktaufnahme privat durch den/die Reisenden.  

Kosten:

Die Tetraentlastungswochen sind für die Tetraplegiker/-innen kostenpflichtig. Einmal pro Jahr über­nimmt die SPV die vollen Kosten für die Begleitperson. Auf allen weiteren Reisen bezahlt der/die Tetraplegiker/-in zusätzlich 20 % des Arrangements der Pflege­person.

Die Anfrage der Liste mit Begleitpersonen ist kostenlos.

Informationen:

  • Webseite
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  • 041 939 54 15
  • Tetra-Ferien im Tessin
Claire & George Stiftung

Barrierefreie Ferien und Reisen in der Schweiz. Claire & George unterstützt Sie von der Auswahl des Hotels bis zur Buchung Ihrer mehrtägigen Reise. Je nach Bedarf organisieren die Spezialisten die gewünschten oder notwendigen Services dazu: Transport, Hilfsmittel, Hotelspitex-Pflege und/oder Begleitung auf Spaziergängen, Tagesausflügen bis hin zur ganzen Reise.

Kosten: Kostenpflichtig

Informationen:

  • Webseite
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  • 031 301 55 65
Procap Reisen

Procap Reisen organisiert seit über 20 Jahren Ferien für Menschen mit Handicap: individuelle Reisen, Gruppenreisen in der Schweiz oder im Ausland sowie Ferienassistenz für Alleinreisende.

Kosten: Kostenpflichtig

Informationen:

  • Webseite
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  • 062 206 88 30
Globetrotter Bern

Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen müssen sich oftmals durch einen Dschungel an Vorbereitungen kämpfen, wenn sie in ferne Länder reisen wollen. Reiseberater Roland kennt sich mit diesem Detailwissen am besten aus, denn er ist selbst im Rollstuhl unterwegs.

Kosten: Kostenpflichtig

Informationen:

  • Webseite
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  • 031 326 60 68

«Erholung ist die Pflege, die jeder Mensch sich leisten sollte.»

Kurt Haberstich

Abschliessende Hinweise

Pflege und Betreuung von Angehörigen sind äusserst anspruchsvolle Aufgaben, die oftmals schleichend zunehmen oder vorübergehend massiv ansteigen. Dabei geraten die pflegenden Angehörigen und ihre eigenen Bedürfnisse immer mehr in Vergessenheit – bis sie physisch oder psychisch an ihre Grenzen stossen.

Ein pflegebedürftiger Mann in gestreiftem Hemd sitzt im Rollstuhl, rechts neben ihm läuft eine weibliche Begleitperson, die Hände in den Jeanstaschen. Die Köpfe sind nicht zu sehen.

Der Gesundheitszustand der zu pflegenden Person gibt oftmals den Takt an. Dabei geraten die Bedürfnisse der betreuenden Angehörigen in den Hintergrund.

Wichtig: Achten Sie auch auf Ihre eigene Gesundheit!

Tipps für pflegende Angehörige
  • Klären Sie mit ihrer/ihrem Angehörigen die gegenseitigen Erwartungen und entscheiden Sie gemeinsam.
  • Sorgen Sie für geeignete Hilfsmittel und eine optimale Wohnsituation. Falls möglich, teilen Sie die Arbeiten mit anderen auf und fördern Sie Selbständigkeit der betreuten Person.
  • Sprechen Sie offen über Ihre Sorgen und tauschen Sie sich aus – auch mit Fachpersonen und anderen Menschen in der gleichen Situation.
  • Nehmen Sie sich und Ihre Bedürfnisse ernst. Dazu gehören auch Pausen und Freizeit. Lassen Sie Hilfe und Unterstützung zu, z. B. Entlastungsangebote. Pflegen Sie Ihr soziales Umfeld.
  • Informieren Sie sich laufend und suchen Sie professionelle Beratung, z. B. zum Thema Finanzen. Lassen Sie z. B. einen eventuellen Anspruch auf Assistenzbeitrag prüfen. Die Lebensberatung SPV unterstützt bei der Anmeldung und Abklärung durch die IV.

Geben, ohne es wahrzunehmen, kann zur Selbstüberforderung führen. Dieses Barometer gibt Ihnen eine visuelle Antwort auf die Frage, wie sich Ihr Engagement auf Ihr Wohlbefinden auswirkt.

Weitere Informationen im Ratgeber von Pro Senectute und in der Broschüre «Mir selber und anderen Gutes tun» von Gesundheitsförderung Schweiz.

«Eigene Schmerzen ertragen wir leichter als die Leiden unserer liebsten Angehörigen.»

Friedrich von Bodenstedt

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