Nehmt’s, wie’s ist, verzichtet auf Grübeleien!

Silvester und Neujahr: Diese beiden Tage bedeuten nach landläufiger Auffassung Standhaftigkeit oder Absturz, maschinenähnliche Disziplin oder überbordende Ausgelassenheit, oft auch Neuanfang nach kläglichem Ende.

Standhaft, feierlich und kaiserlich: Die Wiener Philharmoniker

Die Wiener Philharmoniker gehören zu den Standhaften: Zum 78. Mal spielten sie pünktlich um 11.15 Uhr zum Neujahrskonzert auf. Millionen berührter Zuschauer folgten der wie immer züchtigen, aber feierlichen Musikveranstaltung am Fernsehen. Das Spiel muss perfekt sein. Ausgelassen feiern dürfen die wie zu Kaisers Zeiten auftretenden Berufsmusiker bei anderer Gelegenheit, aber nicht an Silvester und Neujahr.

Ben, mein Freund, stürzte dagegen. Er war schon betrunken, als seine Party in der sturmfreien elterlichen Villa begann. Erst gegen Mitternacht erwachte er wieder und stiess zu seinen Gästen, die sich auch ohne ihn schamlos vergnügten. Ihm war elend, am liebsten wäre er in den Boden versunken. Er schämte sich, verwünschte die einfältige Cowboy-Kleidung, in der er lässig und locker den grossherzigen Gastgeber spielen wollte.

Wie konnte ihm so ein Missgeschick unterlaufen? Viele von uns hat ein Missgeschick in den Rollstuhl befördert. Solche Missgeschicke bezeichnen wir als Unfall. Wir werden aber nicht kluger, wenn wir darüber grübeln, wie alles wäre, wäre dieses Missgeschick nicht ausgerechnet uns widerfahren. Kluger werden wir aber, indem wir lernen, mit diesem Missgeschick umzugehen. So gesehen gehören Missgeschicke zum Leben – das war letztes Jahr so und wird auch 2018 so sein. In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein gutes neues Jahr!

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