Die Hauptstadt hat einiges zu bieten: Eine Stadtbernerin zeigt euch, was man dort im Rollstuhl alles unternehmen kann

Einen Tag in Bern zu verbringen lohnt sich auf jeden Fall. Gemäss einer britischen Studie liegt Bern auf Platz fünf der barrierefreisten Hauptstädte Europas. Als Stadtbernerin gebe ich gerne ein paar Tipps, wie ihr einen Tag in Bern verbringen könnt. Ausser dem Bundeshaus gibt es noch viele weitere spannende Dinge, die erkundet werden wollen – kulturell wie kulinarisch!

Restaurant Altes Tramdepot

Den Tag könnte man beispielsweise im Restaurant Altes Tramdepot beginnen. Dort bekommt man bei toller Aussicht auf die Altstadt und die Aare einen guten Kaffee. Und auch wer gerne Bier mag, ist hier genau am richtigen Ort: Das Restaurant hat eine eigene Brauerei, die vom Tram-Hellen über das Tram-Märzen bis hin zum Alkoholfreien eine feine Auswahl anbietet.

restaurant altes tramdepot

(Quelle: https://www.altestramdepot.ch)

Nachdem man sein Getränk und die tolle Aussicht genossen hat, kann man gleich nebenan den BärenPark besuchen.

BärenPark

bär im bärenpark

(Quelle: https://www.myswitzerland.com/)

Schon seit dem Jahr 1513 werden in Bern Bären gehalten. Bis 1857 sogar in der Innenstadt, anschliessend im Bärengraben und seit 2009 im BärenPark, der direkt neben dem Bärengraben an der Aare liegt. In dem 5000 Quadratmeter grossen Gehege wohnen die Braunbären Finn, Björk und Ursina. Dank dem kostenlosen Panorama-Schräglift, der hinunter bis ans Ufer der Aare fährt, ist der gesamte Park auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Unter diesem Link findet ihr die interessante Geschichte der Berner Bären seit dem Mittelalter.

schräglift im bärenpark hinunter zur aare

(Quelle: Adrian Moser, https://www.derbund.ch)

Wenn man dann langsam hungrig wird, kann man weiter in Richtung Länggasse gehen.

Restaurant Provisorium46

restaurant provisorium46

(Quelle: https://provisorium46.ch/)

Das Provisorium46 ist ein Geheimtipp: ein tolles Restaurant mitten im Quartier der Länggasse mit einem feinen Angebot und einer gemütlichen Sonnenterasse. Auch Fussballinteressierte sind dort am richtigen Ort: Auf der Terrasse werden ausgewählte Meisterschaftsspiele der BSC Young Boys gezeigt.

Das Provisorium46 ist ein Inklusionsprojekt von Blindspot - Inklusion und Vielfaltsförderung Schweiz: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten dort. Ziel des Projekts ist es, junge Menschen mit Behinderung auf ein ungeschütztes Arbeitsumfeld vorzubereiten; so erhalten sie mehr Möglichkeiten für die Berufswahl, werden selbstbestimmter und besser in die Gesellschaft integriert. Zugleich werden die Gäste durch den Kontakt mit den behinderten Mitarbeitern für das Thema sensibilisiert. Mehr über das Restaurant und seine Philosophie findet ihr auf dieser Website.

Stade de Suisse – jetzt wieder «Stadion Wankdorf»

stadion wankdorf

Wer ein richtiger Fussballfan ist, sollte sich natürlich gleich live im Stadion Wankdorf einen Match anschauen. Hier der Link zu den Tickets – Rollstuhlfahrer zahlen deutlich weniger. Das Stadion liegt zirka zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die Tramlinie 9 führt direkt dorthin. Alle Trams der Linie 9 sind barrierefrei.

Das Stadion Wankdorf ist das zweitgrösste Stadion der Schweiz. Während der Fussball-Europameisterschaft im Jahr 2008 fanden hier drei Gruppenspiele statt. Neben dem Fussballstadion enthält es auch ein Einkaufszentrum, eine Schule, einige Wohnungen und ein Solarkraftwerk auf dem Stadiondach.

Stadttheater Bern

stadttheater bern

(Quelle: KTB Mitarbeiter, Wikimedia CommonsCC BY-SA 4.0)

Wer lieber Theater statt Fussball mag, ist im Stadttheater Bern am richtigen Ort. Es befindet sich am Kornhausplatz und wurde 1903 gebaut. Gezeigt werden Uraufführungen und Klassiker aus den Bereichen Musiktheater, Schauspiel und Tanz. Rollstuhlfahrer erhalten eine Ermässigung von 20 %, wer eine KulturLegi besitzt, sogar 50 %.

Hier ein kurzes Video über die Uraufführung des Musiktheaterstücks «Ein Winternachtstraum» am Stadttheater:

Falls das Video euer Interesse geweckt hat, findet ihr hier das aktuelle Programm des Theaters.

Gelateria di Berna Länggasse

gelateria di berna länggasse

Zum Abschluss empfehle ich ein Eis in der Gelateria di Berna – für mich das beste Eis in der ganzen Stadt. Je nach Saison gibt es immer wieder andere und neue Kreationen, bestimmt ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Die Gelateria befindet sich in der Begegnungszone an der Mittelstrasse. Dort ist immer etwas los und die Leute stehen für ein gutes Gelato auch etwas länger an. Meine aktuellen Lieblingssorten sind Nutella, Kokosnuss und Erdnussbutter, wie man vielleicht auf dem Bild erkennen kann. Am besten lasst ihr euch vor Ort von den vielfältigen Sorten inspirieren.

eisbecher aus der gelateria di berna

Zum Abschluss hier noch ein Video mit Blick von oben auf die wirklich schöne Stadt:

Welche Erfahrungen habt ihr in Bern gemacht? Habt ihr weitere Tipps oder Lieblingsorte dort?

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