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Blase & Darm

Blasendauerkatheter

Der grosse Ratgeber zu Pflege, Arten und Umgang

Ein Blasendauerkatheter ist für viele Menschen mit einer Querschnittlähmung ein wichtiger Bestandteil des Alltags und des Blasenmanagements. Er hilft, die Blase kontinuierlich zu entleeren und den Urin sicher abzuleiten. Doch es gibt verschiedene Arten und im Umgang damit einiges zu beachten.

In diesem Ratgeber erklären wir die Unterschiede der Kathetertypen, geben dir wichtige Tipps zur Pflege und zeigen dir, was du bei häufigen Problemen wie Verstopfungen oder Schmerzen tun kannst.

Was für Arten von Blasendauerkathetern gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptarten von Dauerkathetern: den suprapubischen und den transurethralen Katheter.

1. Der suprapubische Blasenkatheter (SPK)

Ein suprapubischer Blasenkatheter ist ein Dauerkatheter, der durch die Bauchdecke direkt in die Blase eingeführt wird. Der Vorteil ist, dass der Urin permanent abfliesst, ohne die Harnröhre zu nutzen.

  • Befestigung: Wie bei vielen Kathetermodellen wird der SPK meist durch einen kleinen Ballon fixiert, der in der Blase mit Flüssigkeit gefüllt wird.
  • Pflege: An der Austrittsstelle an der Bauchwand wird der Katheter mit einem Verband abgedeckt. Dieser Verband muss regelmässig gewechselt werden – mindestens einmal pro Woche, oder immer dann, wenn er durchfeuchtet ist (z. B. nach dem Duschen) oder sich ablöst.

 2. Der transurethrale Blasenkatheter (TRK)

Im Unterschied zum SPK führt der transurethrale Blasenkatheter durch die Harnröhre bis in die Blase. Auch bei dieser Art fliesst der Urin permanent ab. Die Fixierung erfolgt ebenfalls über einen kleinen Ballon in der Blase.

Blasen Darmmanagement

Richtiger Umgang und Pflege von Dauerkathetern

Die goldene Regel: Position des Urinbeutels

Das Wichtigste zuerst: Der Urinbeutel muss immer unter der Höhe der Blase (Blasenniveau) hängen. Nur so kann der Urin vollständig ablaufen. Achte ausserdem darauf, dass der Schlauch nicht abgeknickt ist oder über dem Blasenniveau verläuft.

Umgang mit Sekretbildung

Ein Dauerkatheter kann die Schleimhäute anregen, Sekret zu bilden. Es kann also etwas Ausfluss an der Eintrittsstelle (Bauchwand beim SPK, Harnröhrenöffnung beim TRK) auftreten. Die Menge kann dabei variieren.

Wichtig: Dieses Sekret bietet einen idealen Nährboden für Bakterien. Es ist daher entscheidend, dass sich keine Verkrustungen bilden.

  • Pflege beim SPK: Hier schützt der Verband vor dem Eindringen von Bakterien und beugt Entzündungen vor.
  • Pflege beim TRK: Eine sehr gute Körperhygiene ist unerlässlich. Bei der täglichen Intimpflege sollte das Sekret, das von der Harnröhrenschleimhaut gebildet wird, sorgfältig an der Harnröhrenöffnung abgewaschen werden.

Problemlösungen: Was tun, wenn...?

Im Alltag mit einem Blasenkatheter können Fragen oder Probleme auftreten. Hier sind die häufigsten Szenarien und ihre Lösungen.

Was tun, wenn kein Urin fliesst? 

Wenn kein Urin mehr abläuft, könnte der Katheter verstopft sein. Oft bilden sich im Inneren Beläge, die den Abfluss behindern.

  • Lösung 1: Versuche, durch regelmässiges Kneten des Katheters diese Beläge zu lösen oder ihrer Bildung vorzubeugen.
  • Lösung 2: Falls das Kneten nicht hilft, muss der Katheter gespült werden.
  • Wann zum Arzt? Solltest du dies nach einer Instruktion nicht selbst durchführen können, wende dich bitte umgehend an deine/n Hausärztin/Hausarzt oder Spitex.

Was tun, wenn Urin neben dem Katheter aus der Harnröhre kommt?

Dies kann verschiedene, oft leicht zu behebende Ursachen haben:

  • Der Katheter ist verstopft (siehe oben).
  • Der Urinbeutel liegt über der Höhe der Blase.
  • Der Verbindungsschlauch ist abgeknickt.

Überprüfe diese drei Punkte. Sollte das Problem weiterhin bestehen, wende dich an deine/n Hausärztin/Hausarzt oder Urologin/Urologen.

Was tun, wenn du ein Brennen oder Schmerzen spürst? 

Brennen in der Blase oder Harnröhre kann ein erstes Anzeichen für einen Harnwegsinfekt sein.

  • Lösung 1: Führe einen Nephurtest (Urinteststreifen) durch.
  • Lösung 2: Manchmal hilft es bereits, die Trinkmenge zu erhöhen.
  • Wann zum Arzt? Wenn der Test positiv ausfällt und/oder die Schmerzen anhalten, kontaktiere deine/n Hausärztin/Hausarzt.

Mehr zum Thema Harnwegsinfekte und Blasenentzündungen

Was tun, wenn die Eintrittsstelle des SPK gerötet ist oder stark riecht?

Eine Rötung, eine Zunahme der Sekretmenge oder ein strenger Geruch können Anzeichen einer Entzündung oder eines mechanischen Reizes durch den Katheter sein.

  • Lösung: Versuche, den Verband häufiger zu wechseln und die Kathetereintrittsstelle gut zu desinfizieren.
  • Wann zum Arzt? Tritt keine Besserung ein, solltest du dich an deine/n Hausärztin/Hausarzt wenden.

 

Wichtige Routinefragen zum Dauerkatheter

Abschliessend beantworten wir zwei Fragen, die zu diesem Thema immer Mal wieder aufkommen.

Wie häufig muss der Katheter gewechselt werden? 

Die Wechselintervalle hängen vom Kathetertyp und Material (meist Silikon) ab. Die Entscheidung richtet sich auch danach, ob sich Ablagerungen bilden oder der Katheter dazu neigt, zu verstopfen.

  • Transurethrale Silikonkatheter: in der Regel alle 3 bis 4 Wochen.
  • Suprapubische Silikonkatheter: in der Regel alle 6 bis 8 Wochen.

Besprich das für dich passende Intervall immer mit deiner/m Urologin/Urologen.

Darf ich schwimmen gehen und den Katheter abstöpseln? 

Grundsätzlich solltest du das nicht tun. Jedes Trennen des geschlossenen Systems (Katheter und Urinbeutel) birgt eine Infektionsgefahr. Besprich auch dieses Thema unbedingt individuell mit deiner/m Urologin/Urologen.

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