Die normale Darmfunktion

Die Stuhlentleerung (Defäkation) ist ein reflexartig ablaufender Vorgang, der jedoch willentlich beeinflusst werden kann. Bei ausreichender Füllung und damit Dehnung der Ampulle1 werden über Nervenbahnen Impulse zum Defäkationszentrum im Rückenmark gesendet. Im Grosshirn wird die Empfindung «Stuhldrang» ausgelöst. Das Defäkationszentrum steuert die Muskulatur des Enddarms, welche den inneren Schliessmuskel erschlaffen lässt und zugleich zur Anspannung der äusseren Muskulatur des Enddarms führt. Dadurch wird der Stuhlgang nach aussen getrieben.

Eine anhaltende Anspannung von Zwerchfell und Bauchmuskeln, die sogenannte Bauchpresse, unterstützt den Vorgang. Ein Hinauszögern der Stuhlentleerung über eine gewisse Zeit ist deshalb möglich, weil der äussere Schliessmuskel willentlich angespannt werden kann und damit die Stuhlentleerung verhindert wird.

Die Darmentleerung bei schlaffer Darmlähmung

Die Information über den Füllungszustand des Darms wird von Dehnungsrezeptoren an der Darmwand registriert. Normalerweise wird diese Information via Defäkationszentrum ans Gehirn weitergeleitet. Durch die Läsion im Rückenmark kann die Information jedoch nicht vom Darm ins Rückenmark gelangen. Die Stuhlentleerung kann nicht mehr willentlich gesteuert werden. Die Darmwand transportiert den Stuhlgang nicht weiter, der äussere Schliessmuskel ist schlaff und kann den Stuhlgang nicht zurückhalten. Bei einer schlaffen Darmlähmung kommt es deshalb häufig zu Inkontinenz. Um dies zu verhindern, ist tägliches Abführen notwendig.

Die Darmentleerung bei spastischer Darmlähmung

Bei der spastischen Lähmung ist es auch so, dass die Weiterleitung des Füllungszustands nicht mehr wahrgenommen werden kann. Durch die Läsion im Rückenmark kann die Information nicht bis zum Gehirn gelangen, sondern wird unmittelbar vom Defäkationszentrum an die Darmmuskulatur zurückgesendet mit dem Befehl «Darm gefüllt». Sie können die Stuhlentleerung nicht mehr willentlich steuern. Die Darmwand transportiert den Stuhlgang weiter, der Schliessmuskel bleibt aber geschlossen.

Bei einer spastischen Darmlähmung ist es möglich, den Darm so zu trainieren, dass nur alle 2 Tage eine Entleerung stattfinden muss. Dies ist jedoch abhängig von den Ausscheidungsgewohnheiten bei jedem einzelnen und es zeigt sich im Verlaufe der Rehabilitation, ob ein Zwei-Tages-Rhythmus möglich ist.

Es gibt bei beiden Lähmungen verschiedene Entleerungstechniken und Hilfsmittel. Der Stuhlgang wird auch erheblich von den Ernährungsgewohnheiten sowie der Trinkmenge beeinflusst.

Das wichtigste Ziel ist, einen guten Rhythmus zur Darmentleerung zu finden, damit es nicht zu Inkontinenz kommt und Sie in Ihren Alltagsaktivitäten nicht eingeschränkt werden.

1 letzter Teil am Ausgang des Darms

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