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Warum Inklusion für Unternehmen wichtig ist

  • kitwan
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Warum Inklusion für Unternehmen wichtig ist

Den Wert der grössten Minderheit der Welt anerkennen

Nach Angaben der Vereinten Nationen (UNO) ist die offizielle Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen in den meisten Industrieländern mindestens doppelt so hoch wie von Menschen ohne Behinderungen. In den Entwicklungsländern liegt die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen im erwerbsfähigen Alter (generell 15 bis 64 Jahre) bei 80 % oder höher.

Auch heute noch betrachten viele Menschen «Behinderung und Arbeitslosigkeit» hauptsächlich als Menschenrechtsfrage, die nur Menschen mit Behinderungen betrifft – die grösste Minderheit der Welt. Diese Einstellung muss sich ändern, denn es gibt immer mehr Belege dafür, dass Inklusion von Behinderungen nicht nur für Menschen mit Behinderungen entscheidend ist: Sie hat einen positiven Einfluss auf Unternehmen und wäre in der Tat eine Lösung für die globale Wirtschaft und viele andere Aspekte.

Alarmierende Arbeitslosenzahlen

Die UNO schätzt, dass weltweit über 380 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter in irgendeiner Form behindert sind. In der Schweiz wird die Zahl der Menschen mit Behinderungen auf rund 1.7 Mio. geschätzt. Gemäss dem Bundesamt für Statistik sind 68 % dieser Bevölkerungsgruppe im Alter zwischen 16 und 64 Jahren erwerbstätig. Bei Menschen mit schweren Behinderungen sinkt die Beschäftigungsquote auf lediglich 42 %.

Im Vergleich zu den USA, wo nur 29 % der Menschen mit Behinderungen im erwerbsfähigen Alter eine Arbeitsstelle haben, ist die Schweiz bei der Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt deutlich weiter. Dennoch liegt in der Schweiz die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderungen um mindestens 15 % unter der von Menschen ohne Behinderungen. Der Bund und die Unternehmen in der Schweiz sind verpflichtet, ihre Massnahmen auszuweiten, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen vollständig in die Praxis umzusetzen.

Bevölkerung nach Erwerbs- und Behindertenstatus, Juli 2018

Laut Daten des U.S. Bureau of Labor Statistics besteht in den USA eine grosse Beschäftigungslücke zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. (Quelle: www.accenture.com)

Eine Lösung für den weltweiten Arbeitskräftemangel

Im Jahr 2014 führte die Boston Consulting Group (BCG), eine weltweit tätige Unternehmensberatungsfirma, eine Studie durch, um das Ausmass des Arbeitskräftemangels oder -überschusses in 25 Ländern zwischen 2020 und 2030 zu berechnen und zu schätzen. Für zehn Länder, darunter Deutschland, Italien und Frankreich, prognostizierte die BCG für das laufende Jahrzehnt einen Arbeitskräftemangel. Allein in Deutschland werden im Jahr 2030 schätzungsweise 8.4 bis 10 Mio. Arbeitskräfte fehlen, um die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu decken. Darüber hinaus wird erwartet, dass der globale Bedarf an Arbeitskräften aufgrund sinkender Geburtenraten und einer alternden Bevölkerung steigen wird.

Die Einfuhr ausländischer Arbeitskräfte ist in vielen Ländern eine gängige Lösung für den Arbeitskräftemangel. Oft übersehen Arbeitgeber die Talente und die Unterstützung, die eine grosse Zahl von Menschen mit Behinderungen aus der Region bieten können. Eine Forschungsbericht aus den USA schätzt, dass Unternehmen, welche die Inklusion verbessern, mehr als 10.7 Mio. Menschen mit Behinderungen als Arbeitskräfte zur Verfügung haben werden.

Everybody gains from disability inclusion.

Menschen mit Behinderungen sind die verborgenen Schätze der Gesellschaft. Sie können eine Lösung für den Arbeitskräftemangel sein, wenn Unternehmen bereit sind, mehr für die Inklusion von Behinderungen am Arbeitsplatz zu tun. (Quelle: Twitter@ilo)

Gemäss der BCG-Studie würde ein Arbeitskräftemangel das Wirtschaftswachstum behindern, was zu einer Lohninflation führen sowie die Gründung und Entwicklung von Unternehmen hemmen würde. Wenn die Inklusion am Arbeitsplatz verbessert wird, erhalten Menschen mit Behinderungen bessere Chancen auf Erwerbstätigkeit und tragen so zur Linderung des Arbeitskräftemangels bei. Um dies zu erreichen, muss sich die Sichtweise der Menschen ändern.

Mythen und Fakten der Inklusion

Falsche Vorstellungen – zum Beispiel, dass Menschen mit Behinderungen arbeitsunfähig sind oder dass es teuer ist, Mitarbeiter mit Behinderungen einzustellen – sind heutzutage immer noch weit verbreitet. Diverse Studien haben jedoch bewiesen, dass sie nicht zutreffen.

Eine dieser Studien wurde vom Job Accommodation Network (JAN) durchgeführt, einem vom Arbeitsministerium der USA finanzierten Dienst. Seit 2004 wird eine laufende Umfrage mit über 2700 Arbeitgebern in den USA durchgeführt. 776 Arbeitgeber stellten dem JAN die Informationen über die Kosten im Zusammenhang mit den Arbeitsplatzanpassungen für behinderte Arbeitnehmer zur Verfügung. 58 % gaben an, dass die von ihren Mitarbeitern benötigten Arbeitsplätze nichts kosten, da viele bestehende Büroeinrichtungen bereits behindertengerecht seien. Für 37 % entstanden einmalige Kosten, während nur 4 % angaben, dass die Anpassungen zu laufenden, jährlichen Kosten für das Unternehmen geführt haben. Die Umfrage ergab auch, dass die durchschnittlichen einmaligen Kosten für die Anpassung eines Arbeitsplatzes bei nur 500 US-Dollar pro Mitarbeiter lagen.

Im Jahr 2018 führte Accenture zusammen mit Disability:IN und der American Association of People with Disabilities (AAPD) eine weitere Studie durch, die den Zusammenhang zwischen der Inklusionspolitik und der Leistung von Unternehmen aufzeigte. Sie stellten fest, dass Unternehmen mit Massnahmen zur Eingliederung von behinderten Mitarbeitern nicht nur von einem verbesserten Ansehen profitieren, sondern auch mehr Innovation, höhere Produktivität und grössere Marktanteile aufweisen. Sie betonen:

«Mitarbeiter mit Behinderungen abteilungsübergreifend im Unternehmen zu haben, trägt dazu bei, dass die Produkte und Dienstleistungen, die auf den Markt kommen, wirklich inklusiv sind.»

Ein grosser Gewinn für Unternehmen

Das Vorausdenken von Menschen mit Behinderungen, ihre einzigartige Perspektive und ihre Experimentierfreudigkeit sind wertvolle Eigenschaften, die von allen Unternehmen und Betrieben dringend benötigt und gesucht werden. Ein vielfältiges Arbeitsumfeld aus Menschen mit und ohne Behinderungen hilft Mitarbeitern ohne Behinderungen, Dinge jenseits ihrer Vorstellungskraft und Erfahrung in Betracht zu ziehen. Dabei kann es sich um Zugänglichkeitsprobleme handeln, denen Kollegen mit Behinderungen ausgesetzt sind, oder um die Entwicklung inklusiver Produkte und Geschäftsstrategien.

Employees with disabilities are great assets to companies.

Arbeitnehmer mit Behinderungen sind ein grosser Gewinn für Firmen und Unternehmen. (Quelle: Freepik)

Anders als viele Arbeitgeber vermuten würden, können Arbeitnehmer mit Behinderungen zuverlässiger und loyaler sein als solche ohne Behinderungen. Mehrere Studien fanden heraus, dass Menschen mit Behinderungen gleich viele oder weniger Arbeitsunfälle haben als ihre Kollegen ohne Behinderungen. Menschen mit Behinderungen wechseln auch seltener den Job als andere Arbeitnehmer. Dies hilft, die Fluktuation im Unternehmen zu mindern und seine Effizienz zu erhalten, da häufige Neueinstellungen und Schulungen neuer Mitarbeiter entfallen.

Jede Anstrengung eines Unternehmens für die Inklusion von Behinderungen kann einen Unterschied machen. Welche Erfahrungen habt Ihr – als Arbeitgeber oder als Person mit einer Behinderung – mit Inklusion am Arbeitsplatz gemacht?

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Liebe Kitwan

Endlich Jemand der diese ernste Sache unter der Lupe nimmt. Als direkter betroffener, muss ich sagen das ich voll und Ganzen dies Eckdaten der UNO und Internationale Organisationen zustimme,( Auch wenn ich persönlich denke das es...

Liebe Kitwan

Endlich Jemand der diese ernste Sache unter der Lupe nimmt. Als direkter betroffener, muss ich sagen das ich voll und Ganzen dies Eckdaten der UNO und Internationale Organisationen zustimme,( Auch wenn ich persönlich denke das es weit mehr schlimmer ausseht ) Es macht mich traurig das in so reiche und Starke industrie Ländern wie Beispiel bei uns in der Schweiz, Inklusive Arbeit noch ein Langes langes weg Vorsicht hat.
Meisten ist es nur eine weitere Gesprächs Thema in der Politik, aber reden kann man unendlich, Taten hingegen bleibt die Traurige Gewissheit, eben entfernt von das Gerede.
Ich kann ein gute Beispiel machen, ich bin Informatiker und verfügen über mehrere Jahre Erfahrung auch in andere Domaine und zuletzt über 5 Sprachen. und auch wenn ich Paraplegiker bin, Ist es mir Trotz meine Qualifikationen etc., immer noch nicht gelungen eine Inklusive Arbeit zu 30% zu erwerben, die Meisten Absagen kommen mit der Begründung, das es eben keine Barrierefreie Struktur vorhanden, andere wiederum habe grossen bedenken der Gesundheitszustand eine Behinderte Person, und machen Sich sorgen das eben dies Er öfter Krank geschrieben ist als Anwesen an der Arbeit zu sein... Obwohl ich immer beton die Motivation und das Wille eine Betroffene Person viel stärker ist als sage wir eine Gesunden Mensch, wobei zuletzt viele Arbeitnehmer die gesund Eingestellt werden statistisch gesehen öfter Krank schreiben lassen, sei es Burn Out, oder eine Erkältung oder einfach weil Sie Sonntags zu viel gefeiter haben und Montag es einfach Motivation fehlen würde die Arbeit anzugehen..

Ich hoffe von Herzen das dieses Ungleichgewicht, Politiker Es ernst nehmen und nicht nur grosse Töne als Politik Werbung unterbereiten, sondern diesmal auch in Taten umwandeln.

Ein Herzlicher Gruss Francesco

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Lieber Francesco,

vielen Dank für deine Kommentare.

Als ich diesen Artikel geschrieben habe, habe ich mir unsere Konversation (während Swiss-Handicap) über dieses Theme in Erinnerung gebracht. Ich finde es auch enttäuschend, dass die...

Lieber Francesco,

vielen Dank für deine Kommentare.

Als ich diesen Artikel geschrieben habe, habe ich mir unsere Konversation (während Swiss-Handicap) über dieses Theme in Erinnerung gebracht. Ich finde es auch enttäuschend, dass die Arbeitgeber bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen immer noch konservativ sind. Für Berufe wie Bauarbeiter und Kellner verstehe ich die Herausforderungen. Aber für Informatiker oder andere Büro-Jobs kann man im Prinzip überall arbeiten. Wie im Blog-Beitrag gesagt, kosten die barrierefreien Anpassungen nicht viel und manchmal sogar nichts. Okay, na ja, vielleicht ist die Home Office ein bisschen kompliziert. Möglicherweise sind die Arbeitgeber nicht daran interessiert, für die Miete oder sonstige Kosten, die ihnen gesetzlich verpflichtet sind, zu zahlen. Jedenfalls finde ich es eine große Enttäuschung, dass Menschen mit Behinderungen, die über Erfahrungen, Fähigkeiten und Motivation verfügen, Chancen vorenthalten werden.

Was ist eigentlich die Hauptstandpunkt der politischen Parteien hier in diesem Fall zu den Rechten von Behinderten? Wohin gehen Leute normalerweise hier in der Schweiz, wenn sie wegen bestimmten Politiken Hilfe suchen oder einfach ihre Meinung sagen wollen, damit etwas getan werden kann, um die Politik umzusetzen? Sprichst du mit den Politikern oder sprechen sie mit dir?

Liebe Grüsse
Kit Wan

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