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Reisen & Freizeit

Die komplizierte Welt der Klassifizierung im Parasport

Ein Überblick über die Klassifizierung von Parasportarten, aktuelle Probleme mit dem Klassifizierungssystem und Verbesserungsvorschläge von Schweizer Elite-Rollstuhlsporttrainern

Autorinnen: Kathleen Ostheim und Hannah Holzer

In diesem Sommer stehen die Paralympischen Spiele in Paris bevor. Aus diesem Anlass geben wir einen Einblick in das Klassifizierungssystem im Parasport mit seinen vielen Vorteilen, Nachteilen und Kontroversen.

Wie funktioniert das Klassifizierungssystem im Parasport?

Das Klassifizierungssystem im Parasport reduziert die Auswirkungen der Beeinträchtigung einer Athletin oder eines Athleten auf seine Leistung. Es soll verhindern, dass Athlet:innen mit einem höheren Grad an Funktionsfähigkeit andere mit grösseren Beeinträchtigungen schlagen. Das System spielt eine wichtige Rolle bei der Schaffung eines fairen Wettbewerbs mit unvorhersehbaren Ergebnissen. Es gilt weltweit, von Amateurwettkämpfen bis hin zu den Paralympischen Spielen.

spanisches basketball nationalteam bei paralympics in sydney

Basketball ist eine der populärsten Parasportarten – und erlebte den grössten Betrugsskandal in der Geschichte der Paralympischen Spiele bei Athleten mit einer Lernbehinderung: In Sydney 2000 gewann die spanische Nationalmannschaft die Goldmedaille mit einem Team, in dem zehn von zwölf Spielern nicht behindert waren. Daraufhin strich das Internationale Paralympische Komitee (IPC) die Wettkämpfe für Menschen mit geistiger Behinderung für zwölf Jahre von den Spielen. (Quelle: Twitter / https://www.news18.com)

Eine Athletin oder ein Athlet wird zum Parasport zugelassen, wenn sie oder er eine dauerhafte Beeinträchtigung hat. Zu den Beeinträchtigungen zählen eine eingeschränkte Muskelkraft oder Beweglichkeit, Gliedmassenschwäche, Bluthochdruck, Ataxie oder Sehbehinderung.

Um teilnehmen zu können, müssen die Athleten nicht nur einer dieser Kategorien angehören, sondern auch den sogenannten «Mindestumfang von Beeinträchtigungskriterien» erfüllen. Dieser legt den Mindestgrad der Beeinträchtigung fest, ab dem eine Athletin oder ein Athlet an einem Wettkampf teilnehmen darf, z. B. die Höhe einer Amputation.

Welche emotionalen Folgen es für eine Athletin oder einen Athlet haben kann, wenn sie oder er diesen Mindestgrad der Beeinträchtigung nicht erfüllt, zeigen zum einen dieses WDR-Video über die deutsche Frauen-Nationalmannschaft im Blindenfussball (ab Minute 14:03), zum anderen dieser Zeitungsartikel über den englischen Rollstuhlbasketballer George Bates.

Was sind Wettkampfklassen?

Jede Parasportart hat ihre eigene Version des Klassifizierungssystems. Einige Sportarten, wie Para-Schwimmen oder Para-Cycling, sind für alle Beeinträchtigungen offen. Andere, wie Para-Dressur oder Para-Kanu, lassen nur bestimmte Beeinträchtigungen zu. Manche Sportarten sind speziell auf eine Art von Beeinträchtigung zugeschnitten, wie Goalball für Menschen mit Sehbehinderung.

goalball für menschen mit sehbehinderung

Goalball bei den Paralympics. (Image: amcnaught on Pixabay)

Das Klassifizierungssystem ordnet eine teilnahmeberechtigte Athletin bzw. einen Athleten einer bestimmten Wettkampfklasse zu, in der sie oder er antritt. Die Wettkampfklassen sind auf die jeweilige Sportart zugeschnitten: Sie unterscheiden sich danach, wie viel die Athlet:innen über diejenigen Körperfunktionen verfügen, die zur Ausübung der Sportart nötig sind.

Athletinnen und Athleten mit ähnlichen Funktionseinschränkungen werden in dieselbe Wettkampfklasse gruppiert, unabhängig von der Art der Beeinträchtigung. Im Rollstuhlsport zum Beispiel können querschnittgelähmte Athlet:innen in dieselbe Klasse eingeteilt werden wie Athlet:innen mit einseitiger oder doppelter Beinamputation.

Die Bestimmung der Wettkampfklasse einer Athletin oder eines Athleten ist ein mehrstufiger Prozess. Er umfasst eine körperliche und eine technische Untersuchung sowie die Beobachtung bei Wettkämpfen. Einige Parasportarten haben nur eine Wettkampfklasse, wie Sledge-Eishockey und Sitzvolleyball, während andere über 50 Klassen haben, wie Para-Leichtathletik.

Para-Leichtathletik als Beispiel für das Klassifizierungssystem

In der Para-Leichtathletik messen sich Athletinnen und Athleten in leichtathletischen Disziplinen, auf Englisch track and field. Die Sportklassen sind in T-Disziplinen (für track, also Rennbahn) und F-Disziplinen (für field, also Rasenplatz) unterteilt. Ein Beispiel: Athletinnen und Athleten, die an einem Rollstuhlrennen teilnehmen, also einer T-Disziplin, gehören einer der folgenden sieben Klassen an:

In den Klassen T32-34 befinden sich Athletinnen und Athleten mit Koordinationsstörungen wie Hypertonie, Ataxie und Athetose.

Die Klassen T51-54 umfassen Athletinnen und Athleten mit Fehlbildungen der Gliedmassen, Beinlängendifferenzen, eingeschränkter Muskelkraft oder Beweglichkeit. Hier sind zum Beispiel Athlet:innen mit Querschnittlähmung klassifiziert.

rollstuhlrennen

Rollstuhlsport ist eine der wettkampfstärksten und populärsten Parasportarten. (Foto: © Swissparalympic / Gabriel Monnet)

  • Die Kategorie T51 besteht aus Athletinnen und Athleten mit einer starken Beeinträchtigung des Rumpfes, der Beine und der Hände sowie einer mittleren bis starken Beeinträchtigung der Arme und Schultern. In dieser Kategorie erzeugen die Athleten Schubkraft über ihren Bizeps, indem sie die Treibringe des Rollstuhls nach oben ziehen, anstatt sie nach unten zu drücken.
  • In der Kategorie T52 sind die Schulter- und Handfunktion weniger beeinträchtigt als in T51. Athletinnen und Athleten in T52 verfügen über eine gewisse Trizeps-Funktion, die sie zur Beschleunigung des Rollstuhls einsetzen.
  • Athletinnen und Athleten der Kategorie T53 können weder Rumpf- noch Beinmuskulatur benutzen, verfügen aber über uneingeschränkte Arm- und Schulterbeweglichkeit. Die Schubkraft des Rollstuhls wird mit Schultern und Armen erzeugt.
  • Die Kategorie T54 umfasst Athletinnen und Athleten mit mittelschwerer bis schwerer Beinbehinderung oder fehlenden Beinen, z. B. aufgrund von ein- oder beidseitigen Amputationen. Diese Gruppe hat komplette Kontrolle über die Arme und gute Rumpfkontrolle, was eine schnellere Beschleunigung des Rollstuhls und präzisere Manöver ermöglicht.

Das Klassifizierungssystem und seine Anwendung auf alle Sportarten werden auf der LEXI-Webseite erklärt. Detaillierte Grafiken zeigen, welche Körperteile in welcher Sportart wie stark beeinträchtigt sind. Das folgende Video in englischer Sprache zeigt beispielhaft das Klassifizierungssystem für Rollstuhlbasketball. Für weitere Einblicke in das System bietet das Internationale Paralympische Komitee (IPC) einen kostenlosen Online-Kurs (auf Englisch) zum Selbststudium an.

Welche Probleme hat das heutige Klassifizierungssystem?

Das Klassifizierungssystem für Parasportler hat seine Schwächen. Versuche zur Revolutionierung des Systems gestalten sich schwierig, denn die Klassifizierung von Beeinträchtigungen ist komplex. Entsprechend langsam geht es voran.

Wir stellen drei Hauptprobleme des Klassifizierungssystems vor:

  • die Möglichkeit des Betrugs
  • die Nachteile des Systems für Athlet:innen mit Tetraplegie
  • die Komplexität des Systems für das Publikum.

Betrug am System durch Klassifizierungsdoping

Im Parasport sind Probleme mit vorsätzlicher Täuschung, dem sogenannten Klassifizierungsdoping, weit verbreitet. Dies ist der Fall, wenn Athlet:innen bei Bewertungen absichtlich schlechte Leistungen erbringen, um eine vorteilhaftere Klassifizierung zu erhalten. Falsch eingestufte Athlet:innen, die in Wahrheit weniger beeinträchtigt sind, haben einen Vorteil gegenüber ihrer korrekt eingestuften Konkurrenz.

Die Praxis des Klassifizierungsdopings hat weiter zugenommen, da die Anreize zu gewinnen gestiegen sind, z. B. durch höhere Preisgelder und Anerkennung. Da Parasportarten immer beliebter werden und mehr Publikum anziehen, suchen Athletinnen und Athleten nach Möglichkeiten, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

«Je populärer eine Sportart ist, desto grösser ist der Anreiz für die Athletinnen oder Athleten zu betrügen.»

Paul Odermatt, Elitetrainer Rollstuhlsport

rollstuhlleichtathletik trainer paul odermatt

Paul Odermatt betreut «Swiss Silver Bullet» Marcel Hug schon während seiner gesamten Karriere als Rollstuhlrennfahrer. Hug hat an den letzten Paralympics in Tokio vier Goldmedaillen in der Kategorie T54 gewonnen und wurde zweimal mit dem renommierten Laureus World Sports Award ausgezeichnet.

Heinz Frei, Schweizer Rollstuhlathletik-Legende, erzählt in seiner Autobiographie, dass er gegen viele klassifizierungsdopende Athleten angetreten ist. Diese versuchten, in eine Kategorie eingestuft zu werden, die nicht ihrem Behinderungsgrad entsprach (Seite 143). Einige Athletinnen und Athleten, z. B. solche mit zerebraler Lähmung, liessen sich sogar Botox spritzen, um die Muskelfunktion zu beeinträchtigen. Auch Eisbäder waren beliebt, um den Muskeltonus vor der Beurteilung zu verringern.

Förderlich für das Klassifizierungsdoping sind die Unterschiede zwischen den Standorten, an denen die Evaluierungen stattfinden, und die Subjektivität der Bewertungen. Georg Pfarrwaller war bis vor kurzem Schweizer Leichtathletik-Nationaltrainer bei PluSport. Er schlägt vor, ein internationales, zentralisiertes Klassifizierungszentrum mit moderner Ausrüstung und standardisierten Auswertungen zu schaffen. Ein solches Zentrum könnte sicherstellen, dass alle Athletinnen und Athleten genau gleich bewertet werden.

rollstuhlleichtathletik trainer georg pfarrwaller

Georg Pfarrwaller wurde von Swiss Olympic mit dem «Coach Award 2022» in der Kategorie «Behindertensport» ausgezeichnet.

Herausforderungen für Athlet:innen mit Tetraplegie

Athletinnen und Athleten mit Tetraplegie haben eine besondere Herausforderung: Sie werden wie alle anderen Parasportler:innen bewertet und klassifiziert, obwohl ihr autonomes Nervensystem beeinträchtigt ist. Deshalb sind Tetraplegiker:innen in Ausdauersportarten benachteiligt. Dies kann dazu führen, dass Athlet:innen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, wenn sie versuchen, die Grenzen ihrer Herzfrequenz und ihres Blutdrucks zu überschreiten.

Die autonome Dysreflexie, ein gefährlich hoher Blutdruck, kann die Leistung von Tetraplegiker:innen vorübergehend um mehr als zehn Prozent steigern, erklärt Claudio Perret, Trainer der Schweizer Rollstuhlathletin Manuela Schär. Manche Athlet:innen provozieren vor Wettkämpfen absichtlich eine autonome Dysreflexie, um mit der Konkurrenz mithalten zu können, obwohl dies gefährlich und potenziell tödlich ist. Diese Methode der Leistungssteigerung wird «Boosting» genannt.

In einer 2009 durchgeführten Umfrage unter Athletinnen und Athleten gaben 16.7 % der Befragten zu, Boosting zur Leistungssteigerung im Training und/oder Wettkampf anzuwenden.

Um dies zu verhindern, wird der Blutdruck bei Athlet:innen mit Tetraplegie kontrolliert. Perret erklärt, dass sie ihre Blase entleeren müssen, wenn ihr Blutdruck vor dem Rennen über 160 mmHg liegt. Sinkt der Blutdruck nicht unter diesen Wert, darf die Athletin oder der Athlet nicht starten.

rollstuhlleichtathletik trainer claudio perret

Seit 2013 ist Claudio Perret Trainer der Rollstuhlrennfahrerin Manuela Schär. Sie ist mehrfache Gewinnerin aller World Marathon Majors und aktuelle Paralympics-Siegerin über 400 und 800 Meter in der Klasse T54.

Beat Bösch, ein Schweizer Rollstuhlrennfahrer mit Tetraplegie, erzählt, dass es leicht zu erkennen ist, wenn jemand «boostet», z. B. an der Gänse-/Hühnerhaut. Allerdings sei die Zahl der Booster zurückgegangen.

Gemäss Bösch werden Athlet:innen mit kompletter Tetraplegie durch das heutige Klassifizierungssystem und den damit verbundenen ungleichen Wettbewerb benachteiligt. Um die Nachteile für diese Athletengruppe zu reduzieren, schlägt er ein Punktesystem vor, das alle Körperfunktionen berücksichtigt, auch Herz-Kreislauf und Blutdruck.

rollstuhlathlet beat bösch

Beat Bösch (Klasse T52) gewann drei Silber- und eine Bronzemedaille bei den Paralympics in Athen 2004 und Peking 2008. Er sicherte sich ausserdem drei Weltmeistertitel und zahlreiche Medaillen bei Europameisterschaften über die Kurzdistanzen auf der Bahn.

Die World Anti-Doping Agency (WADA) hat einen neuen englischsprachigen E-Learning-Kurs speziell für alle Athlet:innen und Trainer:innen veröffentlicht, die an den Paralympischen Spielen 2024 in Paris teilnehmen. Der Kurs behandelt die Anti-Doping-Regeln und -Verfahren der Spiele.

Aus der Sicht des Publikums

Mit zunehmender Popularität des Parasports hat sich gezeigt, dass die Wettkämpfe und das Klassifizierungssystem für das Publikum oft unverständlich sind. Was bedeutet T53? Warum haben in demselben Lauf manche blinden Läufer einen Guide und andere nicht? Warum haben manche Weitspringerinnen eine Prothese und andere nicht? Beat Bösch betont, dass das Publikum die Behinderungen der Parasportler:innen verstehen muss, um ihre Leistungen nachvollziehen und würdigen zu können. Deshalb bräuchte es eine kurze und verständliche Erklärung der Klassifizierungsregeln bei Parasportveranstaltungen.

Trotz der Kritik am Klassifizierungssystem sind sich die interviewten Experten einig, dass eine komplette Überarbeitung des heutigen Systems nicht notwendig und auch nicht machbar ist. Georg Pfarrwaller ist der Meinung, dass «es im bestehenden Rahmen Optimierungspotential gibt, so dass es keine radikale Änderung braucht».

Um das Verständnis des Publikums zu verbessern, betont Paul Odermatt, wie wichtig es ist, die Athletinnen und Athleten auch als solche darzustellen. Sie möchten für ihre sportlichen Leistungen bekannt sein, nicht für ihre Behinderung.

«Für mich ist ein Para-Athlet einfach ein Athlet. Den Rollstuhl sehe ich nicht.»

Paul Odermatt

rollstuhlathlet marcel hug mit community blogautorin kathleen ostheim

Kathleen Ostheim (Co-Autorin dieses Artikels) mit dem mehrfachen Paralympics-Sieger Marcel Hug (trainiert von Paul Odermatt) beim World Para Athletics Grand Prix 2023 in Nottwil, Schweiz.

Zusammenlegung von Kategorien für mehr Wettbewerb?

Odermatt und Pfarrwaller sind sich einig, dass es derzeit zu viele Kategorien und zu wenig Teilnehmende gibt. Dies zeigt sich besonders in der Para-Leichtathletik. Das Publikum wie auch die Athletinnen und Athleten wünschen sich spannende und attraktive Wettkämpfe. Doch das ist schwierig, denn selbst bei internationalen Veranstaltungen gibt es in vielen Kategorien nur einen oder zwei Teilnehmende. Der Ausgang einer Parasportveranstaltung ist daher zumindest in gewissen Sportklassen leicht vorhersehbar.

Ein Vorschlag, um den Parasport zu vereinfachen und den Wettbewerb zu steigern, ist die Zusammenlegung von Kategorien. Dadurch würden grössere Teilnehmerfelder entstehen.

Viele Athletinnen und Athleten wie Beat Bösch wehren sich gegen die Zusammenlegung von Disziplinen oder Wettkampfklassen. Dies gilt besonders für stark beeinträchtigte Athlet:innen z. B. mit einer Tetraplegie, die mit weniger beeinträchtigten Sportler:innen in einen Topf geworfen würden. Ihre Erfolgschancen würden weiter sinken.

Heinz Frei ist wiederum ein Verfechter der Zusammenlegung von Kategorien. In seinem Buch beschreibt er, dass er anfangs Bedenken hatte, mit weniger beeinträchtigten Athleten zusammengelegt zu werden (Seite 71). Doch die Zusammenlegung führte zu einem höheren Leistungsniveau aller Athleten. Frei ist dankbar dafür, dass er gezwungen wurde, sich als Athlet weiterzuentwickeln und seine Fähigkeiten zu verbessern.

rollstuhlsport ikone heinz frei

Mit 35 paralympischen Medaillen gilt Heinz Frei als der erfolgreichste Rollstuhlsportler aller Zeiten. Hier signiert er seine Autobiografie.

Das Streben nach sportlicher Exzellenz in einem unvollkommenen Klassifizierungssystem

Trotz seiner Grenzen bietet das bestehende Klassifizierungssystem die Grundlage für eine Parasport-Welt, die eine Vielzahl von Behinderungen gleichberechtigt einschliesst. Unterschiede in Körpergrösse und -form, Muskelzusammensetzung und Erfahrung sind bei Nichtbehinderten wie auch bei Parasportler:innen normal. Die zusätzliche Heterogenität von Menschen mit Behinderungen macht es schwierig, eine einheitliche Lösung für eine Klassifikation zu entwickeln.

Die Para-Leichtathletik-Trainer Odermatt, Perret und Pfarrwaller sind sich der Grenzen des heutigen Systems bewusst. Sie betonen, dass Fairness eine Herausforderung für alle Sportarten ist, nicht nur im Parasport. Sportlerinnen und Sportler haben zwar das Recht, Forderungen zu stellen, müssen sich aber auch an die Regeln ihrer Sportart halten.

Frei und Odermatt betonen die Bedeutung von mentaler Stärke und Belastbarkeit für Spitzensportlerinnen und -sportler. Diese Fähigkeiten helfen ihnen, mit Herausforderungen und Rückschlägen umzugehen, einschliesslich möglicher Probleme mit dem Klassifizierungssystem.

«Wenn man das System kritisiert, ist die Frage, ob man ein besseres vorschlagen kann.»

Claudio Perret

Das Wichtigste ist, dass Athlet:innen mit Behinderung die Möglichkeit haben, ihre sportlichen Talente und Fähigkeiten genauso unter Beweis zu stellen wie Nichtbehinderte. Das Klassifizierungssystem darf diesem Ziel nicht im Wege stehen. Schliesslich soll es um die Athlet:innen und ihre Leistungen gehen und nicht um ein unvollkommenes System.

Das aktuelle Klassifizierungssystem wird derzeit überarbeitet, eine aktualisierte Version soll 2024 veröffentlicht werden. Athlet:innen, Trainer:innen und das Publikum erhoffen sich von den Änderungen eine bessere Art der Klassifizierung, weniger Manipulationsmöglichkeiten und mehr Fairness in der Welt des Parasports.

Hattet ihr schon einmal Schwierigkeiten, das Klassifizierungssystem eines Parasport-Wettkampfes zu verstehen? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen mit uns!

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