Ich lade zu einem Schweizer Reislein ein, gebe einige Tipps und hoffe auf weitere von euch.

Uns bleibt nichts erspart: Wahrscheinlich müssen wir unsere Sommerferien in der Schweiz, bestenfalls im nahen Ausland verbringen. Am meisten stört uns wohl, fremdbestimmt zu sein. Ansonsten ist’s gar nicht so schlimm, in der vielfältigen Schweiz zu verweilen. Auch vom entferntesten Ziel aus können wir noch am selben Tag nach Hause zurückkehren, falls wir das müssen oder wollen.

Mein Reislein ist so gestaltet, dass ihr zu- und absteigen könnt, wo ihr wollt. Es beginnt in Basel, meiner Heimatstadt. Der Zoo, das Kunstmuseum und das Beyeler Museum sind und bleiben hier am attraktivsten. Der Tinguely-Brunnen ist ulkig. Hinter ihm ist das Restaurant Kunsthalle mit seinem Garten, wo wir verweilen, allenfalls auch die rollstuhlgängige Toilette benützen können.

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Die Mittlere Brücke verbindet Gross- und Kleinbasel.

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Das Restaurant Kunsthalle ist beliebter Treffpunkt in Basel. Davor ist der Tinguely-Brunnen.

Einen Haken hat Basel: Für Autofahrer ist die Stadt eine Katastrophe. Wer es doch wagen will, fragt mich, und ich zeige je nach Wunsch den Weg auf.

Wer in Basel übernachten will, ist im Hotel Balade im Kleinbasel, Nähe Claraplatz, zweckmässig und bei flexiblen Preisen meistens billig untergebracht. Ganz in der Nähe ist das Volkshaus mit seinem Restaurant. Rollstuhlfahrer benützen den Seiteneingang.

Von Basel aus reisen wir in das relativ flache historische Städtchen Solothurn, dessen Hausberg der Weissenstein ist. Sofern sie dann wieder geöffnet sind, sind der Zugang zur Gondelbahn, die Bahn selbst sowie die Hotels, Restaurants und Aussichtsterrassen oben alle tadellos rollstuhlgängig. Bei schönem Wetter bietet sich ein wunderbarer Blick auf die Alpen. Einen Bericht über einen Ausflug mit Heinz Frei auf den Weissenstein findet ihr hier.

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In Solothurn mit seiner Kathedrale ist’s angenehm und überschaubar. Im Hintergrund der «Hausberg» Weissenstein.

Der übrige Jura, namentlich die Freiberge, sind landschaftlich reizvoll, eignen sich für Spazierfahrten und Restaurantbesuche. Die Infrastruktur ist aber zurückgeblieben.

Von Solothurn aus reisen Rollstuhlfahrer deshalb besser an den Thunersee. In Gwatt befindet sich die ausgedehnte Anlage des Hotels Deltapark. Nicht billig, aber perfekt, lautet mein Urteil. In einem Schlenker füge ich an, dass ich das Hof Weissbad in Appenzell auch so einschätze.

Von Gwatt aus sind das Stockhorn und der Niesen die nahe gelegenen rollstuhlgängigen Ausflugsziele mit umwerfendem Blick in die Bergwelt. Auch für den Niesen findet ihr hier einen detaillierten Ausflugsbericht.

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Bei schönem Wetter ist der Niesen immer eine Reise wert.

In diesem Jahr werden umstandsbedingt weniger Touristen unterwegs sein. Das könnten wir für einen Abstecher nach Grindelwald, von dort auf die Kleine Scheidegg und auf das sonst überfüllte Jungfraujoch nutzen. Die Bahnen sind rollstuhlgängig.

Von Gwatt oder Grindelwald aus fahren wir über den Brünig an den Sarnersee Richtung Luzern. Von Sarnen aus führt der Weg auf die Melchsee Frutt, über die ich schon einmal berichtet habe.

Auf dem Weg Richtung Luzern können wir auch auf die Flueli-Ranft und/oder nach Stans abzweigen und auf das Stanser Horn. Auch diese beiden Ziele habe ich bereits beschrieben.

Von Interlaken bzw. Luzern aus bringt uns auch die Zentralbahn auf einer romantischen Fahrt über den Brünig.

Mich selbst und euch frage ich, wo sonst wir noch hingehen könnten. Ich danke für eure Tipps.

 

Nachstehend noch einige weitere Beiträge, die auf unserer Plattform zum Thema «rollstuhlgängige Reiseziele in der Schweiz» erschienen sind:

getestete gipfel der gipfelstürmer

Die acht getesteten Schweizer Gipfel der «Gipfelstürmer».

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